Marken
Themen
Artikel
Häufige Fragen
Videos
Who is Who
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Wachstum im Kombinierten Verkehr

Kombi-Operateur Hupac investiert in Qualität

Foto: Hupac

Der Schweizer Kombi-Operateur Hupac bereitet sich auf das weitere Wachstum intermodaler Verkehre vor und nimmt dafür viel Geld in die Hand.

04.06.2018 Regina Weinrich

Hupac hat die Investitionen 2017 mit umgerechnet 49 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Sie sollen auch in den nächsten Jahren hoch ausfallen. "Wir investieren in die Qualität", sagte Hupac-Chef Bernhard Kunz auf der Generalversammlung des Unternehmens in Zürich. So wurden unter anderem acht Multisystemloks angeschafft, um eine durchgehende Traktion auf dem Korridor Rotterdam-Mailand zu ermöglichen, der Wagenpark wurde um rund 450 Module auf über 5.900 Einheiten aufgestockt. Erhebliche Mittel flossen auch in die Digitalisierung, mit der die Logistikketten stabiler und sicherer werden sollen.

Hupac-Chef Kunz: Die Zukunft ist digital

"Die Zukunft von intermodal ist digital", sagte Kunz. Daten und Informationen hätten enorme Wichtigkeit für einen reibungslosen Ablauf. Er rief die Kunden dazu auf, 24 oder besser noch 48 Stunden vor der Versendung zu buchen, um ein effizienteres Management zu ermöglichen. Derzeit liefen immer noch 40 Prozent aller Buchungen lediglich neun Stunden vorher ein. Hupac-Präsident Hans-Jörg Bertschi appellierte an die Terminalbetreiber, die Öffnungszeiten auf das Wochenende auszudehnen. Nur so könnten die Kapazitäten besser genutzt und Staus erfolgreich vermieden werden. Zusätzlichen Kosten stünden hierbei zusätzliche Erträge gegenüber, sagte er insbesondere an DB Netz gerichtet.

Bessere Qualität soll Vertrauen aufbauen

Eine bessere Qualität soll auch dazu beitragen, Vertrauensverluste nach dem Debakel von Rastatt wettzumachen. Um in kritischen Situationen handlungsfähig zu sein, hält die Hupac rund zehn Prozent ihrer Wagenflotte sowie Loks und Lokführer für Backup-Fahrten vor. Die Veröffentlichung eines Handbuchs zum internationalen Notfallmanagement der europäischen Infrastrukturbetreiber wird als erster Fortschritt auf höherer Ebene gesehen. Zudem habe DB Netz angekündigt, bereits im Dezember ein System mit Maluszahlungen für Verspätungen einzuführen, sagte Bertschi. DB Cargo-Chef Roland Bosch beteuerte in Zürich, die Hausaufgaben in Sachen Qualität und Produktivität würden gemacht. Europa müsse aber bahnseitig besser vereint werden, insbesondere bei den Infrastrukturmanagern müsse es vorangehen.

Übernahme des Intermodalspezialisten ERS Railways

Mit den Geschäftsbereichen Intermodal Express Russia und Landbridge China hat sich Hupac vom reinen Netzwerkbetreiber auf der Nord-Süd-Achse zu einem interkontinentalen Operateur entwickelt, betonte Kunz. Mit der Sparte Maritime Logistics wolle man auch am Wachstum des Seeverkehrs teilhaben. In diesem Zusammenhang ist auch die Übernahme des deutschen Intermodalbetreibers ERS Railways zu sehen, der von den deutschen Häfen aus im Hinterlandgeschäft tätig ist.

Die Hupac-Gruppe steigert ihren Umsatz 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent, obwohl es nicht zuletzt aufgrund der siebenwöchigen Sperrung der Rheintalbahn gravierende Infrastrukturengpässe gab. Der Gewinn wird mit einem Plus von 3,5 Prozent auf umgerechnet etwa 9,3 Millionen Euro als zufriedenstellend bezeichnet.

Neues Heft
FF 08 2018 Titel
Heft 08 / 2018 7. Juli 2018 Heftinhalt anzeigen Jetzt kaufen
Unsere Experten
Carsten Nallinger Carsten Nallinger Lkw-Navigation
Portrait von Thomas Pirke Thomas Pirke Verkehrspsychologe
Kostenloser Newsletter
ETM Webshop
WhatsApp-Newsletter