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Wachstum im Bereich verderbliche Waren

Panalpina-Chef Karlen setzt auf Perishables

Foto: Matthias Rathmann

Panalpina-Chef Stefan Karlen sieht im Bereich Perishables Potenziale. Er kann sich hier auch weitere Übernahmen vorstellen, wie er im Interview mit der Fachzeitschrift trans aktuell sagt.

trans aktuell: Herr Karlen, sind Sie in Blumenläden neugierig zu wissen, wo die Rosen herkommen?

Karlen: Inzwischen ja. Und die Wahrscheinlichkeit, dass die Rosen mit Panalpina nach Europa gekommen sind, ist groß.

Schnittblumen, Meeresfrüchte, Gemüse – wie erklärt sich der Appetit Ihres Unternehmens auf das Segment Perishables, also verderbliche Waren?

Der Bereich verderbliche Waren hat jährliche Wachstumsraten von durchschnittlich fünf Prozent und ist nahezu keinen konjunkturellen Schwankungen unterworfen. Der Charme für uns liegt darin, dass wir unser Know-how in diesem Bereich mit einem weltweiten Netzwerk kombinieren können. Wir sindin der Lage, Rundläufe zu bilden, indem wir zum Beispiel Hightech-Ware nach Kenia fliegen und Schnittblumen zurück.

Inwiefern können Sie Synergien zum Beispiel mit Ihrer Logistiksparte bilden?

Für längeres Einlagern eignen sich verderbliche Waren natürlich nicht. Doch haben wir teilweise schon Kühlkammern in unseren Logistikcentern eingerichtet. Auch sind wir bestrebt, die letzte Meile zu gestalten. Das erklärt auch unsere Zukäufe in Belgien, den Niederlanden und in Deutschland voriges Jahr. In Deutschland haben wir im September Teile der Cool Chain Group aus Kelsterbach übernommen. Unser Anspruch ist es, nicht nur den Hauptlauf abzuwickeln, sondern End-to-End-Lösungen anzubieten.

Seit November 2015 haben Sie fünf Unternehmen mit Schwerpunkten im Bereich verderbliche Waren übernommen. Sind weitere Akquisitionen geplant?

Wir schauen uns den Markt genau an. Das mögliche Unternehmen muss in jedem Fall in unser Netzwerk passen. In Frankreich gäbe es einen gewissen Bedarf, hier fehlt uns zum Beispiel noch wie in den Niederlanden, Belgien und Deutschland eine Lösung für die letzte Meile.

Sie haben voriges Jahr das Ziel ausgegeben, bis 2020 weltweit der bevorzugte Anbieter für Frische-Erzeugnisse werden zu wollen. Kühne + Nagel ist in diesem Bereich aber auch nicht ganz untätig.

Uns geht es hier nicht primär um das Volumen, sondern um die Organisation der kompletten Supply Chain. Wir haben den Anspruch, Kunden und Produkte verstehen zu wollen. Man muss vielleicht auch erwähnen, dass der Markt stark segmentiert ist. Kühne + Nagel und Panalpina sind sicherlich große Akteure, aber der Markt ist deutlich größer und bietet beiden Unternehmen enorme Potenziale.

Aktuell decken Sie 25 Länder ab. Doch planen Sie, die Größe des Netzwerks zu verdoppeln. Warum ist Ihnen die Ausweitung auf weitere Länder so wichtig?

Weil wir unseren Kunden dadurch einen deutlich besseren Service bieten können. Gibt es zum Beispiel in Südamerika keine Avocado, können wir sie aus dem Mittleren Osten beschaffen, wenn wir in beiden Regionen entsprechend vertreten sind. Dadurch haben wir also ganz andere Möglichkeiten. Zurzeit sind wir sehr stark auf der Achse zwischen Afrika und Europa oder auch in Lateinamerika, wo unser Frischwarengeschäft seinen Ursprung hat. Eine größere Präsenz in Asien wäre als Ergänzung also sinnvoll. Deshalb haben wir beispielsweise auf der Messe Fruit Logistica kürzlich  unter anderen unsere Agenten in Sri Lanka und Pakistan in das Perishables Network aufgenommen.

Zur Person

  • Stefan Karlen (Jahrgang 1973) ist seit September 2016 Vorstandsvorsitzender von Panalpina.
  • Seit 21 Jahren ist er in unterschiedlichen Funktionen bei dem Logistikdienstleister tätig, zuletzt als regionaler CEO für Asien-Pazifik.
  • Er machte seine Ausbildung bei Danzas und seinen Master of Business Administration (MBA) an der Business School in Madrid. Der Manager spricht fünf Sprachen.
  • Karlen ist verheiratet und hat zwei Kinder. In seiner Freizeit reist er gerne, macht Sport und interessiert sich für Uhren.
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