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VTL-Chef Jäschke im Gespräch

"Das ist komplex"

Andreas Jäschke, VTL Foto: Thomas Küppers

Geschäftsführer Jäschke über das gemeinsame Netz mit Star und ILN.

trans aktuell: Herr Jäschke, vor knapp einem Jahr haben die Stückgutkooperationen VTL, Star und ILN eine engere Zusammenarbeit angekündigt. Was ist in den vergangenen zwölf Monaten passiert?

Jäschke: Wir haben einen Meilenstein-Plan mit 18 Positionen erarbeitet. Die einzelnen Punkte werden jetzt mit Leben erfüllt. Sechs Arbeitskreise wurden etabliert, die sich mit Themen wie ­einem gemeinsamen Handbuch, der EDV bis hin zur Verkehrsplanung befassen. Die Ergebnisse werden derzeit zusammengefasst und sollen bis zum Sommer als gemeinsame Basis fertiggestellt werden.

Können Sie einige der Meilensteine benennen?

Das geht los mit einem automatischen Sendungsaustausch zwischen den Netzen über identische Produkte und Label bis hin zu Tracking und Tracing in Echtzeit.

Der Ausfall eines Partnerunternehmens ist immer problematisch. Erstes Ziel der Zusammenarbeit ist daher die Absicherung der Stückgutnetzwerke. Wie weit ist dieses Vorhaben umgesetzt?

Wir wissen inzwischen, wie das funktionieren kann oder soll, wenn der Bedarf eintritt. Erfreulicherweise haben wir bisher davon nicht Gebrauch machen müssen, aber das ist eine Frage der Zeit.

Wie wird die Umsetzung ins Operative konkret aussehen?

Ein ganz wichtiger Aspekt ist dabei, zwei der sogenannten Trans-Shipment-Points von ILN in die Zentralhubs zu integrieren: nämlich in den von VTL in Fulda und in den von Star in Homberg/Efze, sodass die Zentralhubs eine TSP-Funktion übernehmen. Wenn wir diesen Anschluss haben, dann sind die Organisationen richtig vernetzt. Darüber hinaus machen wir uns Gedanken, Regionalhubs von Star und VTL zusammen­zulegen. Das bietet sich vor allem im Norden des Landes an. Zudem überprüfen wir, in welchen Be­reichen auf europäischer Ebene wir auch zusammenar­beiten können.

Was ist die größte Herausforderung bei der Umsetzung? Oder gibt es sogar Bereiche, in denen die Anpassung leichter ist als gedacht?

Leichter als erwartet ist die Angleichung leider in keinem Fall. Die Grundidee und das Ziel haben alle Beteiligten nach wie vor klar vor Augen. Aber die Angleichung im Detail – von Produkten, IT-Prozessen, der IT-Vernetzung sowie von Konditionen – ist doch sehr komplex. Wir haben uns auf den kleinsten gemeinsamen Nenner verständigt und das ist zumindest zu Beginn akzeptabel und hilfreich in der Praxis.

Haben Sie denn einen Zeitrahmen für die Umsetzung der Maßnahmen?

Ja, das steht im Meilenstein-Plan. So wollen wir etwa bis Ende Juni die identischen Labels und zum 1. Juli die identischen Handbücher haben, bis zum 30. September soll die Integration der beiden TSP stehen. An diesen Zielen orientieren wir uns – aber wenn sich mal etwas um vier Wochen verschiebt, wird das auch nicht so schlimm sein.

Was hat sich bislang für die Mitgliedsunternehmen geändert?

Das kann ich einfach beantworten – nichts.

In welchen Bereichen abseits der Netzwerke wollen VTL, ILN und Star noch zusammenarbeiten?

Wir starten im Frühjahr mit einem gemeinsamen Schulungsprogramm für die Mitarbeiter. Das lief bisher unter dem Titel VTL Akademie, jetzt heißt das Network-Akademie. Der Inhalt ist ziemlich breit gefächert – das Angebot reicht vom Reklamationsmanagement am Telefon über Schulungen für Vertriebsmitarbeiter im Außendienst bis zum spritsparenden Fahren. Das bieten wir in Zusammenarbeit mit ­einer Schulungsagentur an. Und wir drei sind mit der Einkaufsplattform Hära im Kontakt zwecks Bündelung von Einkaufsmengen.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Titel ta 06 2016
trans aktuell 06 / 2016
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