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Von der Straße auf die Schiene

Ziel: Kombi-Mengen verdoppeln

Foto: Mario P. Rodrigues

Mehr Güter auf die Schiene: DB Cargo, Kombiverkehr und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer starten eine Verlagerungs-Offensive.

Ehrgeizige Pläne für die Schiene: Der Intermodalspezialist Kombiverkehr und dessen Komplementär DB Cargo wollen ihr Volumen auf der Schiene in den nächsten zehn Jahren mindestens verdoppeln. Mit dieser Verlagerungs-Offensive heben die beiden Unternehmen ihre vor 52 Jahren begonnene Zusammenarbeit auf eine neue Stufe. Voriges Jahr transportierte Kombiverkehr knapp 860.000 Sendungen.

Scheuer: Patenschaft für erneuerte Kooperation

„Wir wollen mehr Güter von der Straße auf die umweltfreundliche Schiene bringen“, erklärte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit DB-Cargo-Vorstandschefin Dr. Sigrid Nikutta und dem neuen Präsidenten des Kombiverkehr-Verwaltungsrats Hermann Lanfer. Scheuer, der die Patenschaft der erneuerten Partnerschaft übernimmt, sagte, der Kombinierte Verkehr (KV) trage wesentlich dazu bei, die Klimaziele im Verkehr zu erreichen.

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Der erneuerten Kooperationsvereinbarung liegt ein Neun-Punkte-Plan zugrunde, den Kombiverkehr und DB Cargo gemeinsam ausgearbeitet haben. Ein wesentlicher Punkt darin ist ein angestrebtes engmaschiges Netzwerk Metro-Net, das wichtige Terminals beziehungsweise Industrie- oder Ballungszentren mit häufigen Abfahrten verbindet. Als Beispiel nannte Lanfer die Achse Köln–Verona, die bereits mehrfach täglich bedient wird. Die enge Verzahnung zwischen Terminals und Güterverkehrszentren auch über Deutschland hinaus sei wichtig, ergänzte Nikutta. Denn über die Verkehrsverlagerung in Deutschland werde auch in Verona entschieden, sagte sie. „Mit der neuen Partnerschaft zwischen Kombiverkehr und der Deutschen Bahn werden wir den ICE des Schienengüterverkehrs schaffen“, betonte sie. Weitere Punkte zielen auf verbesserte digitale Angebote ab.

Mehr Digitalisierung im Kombinierten Verkehr

So wollen DB Cargo und die Tochter Kombiverkehr, der aktuell mehr als 230 Speditionen in der Rolle als Kommanditisten angehören, eine deutlich höhere Transparenz und Datenverfügbarkeit schaffen sowie einfachere Übergänge an den Schnittstellen bieten. Noch mehr automatisierte Abläufe sind zum Beispiel in den Terminals geplant, noch digitaler soll ferner der Informationsaustausch – sei es bei Fahrplänen, Buchung oder Abrechnung – ablaufen.

DB Cargo-Chefin Nikutta sprach von einem historischen Zeitfenster, das sich mit der neuen Kooperationsvereinbarung biete, um die Vision bei der Gründung von Kombiverkehr vor 52 Jahren Realität werden zu lassen. Einen Willen zur Verlagerung habe es auch in den vergangenen Jahrzehnten schon gegeben. Früher seien die entscheidenden Kriterien für die Nutzung der Schiene aber Zeit und Preis gewesen. „Die Klimadebatte gab es damals noch nicht“, sagte sie. „Nun kommt die Umweltverträglichkeit dazu.“ Das mache den KV zum wirklichen Gamechanger.

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Durch Gespräche mit ihrer Kundschaft fühlt sich Nikutta ermutigt, auch was das Ziel angeht, die Verkehre mit Kombiverkehr zu verdoppeln. „Heute geht es in den Gesprächen nicht mehr um das Ob einer Verkehrsverlagerung, sondern um das Wie.“ Unternehmen, die eine CO2-freie Produktion anstrebten, wüssten, dass dazu auch eine CO2-freie Transportkette gehöre.

Auch Minister Scheuer sieht in der Wirtschaft ein „Grund-Commitment zugunsten einer klimafreundlichen Logistik“. Aufgabe seines Hauses sei er, diese Motivation weiter zu unterstützen – durch ein attraktives Schienennetz und entsprechende Fördermittel, etwa für den Bau von KV-Terminals. „So viel Geld im System Schiene hatten wir noch nie“, sagte er – einer seiner Vorgänger, der frühere SPD-Politiker Georg Leber, wäre begeistert gewesen, erklärte Scheuer. Leber hatte die Hausleitung im BMVI inne, als Kombiverkehr 1969 gegründet wurde.

Prämie pro transportierter Einheit im KV?

Weitere Maßnahmen zur Förderung des KVs können sich sowohl Scheuer als auch Nikutta und Lanfer vorstellen, wie sie auf Nachfrage der Fachzeitschrift trans aktuell erläuterten. Nikutta etwa würde es befürworten, wenn eine Trailerzulassung daran geknüpft wird, dass er eine KV-Ausstattung hat. Auch Prämien pro transportierter Sendung im Intermodalverkehr kann sie sich vorstellen. Chemielogistiker Lanfer hält ebenfalls beide Instrumente für sinnvoll, um die Erfolgsgeschichte des KV fortzuschreiben.

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