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Veränderte Speditionsabläufe

Selbstfahrende Lkw-Anhänger bei BMW

Autotrailer, autonomer Lkw-Anhänger Foto: BMW

In die Produktionslogistik von BMW halten zunehmend Innovationen aus dem Bereich Industrie 4.0 Einzug – mit Auswirkungen auf anliefernde Speditionen.

Das hat trans aktuell bei einem Vor-Ort-Termin im BMW-Werk Regensburg erfahren. So plant der bayerische Autobauer den Realbetrieb eines autonomen Outdoor-Transport­-Roboters, auch Autotrailer genannt. Er kann einen Lkw-Anhänger selbstständig vom Stellplatz zur Ent- und Beladestation im Werk bringen. Hierbei fährt eine mobile Plattform unter den Auflieger, koppelt ihn an und rangiert ihn. Der Autotrailer hat eine Traglast von bis zu 30 Tonnen und steuert durch den Außenbereich des Werks – mittels Lasernavigation und ohne zusätzliche Leitlinien oder ­Markierungen.

Realbetrieb in Leipzig

Basis des Sicherheitskonzepts ist eine 360-Grad-Rundumsicht durch Sensoren und Kameras. In diesem Jahr soll der Autotrailer bei BMW in Leipzig in den Realbetrieb gehen. Als weitere Einsatzorte sind die Werke in Dingolfing und Spartanburg (USA) vorgesehen. Das meiste Potenzial für dieses Transportsystem sieht der bayerische Autobauer für sein größtes Werk im Konzern, nämlich das in Spartanburg. Dort gibt es täglich etwa 1.200 dieser Rangierfahrten mit Lkw-Anhängern. BMW entwickelt zudem eine automatische Bremslösung. Das heißt, der Autotrailer kann sich automatisch mit dem Bremssystem des Sattelaufliegers verbinden. Nach den Vorstellungen von BMW sollen die Speditionen ihre Trailer gleich am Werkstor abstellen. Von dort fährt der Autotrailer die Trailer entweder direkt an die Dockingtore oder auf den Trailer­yard, was dem Spediteur diese Arbeiten erspart.

Autoboxes am Start

Eine weitere Variante der ­autonomen Outdoor-Transportsysteme sind die sogenannten Autoboxes. Diese autonomen Plattformen können weitere Gitterboxen mit Bauteilen in einem Werk zwischen den Hallen rangieren. Mit einer Traglast von bis zu 25 Tonnen können sie bis zu 20 Gitterboxen gleichzeitig trans­portieren. Für das Frühjahr 2019 sieht BMW dafür eine Pilot­anwendung in Dingolfing vor. In den Werken Shenyang (China) und Berlin sollen Autoboxes 2019 eingeführt werden.

Einsatz auf Speditionshöfen

BMW plant noch weitere Neue­rungen und sieht bei einigen Anwendungen auch Einsatzmöglichkeiten auf Speditionshöfen. Für das Umladen der Behälter von Paletten auf Förderbänder oder in Lager bekommen die Mitarbeiter künftig Unterstützung von Logistikrobotern. Vier verschiedene Robotertypen, von den Logistik­experten Bots genannt, sind aktuell im Testeinsatz oder schon in die Serienproduktion integriert. Hierbei werden die Waren nach der Anlieferung autonom in Containern ans Band transportiert. Sta­tionär eingesetzte Splitbots können im Wareneingang volle Kunststoff­boxen von der Palette nehmen und auf eine Fördertechnik platzieren, die die Boxen in ein Lager transportiert. Mithilfe künstlicher Intelligenz kann der Splitbot bis zu 450 verschiedene Behälter erkennen und verarbeiten. Nach erfolgreichem Abschluss des Testbetriebs ist geplant, Splitbots ab 2019 im BMW-Werk Dingolfing im Serienbetrieb einzusetzen.

Fahrbare Placebots

Aktuell testet BMW den Einsatz eines fahrbaren Placebots direkt am Band. Dieser entlädt Routenzüge und stellt die mit Ware bestückten Kisten in das Regal. Dabei klassifiziert er mithilfe eines Bilderkennungssystems diese Kleinladungsträger (KLT) und ermittelt über das Zusammenspiel von Sensorik, Kamera und künstlicher Intelligenz den idealen Greifpunkt. Zudem kann er sich in einem zuvor festgelegten Bereich autonom bewegen.

Pickbot für Kleinteile

Ein weiterer Logistikroboter, der Pickbot, stellt verschiedene Kleinteile aus entsprechenden Bereitstellungsregalen zusammen. Eine von BMW selbst entwickelte und trainierte künstliche Intelligenz erkennt die unterschiedlichen Teile. Anschließend berechnet der Pickbot den richtigen Greifpunkt. Langfristig soll der Pickbot bis zu 50.000 Kleinteile erkennen und bedienen können. BMW setzt den Pickbot im Werk Leipzig in der Serienproduktion ein. Dort stapelt er Leergutbehälter auf Paletten, bevor sie wieder in den Umlauf gehen.

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