VDL treibt Elektrifizierung Luxemburgs voran

Citea LLE-99 electric für das Großherzogtum

VDL Citea LLE-99 electric Luxemburg Foto: Thorsten Wagner 8 Bilder

Mit sieben rein elektrisch betriebenen VDL Citea LLE-99 electric nimmt das traditionsreiche luxemburgische Busunternehmen "Voyages Emile Weber" die erste rein elektrische Buslinie des Großherzogtums in Betrieb. Wie schon in Eindhoven liefern die Niederländer ein schlüsselfertiges System inklusive Hardware und Ladeinfrastruktur.

Innovative Busse sind durchaus nicht neu in Luxemburg, gerade die beiden großen Anbieter Weber und Sales Lentz machen sich seit Jahren um Fahrzeuge mit alternativen Antrieben verdient (siehe dazu lastauto omnibus 11/2017). Auch VDL, erstmals Lieferant in Luxemburg, kann sich dies auf die Fahnen schreiben: Laut Ard Romers, Direktor VDL Bus & Coach Benelux, hat das Unternehmen bis Februar 2018 insgesamt 331 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben in 21 Elektrobus- und fünf Hybridbusprojekte ausgeliefert beziehungsweise im Auftragsbestand.

Insgesamt liefern die Holländer sechs verschiedene Modelle in sechs Länder ­– besonders stolz ist man in Eindhoven über den neuerlichen Auftrag von 100 elektrischen Gelenkbussen für Amsterdam, die im Frühjahr in Betrieb gehen.

Die erste vollelektrische Buslinie

Im Vorort Bettemburg geht sie an den Start - die erste vollelektrische Linie mit einer Länge von 13,5 Kilometern und insgesamt 23 Haltestellen. Die Busse werden 18 Stunden und 1.400 Kilometer am Tag auf der Linie sein und so nach Herstellerangaben bis zu 400 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Verkehrs- und Nachhaltigkeitsminster François Bausch betonte bei der Inbetriebnahme des Bussystems denn auch, "dass man nicht von einzelnen Bürger umweltfreundliches Verhalten einfordern kann, wenn nicht der Staat mit einem guten Beispiel vorangeht." Nach seiner Einschätzung ist Luxemburg ein "Vorreiter der Elektromobilität". Bei der derzeitigen Entwicklung der Technik sei Bausch "sehr optimistisch, bis 2030 vom Verbrennungsmotor im öffentlichen Verkehr Abschied nehmen zu können." Die Luxemburger setzen jedoch ganz bewusst auf Technikoffenheit, so denkt François Bausch auch an Wasserstoff als Energieträger der Zukunft.

Die Busse, die im Fall der vollelektrischen Linie für den staatlichen Betreiber RGTR fahren, sind zu 100 Prozent vom Staat finanziert. Wie schon in Eindhoven (siehe lastauto omnibus Heft 7/2017) hat VDL das System inklusive Ladeinfrastruktur geliefert. Ein Konzept, das von VDL Bus & Coach als Generalunternehmer zusammen mit der Tochter ATS, die das "Implementation Management" übernimmt, realisiert wurde, wie uns Projektleiter Chiel Terlake erklärt.

Hintergrund: VDL Citea LLE-99 electric

Der VDL Citea LLE-99 electric ist das elektrische Einstiegsmodell aus Eindhoven und bietet sich mit seinem Leichtbaukonzept und einer Länge von 9,95 Meter und einer Breite von 2,50 Meter besonders für schwächer ausgelastete Linien an. Mit einem Gewicht von leer rund 10.500 Kilogramm kann das Fahrzeug rund 55 bis 65 Passagiere befördern, das sind zehn weniger als die Dieselvariante. Die schnelladefähigen Li-Ionen Batterien (NMC, neun Module) von Durapower leisten 180 kWh und sind im Heck sowie hinter dem Fahrer über der Vorderachse montiert. Sie sollen für eine Reichweite von 120 bis 180 Kilometern gut sein.

Geladen werden die Batterien tagsüber im Depot mit Pantografen von Schunk mit 270 kW, nachts dann schonender mit Combo2-Stecker und 60 kW. Der Siemens PSM-Zentralmotor leistet maximal 160 kWh und 2.500 Newtonmeter an maximalem Drehmoment und hinterlässt bei einer ersten Probefahrt einen durchaus antrittsstarken und sehr leisen Eindruck. Die Lenkung agiert bereits elektrohydraulisch, wie nun auch die neue „Eco-Steering“ von Mercedes im Citaro. Als Besonderheit ist erstmals das neue EPIC Display von Continental verbaut ("Electric Performance Indication Cluster"), das sehr minimalistisch, gut übersichtlich und informativ über den Zustand der Systeme informiert. Das System kann auch direkt eine Fahrzeugdiagnose durchführen, ohne den Bus in der Werkstatt aufwändig an die OBD-Stecker anzuschließen.

RGTR schreibt zudem Drei-Punkt-Gurte an allen Sitzplätzen vor, so dass diese Busse nicht nur die saubersten, sondern auch die sichersten im Großherzogtum sein dürften.

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