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Unfallzahlen der Polizei Köln

Schlimmer Rekord

Lkw, Unfall Foto: Polizei Köln 6 Bilder

Die Unfallzahlen der Polizei Köln sind erschreckend. Im Stadtgebiet Köln und vor allem auf den Zufahrtsautobahnen zur Leverkusener Brücke sind sie im letzten Jahr deutlich gestiegen.

21.02.2017 Jan Bergrath

Diesmal hat die Polizei Köln die Veröffentlichung ihrer jährlichen Unfallstatistik auf einen Termin im Polizeipräsidium Köln zusammengelegt, bislang gab man die reinen Zahlen für den Zuständigkeitsbereich der rund 600 Autobahnkilometer auf der Wache in Frechen an der A 4 bekannt. Zweigeteilt blieb die Veranstaltung dennoch. Über den zunehmenden Wahnsinn der illegalen Autorennen und die weiter steigende Zahl der verunglückten Radfahrer können die Kollegen des Kölner-Stadt Anzeigers besser berichten.


Sorgenkind Smartphone


Auch auf der Autobahn gab es laut Polizeipräsident Jürgen Mathies 2016 einen schlimmen Rekord. Es gab 6.050 Unfälle, 2015 waren es noch 5.343. Für alle Fahrzeuge stieg die Zahl der Verunglückten um 148 (11,2 %), die Zahl der Getöteten um 11 auf 22, darunter auch zwei Lkw-Fahrer. An einem Stauende gab es 454 Unfälle, 40 mehr als im Jahr zuvor, dabei starben insgesamt sechs Menschen. Alle Zahlen finden Sie hier in der ausführlichen Statistik.


"Wir haben den Höchststand seit 2007 erreicht", so Mathies. Die beiden wichtigsten Gründe sind dabei für alle Verkehrsteilnehmer zu geringer Abstand und zu hohe Geschwindigkeit. "Diese Entwicklung läuft aus dem Ruder. " Größte Sorge bereitet der Polizei nach wie vor das Thema Ablenkung am Steuer. "Die Komplexität des Straßenverkehrs erfordert die volle Aufmerksamkeit eines jeden Einzelnen. Insbesondere die zunehmende Nutzung von Smartphones im Straßenverkehr verursacht Gefahren und kann schwere bis tödliche Verletzungen nach sich ziehen. Dem werden wir mit verstärkten Kontrollen begegnen." Welche Maßnahmen der diesjährige Verkehrsgerichtstag in Goslar gefordert hat, steht in Ausgabe 4 des FERNFAHRER, der am 6. März erscheint.

Mehr Lkw-Unfälle


Ausgegliedert in dieser Statistik sind die reinen Unfälle, die von Lkw verursacht wurden. Sie stiegen um 127 (4,3 %) auf 3.055, wobei hier die statistische Klasse vom Transporter bis zum 40-Tonner gemeint ist, eine genaue Differenzierung liegt nicht vor. Allerdings haben sich die Autobahnen der A 1 und der A 3 im Bereich des Kölner Autobahnrings zu einem echten Unfallschwerpunkt entwickelt. Im Mai etwa schob ein Sattelzug ein Wohnmobil dort unter einen Tankzug. Ein Grund für die Häufung der Unfälle dort in der leicht abschüssigen Zufahrt auf das Leverkusener Kreuz ist die komplette Sperrung der Leverkusener Brücke, deren Neubau nach den letzten Meldungen immer noch nicht genehmigt ist. Dort scheint die Autobahnpolizei Köln, wie ihr Leiter, Hermann Schiffer, ausdrücklich betonte, mit ihrem Latein der Warnungen durch große Schilder und extra grelle Lampen am Ende zu sein. "Wir können eigentlich nur noch auf einen Vernunftzugewinn hoffen", so Mathies zum Abschluss, "jeder Fahrer, egal ob im Pkw oder im Lkw, hat unterwegs auch eine Verantwortung für alle anderen Verkehrsteilnehmer."

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