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Logistikgipfel Umweltpolitik

Branche hinkt bei Klimazielen hinterher

Jürgen Flasbarth, Bundesumweltamt, Logistikgipfel 2012 Foto: Küppers

Die Logistikbranche muss sich auf die sich verändernden Rahmenbedingungen in puncto Klimaschutz einstellen. Sonst geht es ihr eines Tages so wie der Energiewirtschaft, die von den politischen Veränderungen in ihrer Branche überrascht wurde. Auf dem Transport Logistikgipfel der Fachzeitung trans aktuell in Ludwigsburg appellierte Jochen Flasbarth, Präsident des Bundesumweltamts in Dessau, an die versammelten Führungskräfte der Logistikbranche, die politischen Ziele insbesondere beim Klimaschutz, ernst zu nehmen.

80 bis 95 Prozent der Treibhausgase sollen bis 2050 im Vergleich zum Basisjahr 1990 eingespart werden. Neben der Energiewirtschaft wird die Logistik einer der Wirtschaftsbereiche sein, der am stärksten zu diesen Einsparungen beitragen soll. "Allerdings werden die Einsparziele in der Logistik wesentlich schwerer zu erreichen sein, als in der Energiewirtschaft", sagte Flasbarth. Schon jetzt seien die zwischenzeitlich erreichten Einsparungen durch das Mengenwachstum im Güterverkehr wieder aufgefressen worden. "Momentan sieht es so aus als würde der Kohlendioxid-Ausstoß bis zum Jahr 2030 um 40 Prozent höher als 1990 liegen", erklärte Flasbarth.

Mehr Güter auf die Schiene

Der Kohlendioxidausstoß könne in Zukunft vor allem durch eine höhere Transportintensität verringert werden. Das bedeute auch, dass Verkehre verringert werden müssten. Dies könne jedoch nicht Aufgabe des einzelnen Logistikunternehmens sein, sondern müsse zum Beispiel durch Raumplanung sowie Bündelung und Verknüpfung von Verkehren geschehen. Dadurch könne mittelfristig die Transporteffizienz erhöht werden.

Flasbarth sieht die Aufgabe der Wirtschaft vielmehr darin, die von der Politik für die Zukunft geplante Ausweitung der Güterverkehrskapazitäten zu nutzen. Besonders der Schienengüterverkehr soll laut Flasbarth in den kommenden Jahren gestärkt werden. Die Kapazität müsse bis 2025 um 82 Prozent steigen, damit das von der Bundesregierung angestrebte Ziel, 26 Prozent des Güterverkehrs per Bahn zu transportieren, erreicht werde. Dazu werden laut Flasbarth Investitionen in Höhe von 11 Milliarden Euro benötigt. "Die Logistik muss diese zusätzlichen Kapazitäten dann aber auch in ihre Güterverkehrskonzepte einbauen", forderte der Präsident des Bundesumweltamtes.

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