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Truckstop

Flagge Autohof Rüdenhausen

Autohof Rüdenhausen Foto: André Sahorn 8 Bilder

Der Geschäftsführer des Autohofs Rüdenhausen an der A 3 war und ist Lkw-Fahrer – und fühlt sich auch eher wie ein Kollege.

27.08.2012 Volker Hammermeister

Kai Flagge kommt aus dem Ort. Der Vater betrieb dort eine Spedition mit inzwischen 26 Fahrzeugen. Der Sohn stieg im Alter von 21 in das Geschäft ein. Sieben Jahre lang saß er auf dem Bock. Dann übernahm er den Innendienst: „Ich sollte das Geschäft schließlich auch mal führen.“ 2009 ergab sich dann eine Chance, den ehemaligen Lumo-Autohof zu übernehmen.

Flagge bot bei der Versteigerung mit und bekam den Zuschlag: „Wir dachten, es ist eine gute Ergänzung zur Spedition.“ Und Pläne zur Verbesserung des Angebots gab und gibt es zur Genüge. Aber die harte Realität kennt kein Pardon und die laufenden Kosten sind ein strenger Lehrmeister. „Der Autohof benötigt 3.000 bis 3.500 Euro jeden Monat nur für Strom.“ Müll und Wasser addieren sich auf 27.500 Euro im Jahr. Und die neueste Erfindung der Bürokraten ist die Gebühr für Regenwasser, deren Höhe sich an der versiegelten Fläche orientiert.

Knapp bei Kasse

„26.000 Euro jährlich“, seufzt Flagge. Da ist klar, dass viele Pläne auf der Strecke bleiben, etwa die Sanierung der Sanitäreinrichtungen. „Alles ist zwar sauber aber noch im Bahamabeige der 70er Jahre. Wir müssen mit dem leben, was wir vorgefunden haben.“ Denn die Einnahmenseite sieht nicht gut aus. „Früher hat der Autohof vom Tanken gelebt. Heute brauchen die Lkw viel weniger und bunkern oft im eigenen Betrieb oder im Ausland.“

In Flagge schlägt ein Lkw-Fahrer-Herz: „Ich würde den Kollegen auch lieber ein Essen schenken, wenn ich mein Geld an anderer Stelle verdienen könnte.“ Aber so hat der Chef Parkplatzgebühren eingeführt: zehn Euro mit Verzehr. Flagge zeigt immerhin in der Küche schon heute, wie er den Autohof entwickeln möchte: „Es kommt nur Frisches auf den Tisch, selbst die Spätzle. So gut wie bei meiner Mutter“, kommentiert Flagge, „wäre zu viel des Lobes. Aber ‚wie bei Muttern‘, das schaffen wir schon.“

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