Truck Trial Tschechien

Frühe Vögel

Truck Trial Tschechien Foto: Robert Eberlein 41 Bilder

Wieder einmal eröffnen die Tschechen den Reigen der nationalen und internationalen Trial-Ereignisse. Mitte April in Milovice erwärmen sich Fans und Aktive die Off Road-Herzen an gewohnt spektakulären Aktionen. 

Wo kommen die nur alle her? Es ist immer wieder faszinierend, wie viele Teams dem Ruf von Veranstalterin Jana Fikertova folgen. Satte 43 Fahrzeuge in sechs Klassen rollten ins deutsch-tschechische Grenzgebiet, um vor vielen tausend Zuschauern eine erste nationale Positionsbestimmung vorzunehmen. Mit dabei die amtierenden S 2-Europameister Tomas Prazak und Ondreij Vodicka mit jetzt metaqllicrot lackiertem Unimog und ie Ex-Europameister Bohumir Cap/Radovan Svanda (S2 Avia) sowie Ex S1-Europachamp Vaclav Kabourek mit neuer Beifahrerin Vlasta Malikova (Unimog). 

„Der Kleine hat immer geweint, deshalb habe ich ihn verkauft!“ So erklärt Rostistalv „Rosti“ Drahokoupil  seinen Rück-Wechsel von Klasse S2 in die Königsklasse S5. „Der Kleine“, das war sein orangefarbener Avia, den er zuletzt im bekannt kreativen Stil durch die Sektionen prügelte. Diese Tortur muss jetzt wieder der betagte Tatra 813 8x8 ertragen. Aber der malträtierte Tschechen-Dampfer kennt das ja schon aus diversen Läufen, auch in der Trial-EM. Wer nun aber denkt, die international erfahrenen Teams hätten so eine Art „Europa-Bonus“, sieht sich getäuscht. Die Leistungsdichte bei den Tschech-Trailern ist enorm, die Risikobereitschaft auch. Wen wundert’s also, dass besonders die beiden Mehrfach-Wasserloch-Sektionen sich auch bei den Teams größter Beliebtheit erfreuen. Hohes „Absauf-Risiko“ gepaart mit starken Sympathiewerten bei den zahlreichen (wasserfesten) Fans - darin unterscheidet sich die Serien in unserem östlichen Nachbarland stark von anderen Trials. 

Doch am Ende zweier heftiger Wettkampftage setzt sich die Erfahrung durch. Kabourek holt sich mit seinen gefürchteten Stunts den S1-Sieg - und seine Beifahrerin ein ums andere Mal eine blasse Nasenspitze. Die Klasse S2 entscheiden die amtierenden Europameister für sich vor Sabor/Lhota und Cap/Svanda.  Die Addition der zwei Startergruppen der mit 15 Teams enorm stark besetzten Klasse S3 bringt mit Jansa/Balsan und Sevcik/Vasut zwei punktgleiche Sieger hervor. Rosti Drahokoupil feiert eine siegreiche Rückkehr in die Königsklasse und treibt seinen alten 813er auf Platz eins. Ärgerlich: Lauf zwei im ostböhmischen Mohelnice kollidiert mit dem Europa-Trial Saisonauftakt zu Pfingsten. Das stellt die in beiden Meisterschaften aktiven Starter vor unnötige Entscheidungen. Hier sollten die Veranstalter künftig unbedingt ihre Termine aufeinander abstimmen. 

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