Truck Rallye

Rallye Dakar 2012 - Nikolaevs Rausschmiss

Rallye Dakar 2012 Foto: Willy Weyens 6 Bilder

Mit dem Ausschluss des Russen Eduard Nikolaev verlor die Kamaz-Armada ihre Speerspitze. Ab er warum musste der Jungstar gehen? Grobe Unsportlichkeit war wohl der Grund - und ein de Rooy-Protest.

Franz Echter, zur Halbzeit Zehnter in der Lkw-Wertung, schilderte TSM die Gründe aus erster Hand:  „Nikolaev  ist auf einen anderen Teilnehmer aufgefahren, hat diesen dabei umgeworfen und sich selber das rechte Vorderrad kaputt gefahren. Dann hat er seinen Reifen gewechselt und den Teilnehmer wieder aufgestellt. Abends im Camp hat er dann die 20 Minuten Standzeit als ’erste Hilfe’ angegeben und die Zeit als Gutschrift zurück gefordert.

Dagegen hat dann de Rooy Protest eingelegt. Da blieb der Orga keine Wahl. Für Nikolaev tut es mir ein bisschen leid. Die Entscheidung, die Gutschrift zu fordern, kam sicher nicht von ihm sondern von seinem Team.“ Dass die Kamaz-Mannschaft mit allen Wassern gewaschen ist, ist hinlänglich bekannt. Und der Versuch ist schließlich nicht strafbar. Nachwuchshoffnung Nikolaev hat zudem von seinem Lehrmeister Vladimir Chagin neben schnellem Fahren offenbar auch das Spiel mit taktischen Winkelzügen erlernt. Erinnert sei an eine ähnliche Situation bei der Central Europe Rallye 2008, als Chagin einen Unfall mit einem Biker hatte und die Zeit ebenfalls zurück haben wollte.

Zur Halbzeit der Rallye Dakar liegt Gerard de Rooy in Führung. Allerdings ist dem Niederländer mit einem weiteren zweiten Platz auf Etappe 7 der Tscheche Ales Loprais arg nahe aufs Differenzial gerückt. Der Abstand zwischen den beiden markanten Haubentrucks in der Gesamtwertung beträgt nur 17:10 Minuten. Und auch die verbliebenen Kamaz-Trucks konnten mit den Tages-Plätzen drei (Kargionov), vier (Ardavichus) und sechs (Mardeev) den Abstand verkürzen. Ein echtes Ausrufezeichen setzte Ginaf-Pilot Wuf van Ginkel mit Platz vier der Tageswertung.

 In der Gesamtwertung belegt de Rooy-Teammate Hans Stacey Platz drei vor drei Kamaz. Franz Echter parkt am Ruhetag seinen MAN auf Platz zehn, Klaus Bäuerle auf 48. Obwohl bei Etappe fünf nicht gewertet, ist Thomas Wallenwein weiter in der Wertung. Mit einem 58ten Platz auf Abschnitt sieben wird er als Drittletzter auf Rang 66 geführt.

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