Truck Race am Slovakiaring

Vier Rennen, drei Sieger

Slovakiaring 2017 Race Foto: whitecrossmedia 50 Bilder

Beim vierten Rennen der Truck-Race EM 2017 betraten die Fahrer (und eine Fahrerin) Neuland. Der Slovakiaring wurde in diesem Jahr neu in den Kalender aufgenommen, bis auf zwei Ausnahmen hatten die Akteure keine Erfahrung mit dem eigenwilligen Kurs.

Ex-Europameister Norbert Kiss kennt die Strecke wohl ziemlich gut, da er auf dem Slovakiaring, der von seiner Heimatstadt Budapest aus schnell erreichbar ist, schon zahlreiche Veranstaltungen absolviert hat. Und das tschechische Buggyrateam war Anfang Mai nach der ersten Testrunde in Most noch einmal auf dem Motodrom im Nachbarland zum Testen unterwegs. Der Kurs ist mit einer Länge von 5.922 Metern bei weitem der längste im Jahreszyklus. In den vier Championshiprennen wurden daher nur jeweils acht Runden gefahren. Auch im Zeittraining stellt die Streckenlänge für die Piloten eine Herausforderung dar, denn in der vorgegebenen Zeit sind im Wechsel schnell/langsam/schnell maximal zwei schnelle Runde zu schaffen. 

Erste Pole für Kiss

Norbert Kiss nutzte am Samstag seinen Wissensvorsprung und markierte die erste Bestzeit. Etwas überraschend folgte auf Platz zwei Antonio Albacete, während Jochen Hahn und Adam Lacko die zweite Startreihe besetzten. Im ersten Rennen auf dem slowakischen Motodrom zeigte sich dann, dass die Pole Position hier nicht die entscheidende Bedeutung hat wie auf einigen anderen Rennstrecken. Denn die Start- und Zielgerade ist einerseits extrem lang und andererseits ziemlich breit, so dass sich das Feld schnell auffächert. Für die Spitze ist es daher nahezu unmöglich, die Fahrbahn "dicht" zu machen, was den Verfolgern viel Freiraum und damit viel Platz für Attacken lässt. Adam Lacko stieß jedenfalls beherzt in eine solche Lücke, drängte Albacete weit nach außen und eroberte sich so den zweiten Platz. Während Kiss souverän vorne weg fuhr, gab es im Mittelfeld noch einige Platzwechsel. Am Ende komplettierte Jochen Hahn als Drittplatzierter das Podium.

Doppelsieg für MAN

Im zweiten Rennen drehte Albacete den Spieß um und fand seinerseits eine freie Bahn, idealerweise ganz innen, durch die er beim Start bis nach ganz vorne schießen konnte. Verfolgt und attackiert wurde der Spanier zunächst vom blauen MAN mit der Startnummer 44, doch nach kurzer Zeit setzte sich Albacete etwas ab von Steffi Halm, die wiederum den zweiten Platz vor Adam Lacko bis ins Ziel verteidigte. Ein Doppelsieg für MAN also, was in diesem Jahr bis dato auch noch nicht vorgekommen ist.

Steffie Halm dominiert am Sonntag

Für Halm war es nach eigenem Bekenntnis vor großem Vorteil, dass die Fahrbahn auch am Sonntag trocken blieb, im Regen hat die schnelle Württembergerin noch Probleme. So konnte sich Halm ein weiteres Mal groß in Szene setzen, nachdem der schnelle Ungar Kiss seinen zweiten Gold-Auftritt absolviert hatte. Auch Kiss setzte sich im dritten Championshiprennen beim Start durch – Jochen Hahn hatte zwar nach längerer Durststrecke wieder einmal die Pole Position inne, doch die reichte diesmal nur für den dritten Platz hinter dem Ungarn und Albacete. Den Schlusspunkt setzte dann wieder Halm, die souverän vorne weg fuhr, während sich die Verfolger um die Plätze balgten. Am Ende hatte die Fahrerin im Team Reinert knapp drei Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Jochen Hahn herausgefahren, auch Kiss durfte als Dritter noch einmal mit aufs Podium.

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