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Trotz Corona-Krise

DB Cargo will Einzelwagenverkehr ausbauen

Lokrangierführerin Foto: DB AG/Oliver Lang

Die Güterbahn DB Cargo sieht im Einzelwagenverkehr eine Alternative zum Lkw und will ihn trotz Coronakrise massiv ausbauen.

Die Güterbahn DB Cargo, die in den roten Zahlen steckt und mit stark rückläufigen Mengen zu kämpfen hat, gibt in der Coronakrise ein Bekenntnis zu diesem aufwendigen Geschäft ab, das nur wenige Güterbahnen bedienen. „DB Cargo arbeitet an einem attraktiveren Angebots- und Netzkonzept, um im Einzelwagenverkehr zu wachsen“, teilt das Bundesverkehrsministerium (BMVI) in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag um die Abgeordneten Matthias Gastel, Sven-Christian Kindler und Stefan Gelbhaar mit.

DB Cargo: bis zu 25 Prozent weniger Aufkommen im März

DB Cargo sieht sich durch die Corona-Krise mit einem stark rückläufigen Aufkommen konfrontiert, im März von bis zu 25 Prozent, im April wegen der Feiertage noch mit stärkeren Einbrüchen, wie eine Sprecherin von DB Cargo gegenüber eurotransport.de sagt. „Im Einzelwagenverkehr und im Kombinierten Verkehr sieht es anders aus“, ergänzt sie. „Dort halten wir bis heute das Netzwerk stabil.“ Allerdings habe sich auch dort die Auslastung deutlich verringert.

Neue Branchen für den Einzelwagenverkehr

Der Einzelwagenverkehr scheint also besser durch die Krise zu kommen als andere Segmente. Um ihn zu stärken, sollen die Kunden neben klassischen Gleisanschlüssen neue und einfache Zugänge zur Schiene erhalten – sei es durch Railports, in Form von „Tiny Terminals“ in Rangierbahnhöfen oder von anderen innovativen Umschlaglösungen. Die Strategie im Einzelwagenverkehr sei auf Wachstum und eine weitere Verkehrsverlagerung ausgerichtet, heißt es. „Um eine ökologische Alternative zur Straße zu sein, soll der Einzelwagenverkehr massiv ausgebaut werden – etwa mit schnelleren Verbindungen oder neuen Branchen wie Konsumgütern“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung.

Neben einem kundenfreundlichen Angebots- und Netzkonzept setzt DB Cargo auf Investitionen in Digitalisierung, Automatisierung und Modernisierung. Um hier voran zu kommen, ist nach Auffassung des BMVI eine weitere Umsetzung des Masterplans Schienengüterverkehr erforderlich.

Förderung des Einzelwagenverkehrs durch den Bund

In dem Schreiben listet das Ministerium auch auf, mit welchen Maßnahmen es den Einzelwagenverkehr weiter fördern möchte. Es nennt zum einen die im Sommer 2018 beschlossene Halbierung der Trassenpreise, was mit 350 Millionen Euro jährlich zu Buche schlägt. Außerdem sei im Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung vereinbart, den Einzelwagenverkehr als Alternative zum Lkw durch Entlastung bei den Anlagenpreisen zu fördern. Im Entwurf des Ergänzungshaushalts der Bundesregierung zum Klimapaket seien 40 Millionen Euro jährlich für die Förderung des Einzelwagenverkehrs vorgesehen.

Auch das geplante Bundesprogramm „Zukunft Schienengüterverkehr“ zur Förderung von Innovationen werde den Einzelwagenverkehr stärken, heißt es. Dafür seien aktuell 20 Millionen Euro jährlich im Regierungsentwurf zum Haushalt 2020 und weitere zehn Millionen Euro im Ergänzungshaushalt veranschlagt.

Binderholz mit neuem Gleisanschluss

Erste Erfolge beim Reaktivieren von Gleisanschlüssen und damit einer entsprechenden Nachfrage nach Einzelwagenverkehren sehen die Verantwortlichen im BMVI und bei DB Cargo bereits. Ein erfolgreiches Beispiel dafür sei der reaktivierte Gleisanschluss eines Holzunternehmens in Burgbernheim in Mittelfranken. Das Unternehmen Binderholz will sein bis zu 20 Meter langes Brettsperrholz auf der Schiene über 2.000 Kilometer mit DB Cargo nach Schweden befördern. „Für mehr Güterverkehr auf der Schiene brauchen wir individuelle Lösungen für unsere Kunden. Ob ein neuer oder reaktivierter Gleisanschluss oder innovative Ideen für einen einfachen Umschlag in unseren Rangierbahnhöfen oder Containerterminals – wir sind bereit, um gemeinsam mit unseren Kunden auf der Schiene zu wachsen“, erklärte Dr. Sigrid Nikutta, DB-Vorstand für Güterverkehr, bei der Eröffnung der Anlage. Der Gleisanschluss für Binderholz sei das erste Erfolgsbeispiel dieser Art im laufenden Jahr.

Allerdings zeigen die Zahlen der bei DB Netz erfassten Anschlüsse für 2019 eine anhaltend rückläufige Entwicklung. 2.337 Gleisanschlüsse gab es bundesweit, das sind 14 weniger als 2018. Vor zehn Jahren noch waren 3.732 Gleisanschlüsse in Deutschland verfügbar.

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