Transporter auf der IAA 2018

Weltpremieren, autonome Stromer und alte Bekannte

Transporter auf der IAA 2018 Foto: Opel 11 Bilder

Im Transportersegment gibt es schon vor der IAA viele Premieren. Überraschungen warten dennoch zu Hauf in Hannover.

Den Sprung vom unbequemen Werkzeug namens Transporter zum Arbeitsgerät mit Pkw-Komfort und entsprechender Anmutung haben mittlerweile praktisch alle Hersteller geschafft. Nun stehen andere Themen im Vordergrund: Digitalisierung, Elektrifizierung und natürlich auch, die richtigen Allianzen zu knüpfen, um gemeinsam wettbewerbsfähige Fahrzeuge zu entwickeln.

Gerade vor diesem Hintergrund waren die letzten Monate für Freunde der Marke Opel etwas ungewiss. Nach der Übernahme seitens des französischen Konzerns PSA stehen die Vorzeichen aber eher besser als vorher. Opel hat im Konzern das Kompetenzzentrum für leichte Nutzfahrzeuge unter seinen Fittichen. Erstes Kind der neuen Allianz ist der Opel Combo, der als Combo Life und Combo Cargo auf dem Gemeinschaftsstand neben seinen Brüdern Peugeot Rifter und ­Citroën Berlingo in Hannover zu sehen sein wird (Halle 13/C64). Die Nutzfahrzeugversion Cargo feiert zudem auf der IAA ihre Premiere.

Neuer Ford Transit und ein Ausblick auf Nissan NV400?

In einem ähnlichen Segment wie Opel mit dem Combo bewegt sich Nissan mit dem Elektrotransporter e-NV200. Der ist zwar an sich kein neues Auto, bekommt aber ein nicht zu verachtendes Upgrade. Dank einer neuen Batterie mit einer Kapazität von 40 kWh steigt die Reichweite auf maximal 300 Kilometer. Dazu kommt ein Konzeptfahrzeug, das Nissan aber erst in Hannover enthüllen wird. Betrachtet man das Alter der Modellpalette, könnte sich dann unter dem Tuch unter Umständen ein Ausblick auf den Nachfolger des aktuellen NV400 verbergen. Der rollt nämlich bereits seit 2010 auf Renault-Basis durch die Lande (Halle 16/A22).

In diesem Segment bewegt sich auch die größte Neuheit, die Ford mit nach Hannover bringt. Der aktuelle Transit ist zwar noch gar nicht so alt; seit 2014 ist er auf dem Markt. Allerdings hat Ford schon bei den letzten Vorgängergenerationen die Länge der Modellzyklen recht knapp gehalten. Darum sehen die Kölner nun die Zeit gekommen, um zumindest eine umfangreiche Modernisierung anzustoßen. Der Transit bekommt unter anderem neue Motoren und Assistenzsysteme. Außerdem hat der Transit mit VW Crafter/MAN TGE und Mercedes Sprinter erst in der jüngsten Vergangenheit allein von den deutschen Herstellern aufgefrischte Konkurrenz bekommen, die vor allem aufseiten der Elektronik ordentliche Sprünge gemacht hat.

Ford mit Plug-in-Hybrid, Fiat mit Erdgas

Neben der im Wortsinne großen Neuheit zeigt Ford auf der IAA seinen Plug-in-Hybriden auf Basis des Transit Custom, ein Alleinstellungsmerkmal im Segment. Der Custom PHEV ist bereits seit einiger Zeit im Praxistest unterwegs, unter anderem in London. Pick-up-Freunde kommen mit dem eben erst auf der Gamescom präsentierten, brachial gestylten Ranger Raptor auf ihre Kosten (Halle 13/C74).

Transporter auf der IAA 2018 Foto: Markus Bauer
Ford zeigt in Hannover neben dem neuen Transit auch eine verschärfte Version des Pick-ups Ranger, den Ranger Raptor.

Im Gegensatz zum Transit eigentlich überfällig ist der Fiat Ducato, der schon mehr als ein Jahrzehnt auf dem Buckel hat. Allerdings ist er dank Facelift 2014 und neuer Motoren 2016 noch frisch genug. Vielleicht steht ja auf der IAA 2020 ein neuer Ducato, wieder mit PSA-Genen, aber dann von Opel entwickelt. Fiat konzentriert sich auf der IAA 2018 neben seiner tatsächlich sehr breiten Nutzfahrzeugpalette von Fiorino über Doblò, Fullback und Talento bis zum Ducato auf seine Kernkompetenz Erdgas. Mittlerweile ist diese Antriebsart bei den leichten Nutzfahrzeugen nämlich fast ausschließlich bei den Turinern zu finden, vor allem in so einer breiten Modellpalette. Denn auch der Opel Combo, der ja bisher auf Fiat-Doblò-Basis gerollt ist, verzichtet als Gewächs aus dem PSA-Konzern nun auf Gas. Dazu zeigt die Konzernmarke RAM, bekannt für ihre wuchtigen US-Pick-ups, drei Fahrzeuge für Nahost und Afrika (Halle 16/A23).

Transporter auf der IAA 2018 Foto: Markus Bauer
Streetscooter zeigt erstmals sein großes Modell auf der Messe.

Streetscooter Work XL erstmals auf IAA

Noch eine Spur alternativer als die Gasmotorenanbieter agiert Streetscooter – und das schon von Anfang an. Oft belächelt und für den rustikalen Ansatz gescholten, hat sich das ehemalige Forschungsprojekt unter der Ägide der Deutschen Post aus den Kinderschuhen befreit. Nach wie vor sind die Modelle Work und Work L zwar vor allem Werkzeuge, doch sind sie mittlerweile in vielen Vari­anten erhältlich, beispielsweise als Kipper, Kühler oder mit Handwerkerausbau, also nicht mehr nur als blanker Kastenwagen. So hat Streetscooter eines der Ausstellungsfahrzeuge mit einem Bott-Handwerkerumbau mit Unterflurmodul versehen, das unter der erhöhten Ladefläche noch Stauraum in Schubladen bietet. Als Highlight feiert der Streetscooter Work XL seine Premiere (s. Seite 33). Der Größte im Bunde basiert auf dem Ford Transit, bietet 1.200 Kilogramm Nutzlast, 20 Kubikmeter Laderaum und fährt wie alle Streetscooter vollelektrisch (Halle 13/C73).

Autonome Studie Mercedes-Benz Vision Urbanetic
Daimler blickt ins Jahr 2030

Ganz dem Elektromotor haben sich auch die Platzhirsche in der Sprinter-­Klasse, Mercedes-Benz (Halle 14–15/C02), VW Nutz­fahrzeuge (Halle 12/B04) und MAN (Halle 12/B14), verschrieben. Sie stellen neben ihrer sonstigen Modellpalette jeweils ihre Varianten der Kategorie – Mercedes Sprinter und die Brüder VW Crafter und MAN TGE – mit batterieelektrischem Antrieb aus. Allen gemein­sam ist auch die angestrebte Entwicklung vom reinen Fahrzeughersteller zum Gesamt­anbieter für intelligente Transportlösungen. Dabei stehen sowohl die RIO-Plattform von VW als auch die digitalen Dienste um Mercedes Pro im Fokus.

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