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Transgourmet testet fünf CNG-Lkw von Iveco

Umweltfreundlich unterwegs in Ulm

Transgourmet, CNG-Lkw, CNG, Iveco Foto: Transgourmet/picslocation 12 Bilder

Der Lebensmittelgroßhändler Transgourmet setzt in Ulm fünf Erdgas-Fahrzeuge von Iveco ein.

06.07.2018 Franziska Nieß

Fünf Lkw auf dem Ulmer Münsterplatz sieht man nicht alle Tage. Mancher Tourist glaubt an eine Verkostungsaktion, denn die Lkw sind Fahrzeuge des Lebensmittelgroßhändlers Transgourmet, der deutschlandweit Großverbraucher in der Gastronomie und der Gemeinschaftsverpflegung beliefert. Doch Schnittchen gibt es keine, vielmehr handelt es sich um den Startschuss der Testphase mit fünf CNG-Lkw von Iveco, die Transgourmet in Ulm einsetzt. "Unser Ziel ist es, das nachhaltigste Unternehmen im Lebensmittelgroßhandel zu sein", erklärt Transgourmet-Geschäftsführer Thomas Wallrabenstein.

Diesem Ziel kommt die Firma mit Hauptsitz im hessischen Riedstadt Schritt für Schritt näher. Neben den fünf Erdgas-Fahrzeugen von Iveco mit Kühlkoffern von Kiesling und Kühlmaschinen von Carrier Transicold testet Transgourmet im Foodservice auch fünf Gas-Lkw des Herstellers Scania. Mit alternativen Antrieben hat die Tochter des Schweizer Handelsunternehmens Coop schon gute Erfahrungen gemacht: In Berlin ist ein E-Force unterwegs, der laut Wallrabenstein bei den Transgourmet-Fahrern super ankommt. Auch im täglichen Einsatz bewähre sich der elektrische 18-Tonner: "Er läuft genau wie unsere herkömmlichen Fahrzeuge."

Auch Streetscooter im Einsatz

Für die Transgourmet-Tochter EGV fährt seit Februar zudem ein Streetscooter mit Kühlaufbau, Transgourmet selbst setzt noch in diesem Jahr ebenfalls vier Elektrotransporter des Aachener Unternehmens ein, die über ein rein elektrisch angetriebenes Kälteaggregat verfügen. "Wir wollen bei alternativen Antrieben vorne dabei sein", erklärt Wallrabenstein. Als Unternehmen mit einem rund 1.000 Fahrzeuge umfassenden Fuhrpark trage man Verantwortung und müsse modern und innovativ denken – vor allem, weil die Fahrzeuge im Stadtverkehr unterwegs sind.

Kamera-Monitor-Systeme zur Vermeidung von Abbiegeunfällen gehören daher seit 2016 zur Grundausstattung, auch in den neuen Erdgas-Lkw sind sie verbaut. "Wir haben uns vor etwa zwei Jahren überlegt, wie wir unsere Fahrzeuge leichter, niedriger und sicherer machen können", sagt Wallrabenstein. Auch die bei den Fahrer zuerst kritisch aufgenommene Entscheidung, alle Lkw auf 82 km/h zu drosseln, sei ein Ergebnis dieser Überlegungen. "Wir fahren maximal 82 km/h – der Umwelt zuliebe", prangt daher als Slogan auf dem Heck der Transgourmet-Fahrzeuge.

Doch der Klimaschutz endet nicht beim Fuhrpark. Strom bezieht Transgourmet demnach aus erneuerbaren Energien und je nach Standort aus eigenen Photovoltaik-Anlagen und Blockheizkraftwerken. Bei Neu- und Umbauten setze der Lebensmittelgroßhändler ressourcenschonende Baumaterialien sowie ein System zur Wärmerückgewinnung ein und sorge für eine hochgradige Gebäudeisolierung.

Transgourmet ist für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2019 nominiert

Zum Nachhaltigkeitskonzept des Unternehmens zählen laut Wallrabenstein aber auch verantwortungsvolle Produkte und deren Beschaffung. "Außerdem wollen wir ein guter Arbeitgeber sein." Das Engagement scheint sich auszuzahlen, denn kürzlich wurde Transgourmet für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2019 nominiert. "Die Nominierung allein bedeutet für uns schon einen Riesenerfolg", erklärt Wallrabenstein.

Auch Iveco räumt dem Thema Nachhaltigkeit eine hohe Priorität ein. "Auf der IAA Nutzfahrzeuge präsentieren wir auf unserem Stand ausschließlich Gas- und Elektro-Fahrzeuge, keinen Diesel", erklärt Christian Sulser, Leiter Geschäftsbereich schwere Nutzfahrzeuge Deutschland. Denn neben niedrigeren Emissionswerten weisen Fahrzeue mit alternativen Antrieben noch einen weiteren Vorteil auf: Sie sind deutlich leiser. Die Iveco Stralis NP mit Cursor 8-Motor und 330 PS, die ab sofort für Transgourmet fahren, sind laut Iveco-Pressesprecher Manfred Kuchlmayr nur halb so laut wie herkömmliche Diesel-Lkw, versursachen ein um vier Dezibel geringeres Geräusch. Das zeigt sich auch auf dem Münsterplatz: Als die fünf CNG-Lkw losfahren, schaut kaum einer auf.

Das Unternehmen

  • Transgourmet beliefert deutschlandweit Großverbraucher in Gastronomie und der Gemeinschaftsverpflegung. Fachberatung und Konzepte für effizientere Abläufe gehören ebenfalls zum Portfolio
  • Hauptsitz in Riedstadt (Hessen), insgesamt 14 Betriebsstandorte, drei Frischezentren
  • Mehr als 3.800 Mitarbeiter, davon rund 1.100 Fahrer
  • Etwa 41.000 Kunden
  • Gehört zur Coop-Gruppe, bis 2014 firmierte Transgourmet unter dem Namen Rewe-Foodservice
  • Eigene Truck-Akademie mit acht Ausbildern
  • 1,3 Milliarden Euro Umsatz (2016)
  • Rund 1.000 eigene Fahrzeuge
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Jan Bergrath, Experte für Fahrerthemen Jan Bergrath Journalist
Carsten Nallinger Carsten Nallinger Lkw-Navigation
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