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Suche nach dem Diamanten

Alternative Antriebe im Fokus

Fahrzeugübergabe eTransport an Hellmann Worldwide Logistics Foto: Henrik Schütte

Beim Wiehler Forum 2019 von BPW ging es um den aktuellen Stand der Technik, Wirtschaftlichkeit und Einsatzmöglichkeiten alternativer Antriebe.

Allein die Suche nach Fördermitteln für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben gestalte sich wie eine „Suche nach Diamanten“, berichtete Axel Plaß, geschäftsführender Hauptgesellschafter des Hamburger Speditionsunternehmens Konrad Zippel, beim 13. Wiehler Forum unter dem Motto „Come to be a motionist“. Diese Veranstaltung richtet das Unternehmen BPW Bergische Achsen mittlerweile seit 25 Jahren an seinem Hauptsitz in Wiehl regelmäßig aus. Hier stellte Plaß, der auch Präsident des Bundesverbandes Spedition und Logistik (DSLV) ist, stellte rund 80 Teilnehmern aus der Transport- und Logistikbranche den „Zippel-Weg“ vor. In Sachen alternative Antriebe setzt das Unternehmen auf CNG-Lkw, auf Ökostrom im Schienenverkehr und macht gute Erfahrungen mit einer Hybrid-Rangierlok.

Foto: Andrea Ertl
Experten auf dem Podium des Wiehler Forum 2019 von BPW unter den Titel „Come to be a motionist“ (v.l.): Axel Plaß, Konrad Zippel Spediteur; Dr. Kai Kreisköther, Vizepräsident PEM Motion; Dr. Bert Schröer, AWB Köln; Markus Schell, BPW Bergische Achsen.

Die ersten CNG-Lkw schaffte Zippel nach Auskunft von Plaß an, als es noch gar keine staatlichen Fördergelder dafür gab. Die nächste Generation der umweltschonenden Lkw bezuschusste ein Fördertopf aus dem Wirtschaftsministerium – inzwischen gibt es Zuschüsse für alternative Kraftstoffe aus einem Topf beim Bundesverkehrsministerium (BMVI). Weitere Unsicherheiten bezüglich der neuen Technologien stellt für Plaß auch der unbekannte Rückkaufwert von CNG-Lkw dar. Auch nicht vorhandene Leasing-Angebote und die zeitlich begrenzte Mautbefreiung seien laut Plaß weitere Hindernisse, die Transport- und Logistikunternehmen die Entscheidung schwer machen. Dazu kommt: „Die Bereitschaft unserer Kunden für umweltschonende Transporte mehr Geld auszugeben, ist nicht vorhanden.“

Doch auch die richtige Wahl der für den eigenen Fuhrpark passenden Antriebstechnologie ist für jeden Transport- und Logistikdienstleister eine Herausforderung. Das stellte Dr. Kai Kreisköther, Vizepräsident des Unternehmens PEM Motion aus Aachen, in der folgenden Podiumsdiskussion zum Thema Emissionsziele und neue Antriebskonzepte fest. „An Messeständen zeigen die Fahrzeughersteller die neuesten technischen Lösungen – doch im persönlichen Verkaufsgespräch raten sie dann weiterhin zum Kauf von Dieselfahrzeugen.“

Und auch der Geschäftsführer der Spedition Ansorge aus Biessenhofen, Wolfgang Thoma, weiß, dass sich jeder Unternehmer das Wissen zu umweltschonenden Fahrzeugtechniken selbst aneignen müsse. Er kritisierte in seinem Beitrag aus dem Plenum: „Die großen OEMs müssten uns damit füttern!“ Dass der Nutzer den Herstellern beibringen müsse, welches Fahrzeug er für seinen Fuhrpark benötige, „das geht gar nicht“.

Einen ganz individuellen Mix verschiedener Antriebstechniken weisen die sehr unterschiedlichen Fahrzeuge der AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln auf, die der Leiter des Fuhrparkmanagements, Dr. Bert Schröer, vorstellte. Mit rund 650 verschiedenen Fahrzeugen, von der kleinen Kehrmaschine bis zu rund 120 Abfallsammelfahrzeugen, ist das Entsorgungsunternehmen in der etwa eine Million Einwohner zählenden Stadt unterwegs. Obwohl es sich bei den Entsorgungsunternehmen um eine konservative Branche handle, sei auch hier ein Umdenken nötig: „In spätestens fünf Jahren brauchen wir elektrische Antriebe für alle unsere Fahrzeuge“, prognostizierte er und nannte als künftigen Partner dafür BPW.

Dass sich für einen sinnvollen Einsatz für den Einsatz von vollelektrischen Antrieben auch das Verhalten der einzelnen Betriebe ändern muss, ist für Markus Schell klar. Als persönlich haftender Gesellschafter bei BPW ist er für den Bereich Elektromobilität verantwortlich. BPW habe sich mit der vollelektrischen Antriebsachse für 7,5-Tonner namens eTransport nun zuerst auf den innerstädtischen Verkehr fokussiert. Rund 30.000 Lkw seien in diesem Bereich unterwegs. Dem gegenüber stünden rund 260.000 auf Langstrecken, „und auf diesen Markt stürzen sich die Hersteller.“ Aktuell sei BPW auf der Suche nach einem leeren geeigneten Chassis, wie Schell im Anschluss an das Wiehler Forum berichtet. „Damit sehen wir unsere Zukunft auch als Umrüster von Nutzfahrzeugen.“

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