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Strommix macht's beim Wasserstoff

Klimaschutz ist nicht garantiert

Wasserstoff Verbrenner Verbrennungsmotor H2 2020 Foto: Keyou

IAAS-Studie zeigt: Wasserstoff muss aus erneuerbaren Energien produziert werden, damit er als Lkw-Treibstoff umweltfreundlich ist.

Mit Wasserstoff angetriebene Lkw sind nicht automatisch klimafreundlich. Beim derzeitigen Strommix können sie sogar schädlich sein. Das ergab eine Studie des Potsdamer Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS). Die Bundesregierung müsste deshalb drastisch verstärkt auf grünen Wasserstoff aus erneuerbaren Stromquellen setzen, um negative Effekte durch Brennstoffzellen-Fahrzeuge zu verhindern. Derzeit sind über 90 Prozent des in Deutschland verbrauchten Wasserstoffs „grau“, werden also mit fossilem Gas oder Kohle hergestellt.

Treibhausgase könnten um 7 Prozent sinken

Das IASS-Team hat mehrere Szenarien für den Umstieg auf Wasserstoff bei Nutzfahrzeugen untersucht. Dabei sind die Wissenschaftler zu dem Ergebnis gekommen, dass durch die Umstellung von Lkw und Bussen auf grünen Wasserstoff eine erhebliche Emissionsminderung erreicht werden könnte. Die Ergebnisse zeigten ein Potenzial von minus 57 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten jährlich, sagte Hauptautorin Lindsey Weger. „Das entspricht unter derzeitigen Bedingungen einer Senkung der deutschen Treibhausgasemissionen um sieben Prozent.“ Wasserstoff habe also – immer vorausgesetzt, die Energie wird ausschließlich mit Hilfe von Sonne oder Wind produziert - ein sehr bedeutendes Potenzial zur Reduzierung sowohl der CO2- als auch der Luftschadstoff-Emissionen, betonen die Wissenschaftler. Angesichts der benötigten Mengen würde es aber mehrere Jahre dauern, bis er hochgefahren werden könnte. „Und das kann nur gelingen, wenn jetzt konzertierte Anstrengungen unternommen werden“, mahnen sie.

Brennstoffzelle statt Batterie - Vorteile für Lkw

„Wasserstoff-Brennstoffzellen-Fahrzeuge bieten im Vergleich zu batterieelektrischen Fahrzeugen Wettbewerbsvorteile hinsichtlich schwerer Lasten, längerer Reichweiten und kürzerer Betankungszeiten - was sie für das Segment der schweren Nutzfahrzeuge besonders attraktiv macht“, erläutert Weger. Die größte Emissionreduzierung wird durch die umweltfreundliche Wasserstoffproduktion auf der Basis der regenerativ betriebenen Wasserelektrolyse erreicht, während der größte Emissionsanstieg durch die Elektrolyse mit dem fossilen brennstoffintensiven Strommix entsteht, halten die Experten fest.

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Harry Binhammer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Harry Binhammer Fachanwalt für Arbeitsrecht
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