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Investition in Luftfracht-Röntgenanlage

Logistik für Feuerwerk

Foto: Ilona Jüngst

Erfolgreich in der Nische: Stocké Spedition & Transport aus Kelsterbach ist auf Luftfracht und explosive Stoffe spezialisiert.

Ein guter Standort ist alles. Die Mitarbeiter der Stocké Spedition & Transport verfügen zwar noch nicht über einen fertig eingerichteten Konferenzraum und müssen die nächste Zeit zumindest teilweise mit Renovierungsarbeiten leben, aber der neue Firmensitz in Kelsterbach hat genügend Platz: 600 Quadratmeter Büroflächen stehen zur Verfügung. Die will Firmenchef Manuel Stocké nicht allein nutzen. „Wir können damit Flächen an Kunden und Partner untervermieten. Sechs Unternehmen nutzen das Angebot bereits, beispielsweise Frachtführer und Spediteure, mit denen wir zusammenarbeiten“, sagt Stocké. Darunter ist auch ein Unternehmen, das für die Stocké Spedition & Transport und deren Kunden wichtige Aufgaben im Bereich der Sicherheit übernimmt. Es kümmert sich bei Frachtführern um die notwendigen Schulungen und Nachweise für den zugelassenen Transporteur, schult Mitarbeiter im Umgang mit ADR-Gut und macht die Luftfrachtsicherheitspläne. „Das kommt unserem Bestreben nach, so ­viele Dienstleistungen wie möglich ­inhouse zu machen“, so Stocké. Denn die Spezialität von Stocké Spedition & Transport und deren Kunden sind Luftfrachttransporte.

Foto: Ilona Jüngst
Geschulte Mitarbeiter bedienen die Röntgenanlage.

Geschulte Mitarbeiter bedienen die Röntgenanlage

Das Unternehmen, 1974 von Stockés Vater gegründet, hat heute rund 50 Mitarbeiter und 20 Fahrzeuge, vom Sprinter bis zum 40-Tonner. 25 Fahrer bewegen die Fahrzeuge, vier bis fünf feste Unternehmen übernehmen darüber hinaus einen weiteren Teil der Verkehre. „Wir fahren dabei mit deutschen Transporteuren. Da läuft alles richtig, und wir haben alles im Blick“, betont Stocké. Denn die sichere Lieferkette, das ultimative Ziel in der Luftfracht, ist laut dem Firmenchef durch die Datenschutzgrundverordnung erschwert worden. „Rechtlich darf ich nur noch die Personalausweise der Fahrer prüfen, nicht aber die Zuverlässigkeit des Fahrers selbst oder die Zugehörigkeit des Fahrers zu dem genannten Unternehmen, was für eine sichere Lieferkette eigentlich wichtig wäre“, bedauert Stocké.

Seine eigenen Transportkapa­zitäten hat Stocké in den vergangenen Jahren durch einige Übernahmen ausgebaut, kleinere, befreundete Firmen, deren Chefs keine Nachfolge gefunden hatten – darunter 2016 die BG Trans aus Maintal (Kurier-Express), das Unternehmen Dieter Lemp aus Friedberg (Stückgut national) und 2018 das Unternehmen Franz Kohl, das Luftfrachtimporte auf die Straße bringt. Zusammen mit einem weiteren Partnerunternehmen hatte Stocké 2018 auch das Lager in Kelsterbach übernommen und für das eigene Unternehmen in eine 200.000 Euro teure Röntgenanlage für Luftfracht investiert. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit klappte jedoch nicht, das Partnerunternehmen zog im August vergangenen Jahres aus. Für Stocké eine glückliche Fügung, denn neben den Import- waren jetzt auch mehr Exportsendungen zu bearbeiten. „Der Import ist Ende 2018, Anfang 2019 um fast 70 Prozent eingebrochen“, sagt Stocké. Inzwischen bearbeitet das Unternehmen 800 bis 1.000 Tonnen Exportsendungen monatlich und macht als reglementierter Beauftragter durch seine Röntgenanlage unsichere Sendungen für die Luftfracht sicher.

Großes Geld verdiene man aber allein durch die Röntgen­anlage nicht, sagt der Firmenchef. Vorn rein, hinten raus: So einfach sei es nicht. „Das Problem sind die vielen Schwarzalarme“, sagt er. Wenn das Material zu dicht gepackt sei, drängen die Röntgen­strahlen nicht überall durch. „In diesem Fall müssen wir die Sendung abpacken oder das Packstück aufmachen und eventuell mit einem Sniffer einen Sprengstoffabstrich machen.“ Das kostet Zeit und Personalkapazität. Wenn die Mitarbeiter wegen eines Schwarzalarms drei Tonnen Quarzsand abpacken und nach dem Röntgen wieder als Paletten zusammensetzen müssen, vergeht viel Zeit. Aber die Akribie ist wichtig. Laut dem Unternehmer sind Mitarbeiter des Luftfahrt-Bundesamts seit einigen Monaten viel stärker am Flughafen unterwegs, vor allem im Charterbereich, um die Luftsicherheitskontroll­kräfte, die die Röntgenanlagen bedienen, zu kontrollieren. Für ihn eine positive Sache, „denn dann wird es endlich zu den notwendigen Preisanpassungen kommen“. Denn für einen erhöhten Sicherheitsaufwand sollen Kunden auch zahlen.

Feuerwerk Foto: Thomas Küppers
Logistik für Feuerwerk.

Erfolgreich in der Nische

  • In einer Nische ist das Unternehmen Stocké besonders erfolgreich: in der Logistik für Feuerwerk. In seinem Lager in Dietzenbach übernimmt der Logistiker für den Marktführer Weco die Lagerlogistik. Auf den 4.250 Quadratmetern lagern neben Pyrotechnik aber auch Airbags für einen Hersteller aus Aschaffenburg.
  • 2019 sollen weitere 5.000 Quadratmeter Lagerfläche in Darmstadt dazukommen, die 2020 auf 10.000 Quadratmeter aufgestockt werden sollen.
  • „Der Bereich Explosiv ist ein Wachstumsfeld“, sagt Stocké. Wenn andere von einer Peak-Saison reden, kann Stocké den Hochlauf auf wenige Tage eingrenzen. „Am 27. und 28. Dezember verladen wir für den Postleitzahlenbereich 6 und angrenzende Gebiete pro Tag zwischen 20 und 40 Lkw“, sagt Stocké. Dafür sind die eigenen Fahrzeuge und die der Partnerunternehmen bereits ab Juni geblockt. Die Partner schulen dafür ihre Fahrer im Umgang mit Gefahrgut.
  • „Nach dem Jahreswechsel holen wir die unverkaufte Ware aus den Läden zurück. In unserem Lager wird sie, wenn nötig, neu verpackt und wieder verkaufsfähig gemacht. Ab April starten dann die Rundtransporte zwischen den Lagerstandorten des Herstellers, die wir auch durchführen.“
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
trans aktuell Titel 09 2019
trans aktuell 09 / 2019
18. April 2019
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