Sternezertifizierung der gbk

Neue Richtlinien

Foto: Thorsten Wagner

Seit 1975 vergibt die "Gütegemeinschaft Buskomfort" (gbk) das RAL-Gütezeichen für Reisebusse in den Kategorien ein bis fünf Sterne (fünf Sterne erst seit 1996), analog der Hotelsterne. Auf der letzten Mitgliederversammlung wurde nun die dahinterliegende Systematik geändert und den aktuellen Bedingungen und Trends angepasst. Nebenbei erneuert der Verband seine Forderung nach einer Besteuerung des Flugbenzins.

Die differenzierten Wünsche anspruchsvoller Bustouristen spiegeln sich in hochwertigen Fahrzeugen, die von den Herstellern mit individuellen Sonderausstattungen aufgewertet werden. Die Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk) reagiert auf diesen Trend mit einer weiterentwickelten Sterne-Klassifizierung, die auch die Verleihung des Prädikats "SUPERIOR" ermöglicht. Dieser SUPERIOR-Status rollt unter anderem mit Ambientebeleuchtung mit Farbwechsel, Beinauflagen oder Espressomaschine daher.

Erstmals gehörte mit Josef Weiermair aus dem österreichischem Kirchdorf/Krems zu den rund 60 anwesenden Mitgliedern, was die gbk als Zeichen für eine langsame Internationalisierung ihrer Tätigkeit bewertet. Der gbk-Geschäftsführer Martin Becker erläuterte die aktuelle Statistik seines Verbandes: Derzeit lassen 441 Mitglieder 950 Reisebusse klassifizieren, aktuell geht man insgesamt von rund 1.000 Busreiseunternehmen in Deutschland aus. Rund zwei Drittel der klassifizierten Fahrzeuge erfüllen den Vier-Sterne-Standard. Der Fünf-Sterne-Bus gewinne weiterhin an Bedeutung und liegt jetzt bei knapp 32 Prozent. Hierauf soll auch die neue Online-Mehrwertplattform bus1.de für Busunternehmer einzahlen, die bereits über mehr als 4.500 relevante Einträge verfügt und interaktiv nutzbar sein soll.

Nach kurzer Diskussion stimmten die gbk-Mitglieder auf ihrer Jahreshauptversammlung in Stuttgart im Rahmen der CMT einstimmig für eine modernisierte Klassifizierung von Reisebussen, die auf einem erweiterten Punktesystem basiert. "Damit können sich anspruchsvolle Verbraucher auch in einem Markt mit differenzierten Ansprüchen an die Qualität eines Reisebusses an den Sternen orientieren", betont Hermann Meyering, gbk Vorsitzender. „Neben geringfügig reduzierten Grundanforderungen, die für alle Fahrzeuge verbindlich sind, setzen sich die Kriterien für das RAL Gütezeichen Buskomfort auch aus einem Katalog mit frei wählbaren Optionen zusammen", erklärt der gbk-Vorsitzende. "Und Busse, deren Qualität über dem Standard für drei, vier oder fünf Sterne liegt, können mit dem Zusatzprädikat "SUPERIOR" ausgezeichnet werden." Mit diesem flexiblen System der Klassifizierung, das Meyering als "Quantensprung in der Geschichte der gbk" bezeichnet, öffnen sich die gbk-Sterne der Individualisierung in der Branche und bilden auch den hohen Komfort von Bussen mit Sonderausstattung ab. "Die Standardisierung von Qualität wird damit nicht infrage gestellt. Denn für die Verbraucher ist weiterhin transparent, welchen Komfort sie in einem Reisebus mit vier oder fünf Sternen auf jeden Fall erwarten können", betont Meyering. „Die messbaren Kriterien für die Beinfreiheit stehen für die gbk auch weiterhin im Zentrum des Komforts von Reisebussen."

Einzelne Punkte für Panoramadach, Espressomaschine und Co.

Roland Scharl, Leiter der Daimler Reisebus-Entwicklung, erläuterte auf der gbk-Mitgliederversammlung die Details der weiterentwickelten Güte- und Prüfbestimmungen, für die eine Übergangsregelung bis zum 31. Dezember 2019 gilt. "Sie setzen sich aus Grundanforderungen und einem Optionskatalog zusammen", erklärte Scharl, der als Vorstandsmitglied wiedergewählt wurde. "Von den Grundanforderungen werden rund 85 Prozent der aktuellen Prüfkriterien abgedeckt." Die Ausstattungen aus dem Optionskatalog werden mit Punkten bewertet, die in die Gütestufen einfließen. Zu diesen Ausstattungen gehören neben der seltenen 2 plus 1- und 1 plus 1-Bestuhlung beispielsweise Beinauflagen, eine stufenlos einstellbare Lordosenunterstützung oder luxuriöse Ledersitze. Auch für ein Panoramadach oder einen Bistrobereich mit mindestens zwei Vis-á-vis-Tischen und Küchen mit Sonderausstattungen wie Bierzapfanlage, Espressomaschine oder Heißluftofen gibt es separate Punkte.

Mehr Steckdosen im Fünf-Sterne-Bus

Um etwa den Fünf-Sterne-Standard zu erreichen, muss ein Fahrzeug mindestens vier von insgesamt 30 Zusatzausstattungen aus dem Optionskatalog aufweisen. Erfüllt ein Reisebus mindestens zwölf dieser Optionen, bekommt er zusätzlich das Prädikat "SUPERIOR" verliehen.

Gleichzeitig wurden einige Regelungen geändert, die sich zunehmend als Ärgernis für den Kunden erwiesen haben. Die Vierer-Rückbank ist so zum Beispiel nur noch für Vier-Sterne-SUPERIOR und die beiden Fünf-Sterne-Kategorien verpflichtend vorgeschrieben. Ein von der Neigung der Rückenlehne unabhängiger Fahrgasttisch wird ausschließlich für die Kategorie Fünf-Sterne-SUPERIOR gefordert. "Aufgrund moderner Materialien kann die Stärke der Rückenlehne im Fünf-Sterne-Bus ohne Abstriche beim Sitzkomfort um einen Zentimeter reduziert werden", stellt Scharl fest. So können teilweise aufgrund eines geänderten Sitzteilers mehr Sitze im Bus untergebracht werden. Dafür muss in diesen Bussen künftig für jeden Doppelsitz mindestens eine Steckdose bereitgestellt werden, ein Trend den vor allem die Fernbuslinien seit 2013 von einer Seltenheit zur Normalität gemacht haben.

Verband schießt gegen Bahn und Flugbranche

Das "gegenwärtige Chaos im Bahn- und Flugverkehr" bezeichnete Hermann Meyering auf der gbk-Mitgliederversammlung als "kostenlose Werbekampagne für den Reisebus". Mit der Aufgabe, flächendeckende Mobilität zu garantieren, sei die Bahn ganz offensichtlich überfordert, beobachtet der gbk-Vorsitzende. Denn Pannen und Verspätungen prägen den Alltag frustrierter Bahnkunden. Umleitungen und Vollsperrungen werden die Einhaltung der Fahrpläne zusätzlich erschweren, wenn die Bahn 2019 damit beginnt, wichtige Trassen zu sanieren.

Auch die Verspätungen im Luftverkehr werden sich künftig um ein Vielfaches häufen, stellte Meyering mit Blick auf die Prognosen von Experten fest. "Vor diesem Hintergrund ist nicht mehr zu begründen, warum die Flugbranche immer noch steuerlich subventioniert wird, während die Bustouristik mit dem vollen Satz der Mineralöl- und Ökosteuer belastet wird."

Seine Forderung nach dem Abbau von steuerlichen Diskriminierungen der Bustouristik im Wettbewerb mit der Flugbranche durch die Einführung einer Kerosinsteuer begründete Meyering auch mit der dramatischen Zuspitzung von Overtourism und Klimaerwärmung. "Durch die Einführung einer Kerosinsteuer in Höhe von 65,4 Cent pro Liter könnten nach den Berechnungen des Umweltbundesamtes im Jahr 2020 rund 20 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen vermieden werden."

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