Starterbatterien

Absorbent Glass Mat verhindert Tiefenentladung

Automechanika 2018 Foto: Andreas Beyer 5 Bilder

Mit immer mehr Nebenverbrauchern in Lkw und Bussen wächst die Gefahr der Batterietiefenentladung. Auf der Automechanika 2018 präsentierten Fiamm, Johnson Controls und Exideneue Lösungen, um Startschwierigkeiten zu verhindern.

Der Komfort in Lkw-Kabinen nimmt stetig zu – ganz besonders im Fernverkehr. Standklimaanlagen, Kühlschränke, Mikrowellen und Kaffeemaschinen, aber auch Multimediasysteme, Tablet-PCs und einiges mehr gehören in modernen Zugmaschinen zunehmend zur Grundausstattung, um die Attraktivität des Berufsbilds Lkw-Fahrer zu steigern und um dem Fahrer den Aufenthalt an Rasthöfen so angenehm wie möglich zu gestalten. Doch solche Annehmlichkeiten belasten das Bordnetz, denn sie verbrauchen in Summe reichlich Strom. Um zu gewährleisten, dass der Motor nach einer ausgedehnten Pause wieder anspringt, hilft zuweilen nur, ihn von Zeit zu Zeit anzuwerfen, um schwächelnde Batterien wieder aufzuladen und so vor einer Tiefenentladung zu schützen. Aber das kostet Sprit und erhöht die Betriebskosten des Fahrzeugs. Doch dieses Dilemma auch bei Nutzfahrzeugen soll, wie auf der Automechanika 2018 in Frankfurt am Main gezeigt, künftig der Vergangenheit angehören. Eine Lösung dafür könnte die verbesserte AGM-Technologie (Absorbent Glass Mat) bieten. Ihr Vorteil: Das Schwefelsäuregemisch fließt nicht mehr zwischen den einzelnen polarisierten Bleiplatten hin und her; stattdessen werden kleine Glasfaservliesmatten mit Schwefelsäure gesättigt. Das verringert den Innenwiderstand, was die Selbstentladung, aber auch die Tiefenentladung reduziert.

fiamm Starterbatterie mit AGM Technologie Foto: fiamm
Fiamm sicherte sich den Innovation Award im Bereich "Parts & Components" für seine Version einer Batterie mit AGM-Technologie.

CX 230 AGM Powercube liefert Energie für bis zu 20 Stunden

Dieser Technologie nimmt sich auch der Batteriehersteller Fiamm an, der mit seinem CX 230 AGM Powercube die Jury des Automechanika Innovation Awards in der Kategorie "Parts & Components" überzeugte. Der Stromspeicher wartet laut Hersteller mit einer dreimal höheren Zyklenfestigkeit auf als vergleichbare Säure- oder Gelbatterien. Der Powercube liefert nach Angaben der Hitachi-Tochter aus 12 Volt (V) und 230 Amperestunden (Ah) Energie für bis zu 20 Stunden und verspricht dabei eine besonders hohe Rüttelfestigkeit.Diesen Ansatz verfolgt auch Varta. Die deutsche Tochter des amerikanisch-irischen Automobilzulieferers Johnson Controls stellte auf der Automechanika mit Varta Promotive AGM eine Nfz-Starterbatterie vor, die bei einer Leistung von 12 V und 210 Ah laut Hersteller mit der sechsfachen Zyklenfestigkeit aufwartet. "Mit der Promotive-AGM-Batterie von Varta können Betreiber von Fahrzeugflotten ihre Betriebskosten minimieren, indem sie Stillstandszeiten ihrer Fahrzeuge vermeiden und die Profitabilität maximieren", erklärte Guido Schneider, Vice President Sales Europe bei Johnson Controls Power Solutions, während der Pressekonferenz.

Automechanika 2018 Foto: Andreas Beyer
Varta bietet nun eine Starterbatterie mit AGM-Technologie an, die mit einer wesentlich höheren Zyklenfestigkeit aufwarten soll.

Entwickelt wurde die Batterie laut Varta in Zusammenarbeit mit den Nutzfahrzeugherstellern MAN und Navistar für den europäischen und den US-amerikanischen Nutzfahrzeugmarkt. Während Johnson Controls und Fiamm bei der zuverlässigen Energieversorgung von Fernverkehrs-Lkw auf die AGM-Technologie setzen, hält der amerikanische Batteriehersteller Exide mit der Endurance + Pro Gel an der Geltechnologie fest. Der 12 V und 210 Ah starke Energiespeicher soll nach Angaben des Unternehmens sogar eine höhere Beständigkeit gegen Ladevorgänge aufweisen als AGM-Batterien und zudem eine maximale Tiefenentladung ermöglichen, ohne Schäden davonzutragen.

exide Batterie mit AGM Technologie Foto: exide
Exide dagegen vertraut weiterhin auf die Geltechnologie, die per se sehr robust gegenüber Tiefenentladung ist.

Zudem stellte Exide auf der Automechanika AGM-Energieträger der Strong-Pro-Generation vor, die neben hoher Vibrationsbeständigkeit über eine 1,5-mal schnellere Ladekapazität verfügen. Erreicht wird das laut Exide durch Negativplatten innerhalb der einzelnen Batteriezellen, die mit einem Karbonadditiv behandelt wurden. Sie sollen verhindern, dass sich nicht leitfähige Bleisulfate an der Oberfläche der Platten ablagern, was die Ladefähigkeit der Batterie verringern würde. Das Ergebnis sei eine Steigerung der Startleistung um etwa 30 Prozent. Mit diesen Energiereserven können Lkw-Fahrer sorglos den Komfort moderner Fahrerhäuser nutzen und am nächsten Morgen ihre Aggregate wieder starten – auch in der nun bevorstehenden kalten Jahreszeit.

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