Shell-Studie zu LNG

Flüssig-Erdgas als Kraftstoff für schwere Lkw

701314-SC-0130.jpg Foto: Stuart Conway/Shell

Der Einsatz von LNG (verflüssigtes Erdgas) kann Treibhausgas-Emissionen im Güterverkehr bis 2040 um 142 Millionen Tonnen senken. Das ist das Ergebnis der Shell LNG-Studie.

Laut der Shell-LNG-Studie „Verflüssigtes Erdgas – Neue Energie für Schiff und Lkw – Fakten, Trends und Perspektiven“ hat der alternative Kraftstoff LNG (Liquefied Natural Gas) großes Potenzial, die Treibhausgasemissionen von schweren Lkw deutlich zu senken. Die Studie wurde erstellt von Dr. Jörg Adolf, Chefvolkswirt der Shell Deutschland Oil GmbH sowie den Experten des Instituts für Verkehrsforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), nämlich Prof. Dr. Barbara Lenz und Andreas Lischke, Ingenieur am Institut.

480.000 LNG-Lkw bis zum Jahr 2040

Unter der Annahme, dass es bis 2040 weltweit 6.000 vor allem große LNG-Schiffe und in der EU 480.000 LNG-Lkw gibt, könnten sich die Treibhausgas-Emissionen in der Schifffahrt bis 2040 um 132 Millionen Tonnen und bei schweren Lkw je nach Motortechnik um bis zu 4,7 Millionen Tonnen reduzieren. Bei einem Anteil von 30 Prozent Bio-LNG wäre eine zusätzliche Reduktion bei Lkw um rund 20 Prozent möglich. Derzeit liegen die Treibhausgas-Emissionen des gesamten deutschen Transportsektors bei rund 166 Millionen Tonnen.„Wir sehen in der Seeschifffahrt für LNG großes Potenzial. Dies gilt im Besonderen für Containerschiffe, die aufgrund ihres hohen Leistungsbedarfes vergleichsweise hohe Kraftstoffverbräuche haben. Passagierschiffen kommt eine Pionierfunktion zu. Wenn LNG Schweröl ersetzt, bieten sich hohe Emissionsvorteile“, sagt Shell Chefvolkswirt Dr. Jörg Adolf.

Erst BIO-LNG erschließt großes CO2-Reduktionspotenzial

„Im Straßengüterverkehr eignet sich LNG insbesondere für schwere Lkw als Alternative für Dieselkraftstoff. Um hohe Emissionseinsparungen zu erreichen, wird hier jedoch LNG aus erneuerbaren Energien wie Bio-LNG benötigt“, erläutert DLR-Verkehrsexperte Dipl.-Ing. Andreas Lischke.

Die Internationale Energieagentur (IEA) geht davon aus, dass der globale Erdgashandel bis 2040 um rund zwei Drittel wächst und über 80% dieses Zuwachses durch LNG abgedeckt werden. Während heute rund acht bis neun Prozent des konsumierten Erdgases LNG ist, werden es dann rund 14 Prozent sein.Schiffe tragen zu einem wesentlichen Teil zur Emission verkehrsbedingter Luftschadstoffe bei. Zudem verursacht der internationale Seeverkehr rund drei Prozent des weltweiten Kohlendioxidausstoßes. LNG ist derzeit die einzige ernsthaft diskutierte und marktreife Alternative zu ölbasierten Schiffskraftstoffen. Entsprechend geht die Studie davon aus, dass der Bestand an LNG-Seeschiffen bis 2040 deutlich rascher als der Gesamtbestand wachsen wird.

11,5 Milliarden Liter Dieselkraftstoff durch LNG substituiert

Im Straßenverkehr kommt LNG hauptsächlich für schwere Lkw und Sattelzugmaschinen in Frage. Die Zahl der schweren Lkw und Sattelzüge innerhalb der EU wird bei Fortschreibung der heutigen Zulassungstrends bis 2040 um 307.000 auf 2,76 Millionen steigen. 480.000 (17 Prozent) davon hätten dann einen LNG-Antrieb und würden einen Dieselkraftstoffverbrauch von bis zu 11,5 Milliarden Litern substituieren. Aktuell gibt es in der EU etwa 4.000 LNG-Lkw. „Für die Einführung und Nutzung von emissionsarmem LNG bedarf es einer technologieoffenen Förderung erneuerbarer Energieressourcen für die LNG-Bereitstellung. Ferner muss der Ausbau der Infrastruktur gefördert werden. Um Anwender von der LNG-Technologie zu überzeugen, werden verlässliche wirtschaftliche Nutzervorteile benötigt; diese können durch regulatorische oder fiskalische Instrumente geschaffen werden“, appellierte Adolf an die Politik.

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