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Schneechaos am Brenner

Lehren aus dem Verkehrskollaps

Brennerautobahn Verkehrschaous Foto: imago/Marius Schwarz

Nach dem Lawinenabgang am vergangenen Wochenende auf der Brennerautobahn und dem folgenden Verkehrskollaps sind die Euregio-Länder auf Lösungssuche.

Nachdem die Südtiroler Brennerautobahn A22 am vergangenen Samstag wegen Lawinengefahr und hängen gebliebener Lkw komplett gesperrt werden musste, sind die Fronten zwischen Südtirol und dem Frächterverband Anita verhärtet.

Der Chef des italienischen Frächterverbandes Thomas Baumgartner übte gegenüber der Tiroler Tageszeitung scharfe Kritik an der „Lkw-Blockadepolitik“ Tirols, die der Grund für den Megastau sei. Nicht der Schneefall sei extrem gewesen, sondern die Belastung und die Umstände für die Lkw-Lenker, die durch die Tiroler Verkehrspolitik entstehen. Die Nachtfahrverbote am Wochenende würden das Verkehrsaufkommen auf wenige Stunden am Samstagvormittag konzentrieren. „Wenn die Lastwagen flüssig fahren könnten, dann gäbe es solche Probleme nicht“, sagte Baumgartner, der zugleich Präsident des italienischen Logistikdienstleisters Fercam ist.

Landeshauptmann Günther Platter weist die Schuld zurück und zeigt in einer Stellungnahme des Landes Tirol auf: „Offensichtlich ist es auf italienischer Seite der Brennerautobahn nicht gelungen, rechtzeitig für eine ausreichende Räumung der Fahrbahn in Richtung Norden zu sorgen. Die Konsequenz war, dass auch die Autobahn Richtung Süden gesperrt wurde, um die auf der Gegenspur hängengebliebenen Lkw zu bergen und abzuleiten.“ Verkehrslandesrätin Ingrid Felipe ergänzt: „Nach Rücksprache mit dem Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher haben wir die Lkw-Verbote ausgesetzt, um die Situation südlich des Brenners zu entschärfen.“

Weiterhin erklärte Felipe, dass alle Schuldzuweisungen nichts bringen. Das Stau-Wochenende müsse analysiert werden. Laut Tiroler Tageszeitung wird nach einer landesinternen Untersuchung, in die auch die Einsatzorganisationen wie Polizei und Straßendienst integriert werden sollen, zusammen mit Südtirol und dem Trentino die Lage evaluiert. Am Freitag sei außerdem ein Treffen zwischen Vertretern der drei Euregio-Länder geplant, bei dem die Gründe des Verkehrsstillstands aufgearbeitet werden sollen.

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