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Neue Lagerflächen, Zukunftslabor

Schäflein weiter auf Wachstumskurs

Foto: Schäflein

Der fränkische Logistikdienstleister Schäflein setzt auf den Ausbau von Logistik und Serviceaktivitäten. Gerade im Bau ist ein neues Europa-Distributionszentrum für bis zu 60.000 Fahrräder.

Mitten in Deutschland liegen nicht nur Hessen oder Thüringen, sondern auch die Region Franken – laut Achim Schäflein, Vorstand des Logistikdienstleisters Schäflein, ist vor allem Unterfranken ein zentraler Standort. Der Firmensitz in Röthlein, wenige Kilometer südlich von Schweinfurt, sei also der ideale Standort, um Kunden aus allen Bereichen von Indus­trie, Handel sowie E-Commerce zu bedienen.

Und das nicht nur deutschlandweit – deshalb baut das Unternehmen gerade ein neues Europa-Distributionszentrum für einen Großkunden aus dem Fahrradbereich. 18 Millionen Euro wird der Bau kosten.Der Neubau in Röthlein wird 25.000 Quadratmeter Fläche haben, verteilt auf drei Hallenabschnitte. 11.000 sind bereits fest für den Fahrradhersteller Winora reserviert. Wenn der Neubau fertig ist, werden mehrere Außen­lager aufgelöst und der Bestand aus der bisherigen Bike-Logistik-­Halle umgezogen – mehr als 60.000 Fahrräder haben dann maximal in den Regalen Platz. Kommissioniert werden die Räder per induktionsgeführtem Stapler.

Neue Standorte in Berlin und Leipzig

Schäflein übernimmt auch den europäischen Versand der Fahrräder als Stückgut oder Teil- beziehungsweise Komplettladung an die Händler – maximal bis zu 2.500 Fahrräder können so täglich das Haus verlassen.Neue Fläche hat Schäflein dieses Jahr auch an zwei weiteren Standorten in Betrieb genommen. Etwa in Leipzig 15.000 Quadratmeter für einen Kunden aus dem Bereich Holzhandel. Oder in Berlin, wo Schäflein seit Juni 15.000 Quadratmeter bewirtschaftet, um für einen deutschen Automobilzulieferer die In- und Outbound-Logistik, das Behältermanagement und zum Teil auch den Versand von Fertigwaren zu übernehmen. Beide Standorte bieten optional jeweils 10.000 Quadratmeter Erweiterungsfläche.

Starker Cargoline-Partner

Das Unternehmen, das dieses Jahr sein 80-jähriges Bestehen feiert, legt beim Wachstum seit Jahren einen beachtlichen Kurs hin. Laut Achim Schäflein ist Schäflein auch weiterhin stark im speditionellen Bereich und gehört bei der Stückgutkooperation Cargoline mit rund 2.000 Sendungen pro Tag zu den stärksten Partnern. Im Jahr 2000 haben die Franken die ersten Anfänge in der Logistik gemacht, inzwischen sind die Logistikdienstleistungen und die angegliederten Serviceabteilungen laut dem Unternehmer neben den speditionellen Leistungen die „USP für Schäflein“, also die herausragenden Merkmale.

Mit IT-Kompetenz Vorsprung bei Ausschreibungen

Für zahlreiche Industriekunden aus dem Anlagen- und Maschinenbau sowie der Automotive-Sparte übernimmt Schäflein beispielsweise die Beschaffungs- und Produktionslogistik. Größter Einzelstandort ist Dortmund mit 45.000 Quadratmetern. „Was uns in diesem Bereich auszeichnet, ist die IT-Kompetenz, die für die Anbindung an die Systeme unserer Kunden nötig ist, sowie die detaillierte Kenntnis der Prozesse in produzierenden Unternehmen“, sagt Schäflein. Dadurch sei das Unternehmen wie im Fall des neuen Standorts in Berlin in der Lage gewesen, schnell, genauer gesagt innerhalb von drei Monaten, leistungsfähig zu sein. Zudem übernimmt Schäflein für viele Kunden auch Logistik-Mehrwertdienstleistungen wie Montagearbeiten, beispielsweise für einen Anbieter aus dem Gesundheitsbereich.

Joint-Venture mit Baywa

Ersatzteillogistik gehört ebenfalls zum Portfolio: Am Standort Röthlein betreibt das Unternehmen zusammen mit Baywa als „Röthlog – partner for parts &tyres“ ein entsprechendes Lager, in dem auch das E-Fulfillment für den Händler aus dem Agrarbereich sowie die Reifen­logistik abgewickelt werden. 14.000 Quadratmeter Fläche hat das Lager, das 190.000 Artikel beherbergt. Dabei wird in versetzter Arbeitszeit gearbeitet, gesteuert durch ein Logistik­cockpit. Zwei oder mehr Arbeitsblöcke überlappen sich teilweise, um etwa in der Erntezeit flexibel auf hohe Anfragen zu reagieren.

Foto: Ilona Jüngst
Achim Schäflein, Vorstand des Logistikdienstleisters Schäflein: "Vollautomatisiertes Lagersystem wird Standard“

Schäflein rüstet sich mit Zukunftslabor

Das Logistik-Set-up ist laut Schäflein so skalierbar, dass die arbeitstägliche Bewegungskapazität um das Doppelte hochgefahren oder entsprechend heruntergefahren werden kann. Eine gute Visitenkarte sind für das Unternehmen auch die Tochtergesellschaften: Sprint Box für Behälterlogistik und Eikona für IT. „Das Behältermanagement ist ein absolut wachsender Bereich – die Industrieunternehmen erkennen, dass sie somit nicht weiter ihre Mittel binden und Kapital in die Behälter stecken müssen.“ Neue Trends auf dem Gebiet sind laut Schäflein die Themen Miete, Leasing und Pooling.

Und mit Eikona, der eigenen IT-Tochter, hat das Unternehmen laut Schäflein einen Vorsprung bei vielen Ausschreibungen, weil damit das Thema Systemanbindung kein Problem darstelle. Das Unternehmen, an dem sich Schäflein 2006 beteiligte und das damals nur aus drei Mitarbeitern bestand, diene heute zudem als „Konzeptschmiede für eigene Start-ups wie Conizi und Habbl“ – und übertrage seine Expertise aus dem Bereich Logistik inzwischen auch in andere Bereiche, beispielsweise bei der Digitalisierung von Prozessen in Krankenhäusern. Nicht zuletzt ist das eigene IT-Unternehmen auch ein Trumpf, um trotz des schnellen Wachstums die nötige Transparenz herzustellen: „Bei dieser Unternehmensgröße braucht man schnell alle Kennzahlen, die auch in der Operative nach unten weitergegeben werden, etwa zu Lieferqualität und Auslastung.“

Foto: Schäflein
Gründungsmitglied von Cargoline: Mit rund 2.000 Stückgutsendungen am Tag ist Schäflein einer der Toppartner der Kooperation.

Auf dem Wachstumskurs will Schäflein bleiben und bis zum Jahr 2027 den Umsatz auf 330 Millionen und die Zahl der Mitarbeiter auf 3.300 erhöhen. Das Familienunternehmen, das als Aktiengesellschaft firmiert, hat daher laut Schäflein bereits in den vergangenen Jahren alle Unternehmensbereiche verstärkt, unter anderem den Personalbereich: In der Abteilung Human Resources gibt es einen eigenen Bereich, der nur für das Thema Recruiting von Nachwuchs- und Führungskräften zuständig ist, um den steigenden Kundenanforderungen etwa im Logistik-Outsourcing und bei der Digitalisierung auch personell gerecht zu werden. Für die digitalisierte Zukunft rüstet sich der fränkische Logistikdienstleister zudem mit einem Zukunftslabor, das 2020 seine Arbeit aufnehmen soll. Im Fokus steht dort die Automatisierung von Prozessen. Themen für das „Schäflein Lab“ sind etwa eine Business-App, neue Scantechniken, Robotiksysteme und fahrerlose Transportsysteme.„Neben den Flächen kostet der Personaleinsatz am meisten – wir wollen eine Lösung finden, wie wir mit dem gleichen Personalsatz mehr bewältigen können. Mit dem vollautomatisierten Lagersystem Autostore haben wir etwa am Standort Ulm gute Erfahrungen gemacht, das soll der Standard für alle Standorte werden“, sagt Schäflein.

Das Unternehmen

  • Schäflein wurde 1939 gegründet und hat heute 1.650 Mitarbeiter an 26 Standorten in Deutschland, Österreich und Polen
  • Die eigene Flotte umfasst 135 Lkw von 3,5 bis 40 Tonnen
  • Das Unternehmen verfügt nach Fertigstellung des neuen Lagers am Firmensitz in Röthlein über insgesamt 300.000 Quadratmeter Logistikfläche
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
transaktuell 24 2019
trans aktuell 24 / 2019
13. Dezember 2019
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