Renault Trucks

E-Lkw in allen Segmenten ab 2023

Renault Trucks 2021 Foto: Renault Trucks 6 Bilder

Nach einem schwierigen Corona-Jahr 2020 kündigt Renault Trucks ein umfassendes Update für die Baureihen T, C und K an. Präsident Bruno Blin setzt dazu voll auf die E-Mobilität – und Nachhaltigkeit auch bei den Gebrauchten.

Mit 41.117 fakturierten Fahrzeugen muss Renault Trucks für das von der Corona-Pandemie gezeichnete Jahr 2020 einen Volumenrückgang um satte 24 Prozent verkraften. Frankreich bleibt mit knapp 18.000 Lkw der stärkste Markt, auf den Rest Europas teilen sich gut 19.000 Einheiten auf. Außerhalb von Europa kommt Renault Trucks 2020 auf über 4.000 fakturierte Fahrzeuge – ein Plus von 16 Prozent, getragen hauptsächlich von der guten Entwicklung in der Türkei und Algerien. In Algerien, wo auch ein Montagewerk des Herstellers angesiedelt ist, stammt damit fast jeder zweite neue Lkw über 16 Tonnen von den Franzosen.

Aufgeteilt auf die Fahrzeugklassen beziffert der Hersteller die Nachfrage auf über 26.000 Lkw im schweren und mittelschweren Segment und auf knapp 15.000 Einheiten im Feld der leichten Nutzfahrzeuge. Das erklärte der positiv gestimmte Renault Trucks-Präsident Bruno Blin im Zuge seiner Jahrespressekonferenz.

Marktanteile stabil, Auftragseingang im Plus

Renault Trucks konnte seine Anteile in Europa mit 8,5 Prozent im Segment über sechs Tonnen demnach trotz des Rückgangs behaupten, im Heimatmarkt ist der Hersteller mit jetzt 28,3 Prozent weiter Marktführer. Hoffnung für 2021 macht dazu der Auftragseingang, der im Vergleich zu 2019 um zwölf Prozent zugelegt haben soll – im letzten Quartal 2020 gar um 40 Prozent.

"Der Markt ist dynamisch, der Eingang an Aufträgen steigt", so Blin. Die Nachfrage nach Transportdienstleistungen wird seiner Einschätzung nach hoch bleiben in der Zukunft. "Die Corona-Krise hat den Stellenwert des Transports aufgezeigt. Ich hoffe, dieses gute Image wird uns erhalten bleiben und unserer Industrie einen neuen Wert beimessen."

Bis 2040 kein fossiler Diesel mehr

Für die Zukunft hat Blin wiederum die Nachhaltigkeit im Fokus. Im Jahr 2025 sollen bereits zehn Prozent aller abgesetzten Lkw mit einem Elektroantrieb ausgestattet sein, 2030 will Renault Trucks diesen Anteil auf 35 Prozent erhöhen. 2040 dann sollen sämtliche Lkw der Marke ohne fossile Brennstoffe auskommen. Seit März 2020 fertigt der Hersteller im Werk Blainville-sur-Orne dafür bereits die zweite Generation an E-Fahrzeugen. Mit D Z.E., D Wide Z.E. und Master Z.E. sind demnach schon lokal emissionsfreie Fahrzeuge von 3,1 bis 26 Tonnen verfügbar. Ab 2023 sollen dann auch E-Lkw für den Bau und den Fernverkehr folgen und damit alle Segmente elektrifiziert sein. Basis hierfür: die Gründung einer eigenständigen Organisation allein für die Elektromobilität und die Investition von 33 Millionen Euro in das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum „X-Tech Arena" in Lyon.

Langfristig sieht Bruno Blin im Fernverkehr als Energiespeicher Wasserstoff im Vorteil vor Akkus, in der zweiten Hälfte des aktuellen Jahrzehnts sollen entsprechende Trucks verfügbar sein. Daneben wird seiner Einschätzung nach der batterieelektrische Antrieb dominieren. Neben den aktuellen CNG-Lkw werde Renault Trucks Fahrzeuge mit einem LNG-Antrieb allerdings nicht bringen.

E- und Bio-Fuels nur in Nischen

E- und Bio-Fuels werden laut Blin wiederum für einige Nischen nötig sein, für die aufgrund spezieller Anforderungen auch in Zukunft der Verbrennungsmotor alternativlos ist. Für die Entwicklung der künftigen Fahrzeuge sind laut Blin so oder so strategische Partnerschaften wichtig, wie Renault Trucks sie über die Volvo Group in Bezug auf die Brennstoffzelle mit Daimler Trucks pflegt, in Bezug auf die Batterie-Entwicklung mit Samsung SDI und in Bezug auf das Recycling von Batterien und Ladelösungen mit Volvo Energy.

Auch das Aftersales-Geschäft werde eine Transformation durchlaufen. Der Service wird im Zuge der Umstellung auf die Elektromobilität an Bedeutung verlieren, dafür Beratungs- und Unterstützungsleistungen für den Kunden mehr in den Fokus geraten. Mit steigenden Stückzahlen werden die Preise für Elektro-Lkw zurückgehen und damit die Total Costs of Ownership (TCO) langfristig sinken. Man müsse aber auch den Wert eines Elektro-Lkw im Vergleich zu einem konventionellen Fahrzeug anders bemessen – ein Elektro-Antrieb sei nicht nur emissionsfrei, er biete dem Fahrer auch mehr Komfort und würde durch seine niedrige Geräuschentwicklung beispielsweise auch innerstädtische Lieferungen in der Nacht ermöglichen.

Gebraucht-Lkw als weiteres Nachhaltigkeits-Standbein

Nachhaltigkeit sieht Blin grundsätzlich aber nicht nur in Lkw mit alternativen Antrieben, sondern auch im Geschäft mit gebrauchten Fahrzeugen. Mit über 10.000 fakturierten Gebrauchtfahrzeugen hat der Hersteller hier 2020 ein Rekordvolumen erzielt. Das Wachstum liegt bei neun Prozent. Die Anzahl der mit einem Selection-Garantievertrag verkauften Gebraucht-Lkw ist laut Herstellerangaben sogar um 25 Prozent gestiegen.

Renault Trucks setzt im Handel mit gebrauchten Lkw dazu im großen Stil auf Re- und Upcycling. Mit Indra Automobile Recycling bauen die Franzosen aktuell ein eigenes Recycling- und Wiederverwendungsnetzwerk für Lkw-Teile auf. Die sogenannte Used Trucks Factory am Standort Bourg-en-Bresse haben 2020 außerdem 500 wiederaufbereitete und teils umgebaute Lkw verlassen, darunter auch neue Modelle wie der Renault Trucks T X-64 für den Nahen Osten und Afrika.

Premiere der neuen Trucks im Truck Simulator

Doch auch was die Neuerungen in der Palette der aktuellen, konventionellen Lkw-Modelle von Renault Trucks angeht, geht der Hersteller eigene Wege: So feiert das Modelljahr 2021 der Lkw-Baureihen T, C und K zum 6. April exklusiv im Videospiel Euro Truck Simulator 2 Premiere. Details hierzu sind noch nicht bekannt. Es soll sich dabei allerdings um die wichtigste Weiterentwicklung seit der kompletten Sortimentserneuerung 2013 handeln.

Renault Trucks hat demnach den Fahr- und Kabinenkomfort optimiert, die Sicherheit in den Mittelpunkt gerückt und außerdem den Kraftstoffverbrauch reduziert. Zudem sollen Kunden von einer erhöhten Fahrzeugverfügbarkeit insbesondere durch vorausschauende Predict-Wartungsverträge profitieren.

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