Reifenservice

Ein Partner für alle Fälle

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Sven Mauermann ist im Pneuhage-Mobil rund um Nossen unterwegs und berät Nutzfahrzeugflotten. Dabei ist nicht nur Muskelkraft, sondern vor allem Engagement und Fachwissen gefragt.

Seit sechs Jahren betreut Sven Mauermann jetzt schon seine rund 30 Flottenkunden im Umkreis von 50 Kilometern um Nossen. Eintönigkeit ist bei seinem Job als Servicefahrer des Reifenhändlers und Flottendienstleisters Pneuhage ein Fremdwort. „Ich betreue bei meinen Kunden alles, was Reifen hat – von der Sackkarre bis zum Fernverkehrs-Lkw“, erklärt Mauermann schmunzelnd, während er den Tourenplan aus dem Drucker zieht. Der Familienvater genießt an seinem Beruf die Selbstbestimmung, denn wie viele Kunden er betreut, wie er seinen Ablauf plant, bleibt ganz ihm überlassen. Seine Bezahlung: Ein Festgehalt inklusive Provision. Heute ist sein Arbeitstag eng getaktet.

Fullservice: Pneuhage-Kunden schätzen die Beratung

„Jetzt geht es erst einmal zu Bäko nach Klipphausen“, erzählt Mauermann, als er den Motor seines nagelneuen Fiat Ducato anwirft. „In der Regel habe ich im März und August am meisten zu tun“, erzählt der Pneuhage-Reifenfachmann auf der Fahrt zur Zentrale der Bäko Ost Einkaufsgenossenschaft für Bäckereibedarf Sachsen-Brandenburg. Dann stehen die saisonalen Wechsel von Sommer- auf Winterreifen und umgekehrt an. Je nach Flottenvertrag komme dann je Kunde ein vierteljährlicher Fuhrparkcheck hinzu. Viele Aufträge bearbeite er aber auch auf Zuruf. Deshalb sei sein Smartphone auch sein wichtigstes Werkzeug. „Meine Kunden vertrauen mir“, so der Reifentechniker weiter. Deshalb werde er bei allen Mobilitätsfragen zurate gezogen, von der Planung und Beratung der Jahresbereifung über Einsatzanalysen (Fern- oder Verteilerverkehr) und Reifentestzyklen bei der Fuhrparkumstellung bis hin zur Beratung in Förderungsfragen. „Ich will ja schließlich auch, dass mein Kunde seine 80 Prozent von der De-Minimis-Förderung zurück­bekommt.“

Tabletlösung soll alle Plattformen zusammen führen

Da Pneuhage neben eigenen Verträgen auch den Service für Michelin, Continental, Bridge­stone, Goodyear oder Han­kook übernimmt, hat Mauermann alle Hände voll zu tun. Und Bäko ist mit 28 Lkw, sechs Transportern und 20 Pkw bei Weitem nicht sein größter Kunde. „Einen großen Lkw-Vermieter bei Dresden machen wir seit diesem Jahr auch mit“, berichtet der Servicetechniker. Dabei übernehme Pneuhage nicht nur die Wartung, sondern auch die zentrale Abrechnung über die jeweiligen Onlineplattformen. Geplant sei in Zukunft eine Tabletlösung, die alle Platt­formen zusammenführt. Dass Mauermann aber nicht nur administratives und kommunikatives Talent mitbringt, sondern auch handwerkliches Geschick, beweist er beim Agrar-Dienstleister Kemming im 15 Kilometer entfernten Rosswein.

Gewusst wie - Reifenmontage braucht keine teuren Maschinen

60 Fahrzeuge umfasst der dortige Fuhrpark, vom Pkw bis hin zum schweren Kippmuldenauflieger. Hier wartet ein platter Lkw-Reifen, den der Pneuhage-Servicetechniker nach Prüfung des Verletzungsgrades kurzerhand ersetzt. Eine Montagemaschine braucht er dazu nicht – ein spezielles Werkzeugset für die Handmontage schlauchloser Lkw-Reifen, ein neues Ventil, ein frischer Reifen sowie etwas Druckluft aus dem On-Board-Kompressor seines Dienstfahrzeugs genügen. Nach knapp 25 Minuten, inklusive Montage und Dokumentation und verbindlichem Händedruck mit dem Kunden, sitzt er wieder in seinem Servicemobil – auf dem Weg zum nächsten Einsatz.

Baustellenreifen werden besonders beansprucht

Bei Pohl Schüttguttransporte im zehn Kilometer entfernten Döbeln wird deutlich, welchen Strapazen Baustellenreifen ausgesetzt sind. Die laufen laut Mauermann im Schnitt zwar schon bis zu 40.000 Kilometer, bevor sie gewechselt werden, doch der unbefestigte Untergrund mit spitzen Steinen setzt den Pneus zu. „Hinzu kommt, dass die Reifen für besseren Grip auf losem Untergrund oft mit grenzwertigem Fülldruck gefahren werden“, erklärt Mauermann und zeigt auf die leicht bläuliche Verfärbung am Reifenwulst – ein Indiz dafür, dass diese unter dem Gewicht des Schüttguts bei niedrigem Fülldruck in die Felge gedrückt wurde. Deshalb empfiehlt der Reifenfachmann hier besonders für den Baustelleneinsatz runderneuerte Reifen der Recamic-Reihe, die Pneuhage in Lizenz von Michelin fertigt. „Die haben eine gute Laufleistung, sind schnittfest, preiswert und ständig verfügbar, da sie hier am Standort Nossen aufgearbeitet werden“, erklärt Mauermann, der sich nun langsam auf den Rückweg in die Zentrale macht. Dort gilt es das Pneuhage-Servicemobil zu entladen, mit neuen Reifen zu bestücken und die Aufträge für morgen vorzubereiten. Denn morgen ist für Mauermann wieder ein neuer Tag, der mit Sicherheit nicht langweilig wird.

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