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Prüfungen für Systeme laufen

Hersteller möchten ABE

A camera system helps the driver to get an all-round view. The area on the right-hand side of the vehicle is difficult to see solely through the rear-view mirror, so the driver is afforded an additional view on a monitor attached to the right-hand A-pillar or a screen on the instrument panel inside the cab.
DE:
VAS Ein Kamerasystem unterstuetzt den Fahrer beim Rundumblick. Das Fahrzeugumfeld  an der erschwert einsehbaren rechten Fahrzeugseite wird zusaetzlich zum Rueckspiegel auf einem, in der Kabine an der rechten A-Saeule befestigten Monitor oder einem Bildschirm auf dem Armaturentraeger dargestellt.
UK:
A camera system helps the driver to get an all-round view. The area on the right-hand side of the vehicle is difficult to see solely through the rear-view mirror, so the driver is afforded an additional view on a monitor attached to the right-hand A-pillar or a screen on the instrument panel inside the cab. Foto: MAN Truck & Bus AG

Nur wer die technischen Kriterien erfüllt, kann vom Fördertopf profitieren. Die Prüforganisationen führen zurzeit Tests durch.

Als großen Erfolg wertet das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sein in diesem Jahr gestartetes Förderprogramm „Abbiegeassistenzsysteme“. Tatsächlich waren die für 2019 vorgesehenen fünf Millionen Euro bereits innerhalb von vier Tagen gebunden. Als einheitliche Prüfgrundlage gelten die dazu im Verkehrsblatt veröffentlichten technischen Anforderungen.

Detaillierte Informationen zu den Anträgen lassen sich nach Angaben des BMVI allerdings noch nicht herleiten. Erst in der späteren Verwendungsnachweisprüfung würden Daten, wie Fahrzeugtyp oder Art des Assistenzsystems erfasst und ausgewertet. Das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) prüft zurzeit die eingegangenen Förderanträge. Bewilligte Maßnahmen sind dann innerhalb von fünf Monaten durchzuführen und per Nachweis abzurechnen. Auf die Frage nach einer Aufstockung der Fördermittel hält sich das Ministerium jedoch bedeckt: „Ziel des BMVI ist es, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Einführung von Abbiegeassistenten zu beschleunigen.“

Auch die Papier Union aus Hamburg hätte gerne von Fördermitteln profitiert, doch Herbert Zaengel, der bundesweit für die Beschaffung des Fuhrparks verantwortlich ist, stellt fest: „Das geht nur, wenn man schnell genug ist.“ Der Papiergroßhändler unterhält bundesweit an sieben Standorten eine Flotte von insgesamt 75 Fahrzeugen und engagiert sich jetzt durch das Engagement von Verkehrsleiter Uwe Herion an einer Dekra-Aktion, bei der Aufkleber am Lkw die Radfahrer mit einem „Fahr niemals rechts vorbei!“-Schriftzug warnen. Die Entscheidung für ein bestimmtes Nachrüstsystem ist noch nicht gefallen.

ABE-Prüfungen laufen

Für diese Entscheidung wird bei vielen Unternehmen wichtig sein, welches Nachrüstsystem die technischen Anforderungen des BMVI erfüllt und dies auch nachweisen kann. So arbeiten die Systemhersteller zurzeit mit Hochdruck daran, dies per Gutachten einer Sachverständigenorganisation nachzuweisen. Bei Dekra etwa sind bereits einige Prüfungsverfahren angelaufen.

Auch das Abbiegeassistenzsystem des Lkw-Herstellers Daimler, das dort serienmäßig verbaut ist, kann keine Förderung aus dem BMVI-Topf erhalten, setzt aber auf „Anpassungsmöglichkeiten in der Richtlinie“, wie eine Konzernsprecherin erklärt. Sie verweist jedoch auf das De-minimis-Programm des BMVI, nach dem das Daimler-System Förderungen erhält.

Die Firma Brigade aus Neumünster, deren Komponenten auch als Grundlage für den als Edeka-System bekannten Assistenten der Firma Wüllhorst dient, sieht ihr System gut aufgestellt. Managing Director John Osmant betont, bisherige Qualitätsprüfungen hätten sehr gut abgeschnitten, der Ausfall der rund 1.000 verkauften Systeme betrage weniger als ein Prozent. Theoretisch könne Brigade auch ein Labor in England mit der Prüfung beauftragen, da die Muttergesellschaft dort ihren Sitz hat – aber wegen des Brexits hat man sich für eine deutsche Organisation entschieden. Es laufen zurzeit drei Probeeinbau-Projekte, mit einem Ergebnis rechnet er in etwa zwölf Wochen. Eine der großen Fragen für ihn ist: Benötigen wir ein Gutachten für jeden einzelnen Fahrzeugtyp? Oder eines für jede Fahrzeugart, wie Busse oder Müllfahrzeuge? „Eine Typgenehmigung wäre für uns besser.“

Die Firma Luis Technology aus Hamburg hat nach Angaben ihres Geschäftsführers Martin Groschke gerade die Testfahrten mit ihrem System im Dekra Technology Center am Lausitzring positiv bestanden und wird nun die Erteilung der ABE beantragen, was gemäß BMVI und Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) etwa zwei Wochen dauern werde. Groschke sagt: „Wir wären die ersten.“ Er berichtet von positivem Feedback aus dem Markt. Das Luis-Abbiegeassistenz-System nimmt auch am Feldversuch des Verbandes Spedition und Logistik Baden-Württemberg (VSL) teil, bei dem aktuell noch 150 Plätze frei sind. Hier sammelt der Verband fundierte Erkenntnisse und Erfahrungen und wertet sie aus. Unternehmen, die sich daran beteiligen, übernehmen nur einen Kostenanteil von 333 Euro je Nachrüstsystem, liefern dafür aber wertvolle Daten und Informationen an den Verband.

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