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Pläne bei Digitalisierung und Fahrerakquise

Quehenberger will Fahrerberuf aufwerten

Foto: Quehenberger

Der Logistikdienstleister Quehenberger ist 2017 weiter gewachsen. Sorge bereiten der Fahrermangel und das Stückgutgeschäft.

11.04.2018 Matthias Rathmann

Mehr für den Fahrerberuf tun, digitale Prozesse vorantreiben und das Stückgutnetzwerk in Kooperation mit Österreichs Bahn ÖBB auf Profitabilität trimmen – der Logistikdienstleister Quehenberger mit Zentrale in Straßwalchen bei Salzburg hat sich für die nächsten Jahre viel vorgenommen.

Quehenberger-Chef Fürstaller: Fahrerberuf nicht attraktiv

Was den Mangel an Lkw-Fahrern angeht, will Quehenberger mit gutem Beispiel vorangehen und neue Wege beschreiten, wie Firmenchef Christian Fürstaller und Finanzchef Rodolphe Schoettel am Dienstag in Wien bekannt gaben. "Der Beruf ist nicht mehr attraktiv und muss aufgewertet werden", betonte Fürstaller. Er denke an Schichtmodelle, um die Arbeitszeiten kürzer und planbarer zu halten, an eine bessere Bezahlung und an ein klareres Jobprofil.  Aktuell sei der Lkw-Fahrer "Mädchen für alles". Fest steht für ihn, dass Fahrer unverzichtbar sind, solange es kein autonomes Fahren gibt. "Kein Fahrer, kein Transport", macht Fürstaller klar.

Quehenberger will Prozesse vollständig digitalisieren

Mit Blick auf die Digitalisierung will Quehenberger mit dem Projekt "Quehenberger Logistics 2020" Maßstäbe setzen, indem die gesamte Unternehmenskultur auf den digitalen Wandel ausgerichtet wird. Basis für eine durchgängige Digitalisierung sei eine hohe Datenqualität. Als Beispiel für ein digitales Pilotprojekt führt Quehenberger das Geschäftsfeld Direct FTL/LTL an. An fünf Standorten habe man bereits eine dynamische Disposition mit automatischer Dokumentenverwaltung eingeführt. "Die neue Software bildet den gesamten Geschäftsfall vom Kundenstamm über Akquise und Disposition bis hin zu Abrechnung und Teilcontrolling digital ab", heißt es. Dadurch würden die Durchlaufzeiten stark verkürzt und die Lkw-Disposition bereits weitgehend automatisiert.

Joint-venture Q Logistics ist das Sorgenkind

Ein Sorgenkind des Unternehmens ist das Joint-venture Q Logistics Österreich, das Quehenberger gemeinsam mit der ÖBB betreibt. Für die Gemeinschaftsfirma, die das größte Stückgutnetz des Landes betreibe, ergebe es weiterhin Restrukturierungsbedarf, heißt es. Im laufenden Jahr sollten die Verluste drastisch reduziert werden, für 2019 sei dann der Turnaround geplant.

Ursache für die Probleme sind demnach umfangreiche Integrationsaufgaben, die in der Hochkonjunktur schwierig zu bewältigen gewesen seien. Die unterschiedlichen Kulturen und Prozesswelten seien unterschätzt worden, heißt es.

Hohes Wachstum in der Kontraktlogistik und in Osteuropa

Doch haben die Schwierigkeiten bei Q Logistics den positiven Wachstumstrend bei Quehenberger im vergangenen Jahr nicht bremsen können. Die Umsätze stiegen um 13 Prozent auf 450 Millionen Euro. Für das laufende Jahr rechnet Finanzchef Schoettel erneut mit einem Plus von zehn Prozent auf 494 Millionen Euro.

Ein Wachstumstreiber waren die Geschäfte in Osteuropa und umfangreiche Aktivitäten in der Kontraktlogistik. Allein 2017 hat Quehenberger nach eigenen Angaben acht neue Logistikzentren in Osteuropa eröffnet und seine Lagerfläche dort um 72.000 auf insgesamt rund 280.000 Quadratmeter erhöht. Allein mehr als 100.000 Quadratmeter unterhält das Unternehmen in Rumänien, wo sich Quehenberger zu den Toplogistikern zählt. In der Kontraktlogistik sei in den vergangenen fünf Jahren gar eine Verdreifachung des Umsatzes auf 35 Millionen Euro gelungen. Quehenberger beschäftigt an 85 Standorten rund 2.900 Mitarbeiter.

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