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Öko-Institut und Hochschule Heilbronn E-Lkw: Logistikbranche fordert Verlässlichkeit

E-Autos, Elektromobilität Foto: Fotolia/mindscanner

Umfrage von Öko-Institut und Hochschule Heilbronn: Transportunternehmen brauchen beim Umstieg auf Elektro-Lkw Planungssicherheit.

Öko-Institut und die Hochschule Heilbronn haben rund 250 Transportunternehmen zum Thema Elektrofahrzeuge befragt. Ergebnis: Damit Elektrofahrzeuge im Straßengüterverkehr erfolgreich eingesetzt werden, brauchen die Unternehmen Verlässlichkeit und Planungssicherheit. Dazu gehören eine zuverlässige und flächendeckende Energieinfrastruktur ebenso wie verlässliche und praxiserprobte Fahrzeugmodelle sowie niederschwellige Fördermöglichkeiten für Neuanschaffungen im Fuhrpark.

Elektromobilität wird skeptisch gesehen

„Transportunternehmen brauchen Zuverlässigkeit auf ganzer Linie“, sagt Katharina Göckeler, Wissenschaftlerin am Öko-Institut mit Schwerpunkt klimafreundlicher Güterverkehr. „Elektromobilität ist bislang im Fuhrpark wenig erprobt und wird zum Teil noch skeptisch gesehen. Gerade deshalb ist eine verlässliche Kommunikation aber auch klare Signale der Politik zur Förderung der Elektromobilität im Straßengüterverkehr nötig.“

Die Umfrage ist Teil des Forschungsprojekts „Strategie für die Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs“. Ein Großteil der befragten Unternehmen fordert demnach, dass die Elektro-Lkw mindestens 500 Kilometer im Nah- und Regionalverkehr sowie 800 Kilometer im Fernverkehr fahren können sollten. Umwege für das Laden der Batterien oder Tanken von Wasserstoff werden nur in geringem Umfang und bis maximal zehn Kilometer toleriert.

Gesamtkosten und Praxistauglichkeit im Fokus

Die Umfrage zeigt laut einer gemeinsamen Mitteilung von Öko-Institut und Hochschule Heilbronn zudem, dass neben den Gesamtkosten die Praxistauglichkeit und das Setzen auf bewährte Modelle im Fokus der Kaufentscheidung für neue Fahrzeuge stehen. Speziell für die Vielzahl kleiner Betriebe stellt die Anschaffung von Elektro-Lkw mit der im Vergleich zu Dieselantrieben – zumindest anfänglich – eingeschränkten Flexibilität ein Risiko für die Erfüllung ihres Transportgeschäfts dar. Die geforderten Reichweiten und Angaben zu typischen Standzeiten lassen allerdings auf grundsätzliche Potenziale für den Einsatz von Elektro-Lkw schließen.

Unternehmen haben unterschiedliche Anforderungen

Laut Jonas Heinzelmann, Wissenschaftler am Institut Logwert der Hochschule Heilbronn mit Schwerpunkt Alternative Antriebstechnologien, ist der deutsche Straßengüterverkehr geprägt von einer starken Heterogenität. Dies spiegele sich in den unterschiedlichen Anforderungen bei den Logistikunternehmen hinsichtlich der Umrüstung der Lkw- Flotten auf alternative Kraftstoff- und Antriebskonzepte wider.

Während die Kriterien Nutzlast und Laderaumverluste abhängig vom Einsatzprofil an Relevanz variieren können, habe die Befragung gezeigt, dass vor allem die betriebliche Zuverlässigkeit neben der Verfügbarkeit erforderlicher Tank- und Ladeinfrastruktur als entscheidendes Kriterium für die Fuhrparkumstellung bewertet wurde.

Beschaffung bedeutet hohes finanzielles Risiko

Die Befragten weisen zudem auf ein hohes finanzielles Risiko bei der Beschaffung von neuartigen Fahrzeugmodellen und angesichts wenig verlässlicher politischer Rahmenbedingungen hin. Diese Risiken würden von den Förderbedingungen (Stand: Frühjahr 2021) nicht oder nur unzureichend aufgefangen. So wünschen sich die Unternehmen etwa eine Förderung beim Fahrzeugkauf sowie Entlastungen im Betrieb bei der Maut oder der Kfz-Steuer. Dabei erkennen die Unternehmen laut der Umfrage weitgehend die Anforderungen des Klimaschutzes an.

Handlungsempfehlungen für die Politik

Demnach sollen laut neuem Klimaschutzgesetz die Emissionen im Verkehrssektor bis zum Jahr 2030 gegenüber heute etwa halbiert werden. Die Forscherinnen und Forscher haben daher konkrete Handlungsempfehlungen an die Politik zusammengefasst. Im Fokus müsse ein klares Zielbild pro Elektromobilität stehe, das Planungssicherheit für Unternehmen schafft.

Insbesondere Kleinunternehmen bräuchten finanzielle Unterstützung, da sie ein besonders hohes Investitionsrisiko tragen und über geringe personelle Kapazitäten verfügen. Hier können niederschwellige Informations- und Förderangebote helfen.

Spezielle Wartungs-, Service- und Schulungsangebote für neue Fahrzeugtechnologien könnten das Angebot ergänzen. Zudem sollte der Aufbau von betrieblicher Ladeinfrastruktur in den Depots und an den Laderampen frühzeitig gefördert werden.

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