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Norm für Paketboxen

DIN-Arbeitskreis schafft Zugangsstandard

Zugangsstandard für Paketboxen soll Lieferdiensten Arbeit erleichtern Foto: Parcellock

Eine offene Lösung für Paketboxen soll Paketzustellern und Lieferdiensten die Arbeit erleichtern.

25.05.2016 Nicole de Jong

Das Deutsche Institut für Normung (DIN) hat im Rahmen des europäischen Projektes Smart Cities einen Arbeitskreis mit dem Titel "Nutzeroffene Übergabeeinheit" gegründet. Neben TNT, DHL, DPD, Feldsechs, Paketkastenherstellern, Start-ups, dem Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) und dem Bundesverband der Kuriere-Express-Post-Dienste (BdKEP) sind auch der DIN-Verbraucherrat und die Forschung in diese Arbeiten eingebunden.

"Der Arbeitskreis heißt bewusst nicht 'Paketboxen', weil wir Zugangsmöglichkeiten auch für Garagen, Container oder Haustüren offen halten wollen", sagt der Sprecher des Arbeitskreises Martin Jaeppche, Businessunit-Manager Customer & Process Excellence bei TNT. Das soll vor allem dem Verbraucher zu Gute kommen. Er soll bestimmen können, wer zu welcher Zeit zu welchem Depot oder Kasten Zugang bekommen soll. Es soll aber auch Paketzustellern und Lieferdiensten die Arbeit erleichtern, indem diese ihre Sendung beim ersten Zustellversuch sicher los werden – oder auch Sendungen abholen können.

Ziel ist eine europäische Norm

"Dass sich die unterschiedlichen Akteure auf neutralem Boden, also in unserem Fall beim DIN, treffen, um über derlei zukunftsweisende Themen zu diskutieren, ist meines Erachtens einmalig in Deutschland", fügt Jaeppche hinzu. Ziel ist es, gemeinsam einen Zugangsstandard zu schaffen, der es Dienstleistern wie DHL, TNT, Hermes oder DPD, aber auch Pizzaboten oder Reinigungsservices erlaubt, ihre Pakete dort einzulegen oder Sendungen abzuholen. "Wir haben damit begonnen, einen Standard zu entwerfen und einige Definitionen zu Prozessen und Systemvoraussetzungen als Ergebnisse verschiedener Workshops zu beschreiben", erläutert der AK-Sprecher. "Wir hoffen, bereits zum Ende des Jahres eine vorzeigbare Version zu haben", fügt er hinzu. Danach soll diese getestet werden. Funktioniert sie gut, wird sie final in einer Norm festgeschrieben.

Im nächsten Schritt will der Arbeitskreis sein Konzept auch der europäischen Standardisierungsstelle European Comittee for Standardization (CEN) vorstellen, um später aus der deutschen gar eine europäische Norm zu schaffen. Der Standard soll modular aufgebaut werden. Begonnen werden soll mit einfach handbaren, universellen technischen Lösungen. Am Ende soll es aber auch eine Highend-Lösung geben, die alle Beteiligten mobil vernetzt. "Im Standard werden wir mehrere nutzbare Systeme beschreiben", erläutert der Experte. Die Norm soll auch Raum für Innovationen lassen, um später Technologien zulassen zu können, die heute noch nicht ausgereift sind.

Haftungsfrage soll geklärt werden

Neben dem Zugangssystem diskutiert der Arbeitskreis über das Thema Haftung. "Auch hierfür muss es Lösungen geben, um vermeiden zu können, dass Sendungen abhanden kommen", sagt Jaeppche. Welche das sein werden, ist noch unklar. Diskutiert werden technische oder sensorische Sicherungen. "Wichtig bei diesem Standard ist es, dass kein Risiko für den Nutzer entsteht", betont er.
Eine technische Spezifikation wurde auf europäischer Seite bereits erarbeitet, die Größen und Volumina der Boxen sowie ein Kinderschutz definiert. Hersteller können sich an den Angaben orientieren. Sie können aber auch umgekehrt ihre bereits entwickelten Lösungen dem Arbeitskreis vorstellen. Jaeppche: "Das hilft uns, eine saubere DIN zu finden, die  Risiken ausschließt." Darüber hinaus diskutieren die Experten auch in anderen, unterschiedlich besetzten Arbeitskreisen über die Nutzung öffentlicher Flächen sowie alternative Zustelllösungen in Innenstädten, um Verkehr und Emissionen zu reduzieren. Vorstellbar sind Konzepte mit Mikrodepots und Lastenrädern, wie sie KEP-Dienste in Nürnberg, Frankfurt und Hamburg derzeit in Pilotprojekten erproben.

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