Nissan e-NV200 im Test

Dicker Akku für den E-Lieferwagen

Nissan e-NV200 Foto: Thomas Küppers 21 Bilder

Nissan hat seinen schmucken Lieferstromer e-NV200 mit einer potenten 40-kWh-Batterie aufgerüstet. Damit wächst die Reichweite deutlich. Was er sonst noch auf dem Kasten hat, muss er im Test beweisen.

Preislich bleibt der Wagen in der Basis mit 28.660 Euro netto sehr attraktiv. Mit einer rechnerischen Maximalreichweite von 301 Kilometern, 275 nach NEFZ, wird er sogar für Kuriere interessant – für Handwerker allemal, die damit locker mehrere Tage auskommen. Im Test hat sich gezeigt, dass dieser Wert auch auf der Straße machbar ist. Der Haken: Die Reichweite erfordert höchste Disziplin und Leidens­fähigkeit. Doch auch mit warmen Gliedmaßen, etwas Musik und im richtigen Fahrmodus fährt der Nissan locker mehr als 200 Kilometer. Dabei glänzt er mit einem straffen, aber nicht unbequemen Fahrwerk.

Verschiedene Fahrmodi

Ein wichtiger Faktor ist nämlich die Stellung des Wählhebels. Der Fahrer hat die Wahl zwischen den Modi D und B plus Eco-Programm. Sofort nach dem Start ist Eco aktiv. Dadurch fällt die Fahrpedalkennlinie sehr defensiv aus. Der Nissan beschleunigt also zunächst zaghaft, aber sparsam. Dazu kann der Fahrer im B-Modus die maximale Rekuperation abrufen. Allerdings dürfte der Unterschied zwischen D und B gern noch etwas größer ausfallen. Je mehr das Fahrzeug rekuperiert, umso weniger muss der Fahrer unterwegs bremsen. Im besten Fall schwimmt er vorausschauend mit und bremst nur zum Anhalten. Ist Eco inaktiv, wird der Nissan zum Rabauken. Dann darf die E-Maschine zeigen, was sie hat, und drückt die Insassen auf den ersten Metern ganz schön in die Sitze.

Nissan e-NV200 Foto: Thomas Küppers
Zwei Schiebetüren und ordentlich Platz für Ladung.

Angenehmes Raumgefühl

Im Innenraum zeigt sich ein wenig, dass der e-NV200 kein nagelneues Auto mehr ist. Das Tachodisplay ist zwar spacig, aber schon etwas angestaubt. Dazu kommt ein grobkörniges Zusatzdisplay. Das Navi samt Infos zu den wichtigsten Elektrokennwerten geht in Ordnung. Dazu kommen praktische Ablagen, beispielsweise in der auf den ersten Blick unscheinbaren Armlehne, die im Inneren sogar einen ausgewachsenen Ordner aufnimmt, wie auch eine Schublade unterm Sitz. Die Beifahrerrückenlehne fungiert geklappt als Schreibtischchen. Auch beim Raumgefühl kann der Nissan punkten. Das liegt vor allem an der Breite: gut zwei Meter ohne Spiegel. Dafür baut er nicht so hoch und passt problemlos in jede Tiefgarage. So bietet er auch im Laderaum mehr als vier Kubikmeter.

Nissan e-NV200 Foto: Thomas Küppers
Das Cockpit wirkt futuristisch, aber nicht mehr ganz taufrisch.

Sitzheizung besser serienmäßig

Was die Sicherheit und die Assistenz betrifft, liefert Nissan alle gängigen Systeme wie ESP, Tempomat und ­Rückfahrkamera. Allerdings ist serienmäßig nur ein Airbag an Bord. Auf Wunsch sind Beifahrer- und Seitenairbags zu haben. Etwas unverständlich ist, dass Nissan in der Basisausstattung eine Sitzheizung nicht einmal anbietet. Selbst in der Pkw-Linie Evalia ist das Winterpaket inklusive Sitz- und Lenkradheizung nur gegen einen recht geringen Aufpreis (250 Euro) zu haben. Dabei könnte das in der Praxis noch ein paar Kilometer mehr aus der Batterie kitzeln. Beide brauchen wesentlich weniger Energie als das Heizgebläse, liefern die Wärme aber direkt zum Fahrer. Gebläse und Sitzheizung müssten im Verbund also weniger Strom abrufen, um dieselbe subjektive Heizwirkung zu entfalten.

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