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Neue Modelle der 1970er

Lkw-Modelle im Wandel der Zeit

Büssingtreffen, Oschersleben, LKW, Veteranentreffen Foto: Alexander Fischer 40 Bilder

Die 1970er waren das Jahrzehnt der schrillen Outfits, Disko-Musik, Drogenexzessen und freier Liebe. "ABBA" und "Boney M" stürmten die Charts, Deutschland wurde 1974 Fußball-Weltmeister und der "Heiße Herbst" schreckte das Land auf. Wir haben uns durch die wilden Siebziger gekämpft und zwischen Vietnamkrieg, RAF und Ölkrise die wichtigsten Lkw-Modelle des Jahrzehnts zusammengesammelt.

16.02.2018 Christoph Ostheimer

Im Vergleich zu heute gab es damals deutlich mehr Marken auf dem Lkw-Markt. Bei der Durchsicht der alten lastauto omnibus-Magazine sprangen mir Namen wie Saurer, Büssing, Steyr, Ford Transcontinental und Hanomag-Henschel ins Auge. Ich kann mich noch dunkel an einen verrosteten grau-grünen Mercedes LP in meiner Nachbarschaft erinnern. Damit fuhr ein Gemüsebauer immer mittwochs auf den Markt am Rathaus.

Umso bunter, umso besser

Ich muss allerdings gestehen, dass ich mich an die frühen Siebziger nur noch schemenhaft erinnern kann, da ich zu Beginn des Jahrzehnts noch sehr klein war. Deshalb kann ich die ersten Jahre der Dekade nur aus meiner Kinderzimmersicht schildern. Für mich war die damalige Zeit sehr unbeschwert und schrill zugleich. Mein Vater trug zu gerne pastellfarbene Anzüge auf seinen Geschäftsreisen. Es galt das Motto: umso bunter, umso besser. Den jüngeren Generationen ist es heute nur noch schwer zu vermitteln, dass solche farblichen Fehlgriffe damals wirklich modern waren.

Ich für meinen Teil wurde von meiner Mutter in sogenannte "Manchester"-Hosen gesteckt. Für alle, die nicht wissen, was das ist: Heute sagt man "Cord"-Hosen dazu. Darüber trug man unifarbene T-Shirts oder Pullover. Ich bekam von meinem Vater einmal ein T-Shirt von "West Ham United" geschenkt. Damals wollte ich das T-Shirt nie wieder ausziehen. Aber irgendwann hat es dann meine Mutter in die Wäsche geschmissen. Bei den damaligen Schuhen war viel künstlerisches Geschick und Fantasie gefragt. Ich konnte mir gegen Ende der Siebziger die coolen Adidas "Sambas" nicht leisten und so malte ich einfach einen dritten schwarzen Streifen auf meine billigen No-Name-Latschen. Die jungen Leute können sich das heute gar nicht mehr vorstellen. Meine Mutter trug damals ebenfalls sehr merkwürdige Blusen und Kleider. Wenn heute jemand damit rumrennen würde, würde die Mehrheit der Leute fragen, wo sie den Duschvorhang geklaut hat. Damals war das aber völlig normal.

Kurze Röcke, lange Haare

Damals war vieles "Normal", was heute als politisch unkorrekt gilt. Junge Frauen trugen extrem kurze Röcke und Overknee-Stiefel. Männer trugen plötzlich lange Haare und watschelten mit Cowboystiefel herum. Oder noch schlimmer Plateauschuhe. Dazu wurden die obersten zwei bis drei Hemdknöpfe nicht geschlossen, damit man das wallende Brusthaar auch ordnungsgemäß zu Schau stellen konnte. Heute werden so Zuhälter im Fernsehen dargestellt. Damals lief fast jeder so herum. Wenn wir schon bei Modesünden – mein Lieblingsthema nach Autos – sind, müssen wir uns auch über Schlaghosen und aufgestellte Kragen an Hemden und Polo-Shirts unterhalten. Liebe Generation vor mir: "Was habt ihr euch dabei gedacht?" Ich kenne nur eine Person, dem ein aufgestellter Kragen steht: Eric Cantona, "King Eric von Manchester United". Meiner Meinung nach, ist er der einzige Mensch, der so etwas tragen sollte!

Opel Rekord, Betzenberg und Stuyvesant

Teile meiner frühen Jugend habe ich bei meinen Großeltern im Saarland verbracht, wenn mein Vater auf Geschäftsreise war und meine Mutter Wochenenddienst im Krankenhaus hatte. Da war die Welt noch in Ordnung und einfach. Mein Großvater war Bergmann und meine Oma Hausfrau. Am Wochenende gab es zwei Pflichtveranstaltungen: Am Samstagmorgen wurde der Opel Rekord gewaschen und danach auf den Betzenberg nach Kaiserslautern zum Fußballschauen gefahren. Meine Großeltern waren nicht sehr religiös, aber wehe dir, wenn du den religiösen Ablauf am Samstag gestört hast. Mein Opa nahm mich ab und zu mit zu Spielen der "Roten Teufel". 1979 erreichten wir unter Trainer Kalli Feldkamp den dritten Tabellenplatz und selbst mein – sehr unterkühlter – Opa freute sich wie ein Schneekönig.

Das Heiligtum meines Opas waren immer seine Autos. Er hatte vom Opel Rekord B an alle Modelle dieses Typs und auch alle Vectra-Generationen danach. Heute würde man sagen, er war ein "Opelaner". Damals war es einfach normal Autos zufahren, die in der Nachbarschaft hergestellt wurden.

Mein Vater sah es lange Zeit sehr ähnlich, nur entschied er sich für die Marke Ford. So bevorzugte er Ford Capri und Ford Escort, bis er dem Charme der Marke Saab erlag und bis heute nur noch diese Marke fährt. Meine Mutter hatte damals einen weißen Simca 1501 Special mit roten (Kunst-)Ledersitzen. Als Kind war das super. Man konnte im Sommer auf der Rücksitzbank die verschwitzen Oberschenkel antrocknen lassen, um sie dann ruckartig abzureisen. Ach, das sind noch Kindheitserinnerungen!

Damals gab es auch noch kein Rauchverbot im Auto. Wenn ich mit meinen Eltern in den Urlaub gefahren bin, haben die auf der Fahrt an die Ostsee locker eine Schachtel "Stuyvesant" durchgequarzt.

Aston Martin, Die Zwei und Stairway to Heaven

Als mein Vater Mitte der Siebziger von einer Geschäftsreise aus Edinburgh zurückkam, brachte er mir zwei Modellautos mit. Einen gelben Aston Martin DBS – mein damaliges Lieblingsauto – aus der Sendung "Die Zwei" und einen Bristol 603. Ob daher meine Vorliebe für englische Autos kommt, kann ich heute nicht mehr genau sagen, aber ich gehe davon aus.

Meine Lieblingsserien damals waren "Die Zwei" mit Roger Moore und Tony Curtis. Zum Glück gab es damals noch keine FSK-Freigabe oder etwas Ähnliches und so durfte ich den beiden Detektiven beim Herumblödeln zusehen. Auch mit "MASH" und "Die Waltons" ließ sich prima die Zeit vertreiben, wenn es draußen mal wieder schüttete wie aus Kübeln. Auch an die Musik von damals kann ich mich noch gut erinnern. Mein Vater liebte die englischsprachigen Lieder vom Schlage "Stairway to Heaven" von Led Zepplin, "Lucky Man" von Emerson, Lake und Palmer und "London Calling" von The Clash. Meine Mutter hörte sehr gerne "Am Tag, als Conny Kramer starb" von Juliane Werding.

Kommen wir am Ende aber wieder zu den tollen Lkw, die dieses Jahrzehnt auf die Straße gestellt hat. Folgen Sie mir durch ein Revival der Laster der 70er! Vielleicht ist auch Ihr erster Lkw in unserem Ranking mit dabei …

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