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NEE-Studie zur Verlagerung

Schienenkapazität lässt sich verdoppeln

Terminal Foto: Matthias Rathmann

Mit einigen effektiven Maßnahmen und vergleichsweise überschaubarem Finanzbedarf lassen sich die Güterkapazitäten auf der Schiene verdoppeln. Das geht aus einer Studie im Auftrag von NEE und VPI hervor.

Mehr Güter auf die Schiene – mit einigen effektiven Eingriffen in Verkehrsinfrastruktur kann die Politik den Ankündigungen Taten folgen lassen und die Kapazität der Schiene für Güterverkehre bis zum Jahr 2035 verdoppeln. Das geht aus der Studie „Klima-Plus-Programm für mehr Verkehr auf der Schiene“ des Beratungshauses KCW im Auftrag des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen (NEE) und des Verbands der Güterwagenhalter in Deutschland (VPI) hervor. KCW ging bei der Studie von einem Marktanteil der Schiene von 19 Prozent im Güterverkehr und von einer Verkehrsleistung von etwa 130 Milliarden Tonnenkilometer aus.

Zusätzliche Mittel von 4,2 Milliarden Euro bis 2035

Voraussetzung für die Verdopplung der Frachtkapazitäten ist, dass wichtige Projekte des vordringlichen Bedarfs aus dem Bundesverkehrswegeplan (BVWP) auch tatsächlich umgesetzt werden – hierbei handelt es sich um 22 größere Streckenausbauten und 71 Verlängerungen von Überholgleisen. Darüber hinaus machen die Autoren der Studie 38 meist kleinere Netzprojekte sowie vier wichtige Europaprojekte aus, die zusammen mit 4,2 Milliarden Euro bis 2035 zu Buche schlagen würden – jährlich im Schnitt also rund 280 Millionen Euro.

Damit könnten gezielt Flaschenhälse im Netz beseitigt werden. Als Schwerpunkte nennen die KCW-Berater hier die Elektrifizierung bestehender Strecken, zusätzliche Gleise neben bestehenden Strecken und kürzere Signalabstände. „Tatsächlich neu gebaut werden müssten gerade einmal 15 Kilometer Strecke“, sagt NEE-Geschäftsführer Peter Westenberger. Ohne neue Mammutprojekte und mit den besagten 280 Millionen Euro mehr im Jahr könne der Bund eine substanzielle klimafreundliche Trendwende im Güterverkehr bewerkstelligen und sein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlösen, deutlich mehr Güter auf die Schiene zu bringen.

Waidhaus an der A6: 6.530 Lkw, aber nur 20 Güterzüge

Nicht nur national, sondern auch im grenzüberschreitenden Verkehr könnten Güterbahnen Spediteure bei ausreichenden Kapazitäten und guten Angeboten auf die Schiene locken. Exemplarisch führen die Autoren auf, wo Güterbahnen im Vergleich mit dem Lkw deutlich das Nachsehen haben. Am Grenzübergang Waidhaus nach Tschechien (A6) sind täglich im Schnitt 6.530 Lkw unterwegs, auf der parallel verlaufenden Bahnstrecke aber nur 20 Züge. Nach Polen am Grenzübergang Görlitz (A4) sind es 8.710 Lkw, aber nur 40 Züge und am Grenzübergang in die Niederlande bei Venlo (A40 und A61) kommen auf 18.620 Lkw nur 75 Züge. Hier bestehe erheblicher Nachholbedarf und damit offenkundig auch erhebliches Potenzial für ein besonders starkes Wachstum, heißt es.

Grüne: Berücksichtigung in Finanzplanung

Die Grünen schließen sich den Forderungen der Studie an. „Mit vergleichsweise geringen Investitionen in das Schienennetz kann die infrastrukturelle Basis für die Verdopplung des Marktanteils der Güterbahnen geschaffen werden“, erklärt der bahnpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, Matthias Gastel. Der Rückbau von Bahninfrastruktur und damit die Vernichtung von Kapazitäten müsse endlich beendet werden, ergänzt er. Gastel erwartet von der Bundesregierung, dass sie die von der Studie ausgemachten zusätzlichen Kosten von 4,2 Milliarden Euro in den nächsten 15 Jahren in ihrer mittelfristigen Haushaltsplanung berücksichtigt.

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