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Nächster Halt Deutschland-Takt

Schienenkonferenz des BMVI

Foto: BMVI

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CS) sieht den geplanten Deutschlandtakt auf einem guten Weg. Auf einer Schienenkonferenz präsentierte er einen zweiten Gutachterentwurf, der neben Ausbaumaßnahmen das Zugsicherungssystem ECTS und digitale Stellwerktechnik vorsieht.

Durch die genannten Maßnahmen sollen mehr Kapazitäten im Schienenverkehr geschafft werden. "Gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verbänden wollen wie bis 2030 die Zahl der Fahrgäste verdoppeln und mehr Güter auf die Schien bringen“, sagte Scheuer bei der Vorstellung des Zwischenberichts des Zukunftsbündnisses Schiene in Berlin. Ein wichtiger Baustein sei dabei der Deutschlandtakt - ein abgestimmter, vertakteter Zugfahrplan für ganz Deutschland, der Nah- und Fernverkehr integriert.

Zielfahrplan für das Jahr 2030 liegt vor

Mit dem zweiten Gutachterentwurf liegt nach Angaben des BMVI nun der komplette Zielfahrplan für das Jahr 2030 inklusive Fern-, Nah- und Güterverkehr vor. Zum Deutschlandtakt sagte Scheuer: "Wir möchten, dass er bereits zum Jahr 2021 in den ersten Regionen startet. Er soll schnell erfahrbar und etappenweise umgesetzt werden.“

Laut dem BMVI profitieren Bahnkunden von optimalen Verbindungen, kürzeren Aufenthalten an den Bahnhöfen und kürzeren Fahrzeiten. Der Güterverkehr profitiere durch spezielle Trassen und einem gezielten Infrastrukturausbau. Die operative Umsetzung wird bei der Deutschen Bahn liegen, die bis zum Herbst ein Vorschlag für ein Stufenkonzept mit den erforderlichen Infrastrukturen vorlegen soll

Allianz pro Schiene will Finanzzusagen

Die Allianz pro Schiene begrüßt Bekenntnis der Bundesregierung auf dem Schienengipfel: „Ein aufeinander abgestimmter, verlässlicher und dichter Fahrplan fördert die Attraktivität der Schiene“, sagte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene. Laut Flege halten die finanziellen Zusagen des Bundes aber nicht mit seinen Ankündigungen Schritt. „Jetzt geht es aber darum, die Absichten durch konkrete Finanzzusagen im Bundeshaushalt zu untermauern.“ Als Beispiele dafür nannte Flege die Stärkung der Schieneninfrastruktur einschließlich der weiteren Elektrifizierung, zweitens das Bundesprogramm Zukunft Schienengüterverkehr und drittens die Entlastungen bei Steuern und Abgaben. „Dieser Dreiklang würde die Schiene zukunftsfähig machen.“

Als ein wichtiges Element des Zukunftsbündnisses Schiene nannte Flege den Kampf gegen den Fachkräftemangel. „Hier leistet das Zukunftsbündnis Schiene wichtige Basisarbeit, um die Eisenbahnbranche in der Konkurrenz mit anderen Wirtschaftszweigen um Fachkräfte nach vorn zu bringen.“ Flege forderte den Bund auf, die Förderung der Aus- und Weiterbildung mit anderen Verkehrsträgern gleichzustellen.

Verkehrsverband hat Schienengüterverkehr im Blick

Der Verband der Deutschen Verkehrsunternehmen (VDV) fordert nach dem Schienengipfel, den Schienengüterverkehr beim Deutschland-Takt stärker zu berücksichtigen. Mit Blick auf den Personenverkehr seien die bisherigen Arbeitsergebnisse, an denen auch der VDV mitarbeite, auf dem richtigen Weg. „Allerdings weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass für die weiteren Planungen zur Umsetzung des Deutschland-Takts die Anforderungen des Schienengüterverkehrs noch stärker bedacht werden müssen. Nur mit einem ausgewogenen Vorschlag, der sowohl die Bedürfnisse des Personen- als auch des Güterverkehrs auf der Schiene berücksichtigt, sind die verkehrspolitischen Ziele einer deutlichen Steigerung der Kundenzahlen und einer Verlagerung von Gütermengen erreichbar“, so VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff.

Insgesamt sieht der VDV die Arbeit des Zukunftsbündnisses Schiene auf gutem Weg, um die Ziele zur nachhaltigen Stärkung des Eisenbahnsystems in Deutschland zu erreichen. Es sei aber noch einige Schritte mehr notwendig – etwa stehe und falle vieles mit der notwendigen Finanzierung der Maßnahmen durch Bund und Länder. „Von daher erwarten wir, dass unser Engagement und unsere konkreten Vorschläge aus dem Zukunftsbündnis Schiene schon im Bundeshaushalt für das kommende Jahr entsprechend finanziell unterlegt sind“, so Wolff.

Förderung von Innovationen

Dringend nötig sei beispielsweise die stärkere finanzielle Förderung von Innovationen der Branche, etwa zu den Themen Digitalisierung und Automatisierung. Deshalb sollte dafür ein Bundesprogramm Forschung Schiene aufgestellt werden, so die Forderung des VDV. „Auch die Förderung der ETCS-Ausstattung nicht nur bei der Infrastruktur, sondern auch bei den Fahrzeugen muss schnellstmöglich umgesetzt werden“, so Wolff abschließend.

Poistiv für den Personenverkehr, eine Bremse für den Güterverkehr: So sieht der Landesverband Bayerischer Spediteure (LBS) die Tendenz nach dem Schienengipfel. „Für stabile und funktionierende Liefer- und Logistikketten braucht die Wirtschaft auch für den Güterverkehr einen Deutschland-Takt, um Güter dauerhaft von der Straße auf die Schiene zu verlagern“, fordert Sabine Lehmann, Geschäftsführerin des LBS. „Das ist aus unserer Sicht auf der bestehenden Infrastruktur und im Wettbewerb mit einem dann intensivierten Personenverkehr nicht darstellbar.“ Die nach dem Gipfel verlautbarte vage Ankündigung „spezieller Trassen“ und eines „gezielten Infrastrukturausbau“ machen laut Lehmann wenig Hoffnung auf schnelle und effiziente Lösungen.

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