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Nach Hermes ist Meyer Logistik an der Reihe

Erste eActros rollen zu den Kunden

Foto: Daimler AG

Daimler-Nutzfahrzeugvorstand Martin Daum will Erfahrungen mit rein elektrisch angetrieben Lkw sammeln. Hybrid-Lkw sieht er skeptisch.

Speditionen und Werkverkehre können den rein elektrisch angetriebenen Actros von Mercedes-Benz ab dem Jahr 2021 bestellen. Davon geht Daimler-Nutzfahrzeugvorstand Martin Daum aus, wie er der Fachzeitschrift trans aktuell erläuterte. „Die ersten zehn Erprobungsfahrzeuge gehen bis Jahresende zu den Kunden, ein Jahr später werden sie an die nächsten Kunden übergeben“, sagte er. Den ersten eActros hat Daimler bereits ausgeliefert, er läuft bei Hermes in der Flotte. Meyer Logistik ist in zwei Wochen an der Reihe. Das Unternehmen will den Lkw für seinen Kunden Rewe in der Lebensmitteldistribution einsetzen.

Daimler möchte mit dem eActros in der Kundenerprobung in unterschiedlichen Einsatzarten umfangreiche Erfahrungen sammeln und setzt dafür verschiedene Konfigurationen und Aufbauten ein. Verfügbar ist der eActros, der Reichweiten von bis zu 200 Kilometern realisieren soll, in zwei Varianten mit Gesamtgewichten von 18 bis 25 Tonnen.

Daimler will 40 Tonnen und elektrische Zugmaschine

Vorstandsmitglied Daum bekräftigte zugleich, dass es die Absicht von Daimler ist, bei Reichweite und Tonnage weitere Fortschritte zu erzielen. „In den USA sind wir bei Freightliner dabei, die Reichweite zu strecken. Dort kommen wir aufgrund der unterschiedlichen Einsatzbedingungen nicht mit 200 Kilometern wie in Deutschland klar, sondern brauchen doppelt so viele“, sagte er. „Was die Gewichte angeht, werden wir um 40 Tonnen und die Elektrifizierung einer Zugmaschine nicht herum kommen.“

Skeptisch steht Daum Hybrid-Fahrzeugen gegenüber. „Er ist mehr etwas fürs gute Gefühl und grüne Image, als dass er uns tatsächlich voran bringt.“ Ein Hybrid-Lkw sei nichts Ganzes und nichts Halbes. „Er benötigt das gesamte Abgasnachbehandlungssystem und das gesamte Kühlungssystem für den Motor, erreicht im Gegenzug aber nur relativ überschaubare Effekte.“

Was den Oberleitungs-Lkw angeht, macht Daum aus seiner Ablehnung kein Geheimnis. „Die Oberleitung ist eine von mir hochgeschätzte Technologie. Man sagt auch Bahn dazu.“ Der Stromantrieb über die Oberleitung habe sich bereits Jahrzehnte auf der Schiene bewährt. „Das ist der ideale Anwendungsfall. Ich sehe daher keinen Bedarf, sie auch noch auf die Straße zu bringen.“ Daimler wird sich trotzdem am geplanten Feldversuch in Baden-Württemberg beteiligen, wenn auch nicht mit einem Lkw mit Geweih. „Wir bringen mit einem eActros einen Gegenentwurf auf die Straße“, kündigt Daum an. Vollständiges Interview hier.

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