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Ministerium fördert Blockchain-Projekt

Logistik sagt Manipulation den Kampf an

Blockchain Foto: Fotolia

Forschungsministerium fördert das Blockchain-Projekt Hansebloc der Logistik-Initiative Hamburg mit 1,9 Millionen Euro.

06.08.2018 Carsten Nallinger

Bisher werden Transport-Begleitpapiere, Frachtbriefe und Zolldokumente von Transport- und Logistikdienstleistern noch in Papierform, über E-Mail- und Clouddienste sowie Frachtbörsen ausgetauscht. Diese Formen sind aufgrund der zahlreichen Schnittstellen fehleranfällig. Da zudem einheitliche Standards fehlen, fallen Manipulationen so gut wie nicht auf. Die Logistik-Initiative Hamburg will diese Probleme mit dem Projekt Hansebloc mittels Blockchain (siehe unten) lösen.

Dezentrales Speichern macht das Fälschen schwer

Anders als bei einer zentralen IT-Plattform werden bei der Blockchain sozusagen identische digitale Urkunden dezentral an verschiedenen Punkten in einem Netzwerk ablegt. Dadurch entsteht eine verteilte Datenbank, an der Änderungen nur mit dem Konsens des gesamten Netzwerks möglich sind.

Im Rahmen des Projekts Hansebloc soll nun auf diese Weise der sichere elektronische Austausch von Frachtbriefen erfolgen. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine Stand-alone-Lösung, sondern um eine Verknüpfung der bestehenden Speditions- und Transport-Management-Systeme mit der Blockchain. Damit werden dann auch an dieser Stelle Medienbrüche vermieden.

Vier norddeutsche Logistiker beteiligt

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt das Hamburger Projekt „Hansebloc – Hanseatische Blockchain-Innovationen für Logistik und Supply Chain Management“ im Rahmen der Förderung von „Strategischen KMU-Innovationsverbünden in Netzwerken und Clustern“. Das Ganze läuft bis September 2020. Die Gesamtkosten liegen bei rund 3,1 Millionen Euro, von denen das BMBF etwa 1,9 Millionen Euro trägt.

Das dafür ins Leben gerufene Konsortium besteht aus zehn norddeutschen Verbundpartnern aus dem Netzwerk der Logistik-Initiative Hamburg, die zudem als Koordinator fungiert. Beteiligt sind die vier Logistiker Emons, Kroop, Sovereign Speed und Shot Logistics, vier IT-Dienstleistern sowie die beiden Hochschulpartner HAW Hamburg und Kühne Logistics University.

Die Blockchain

  • Die sogenannte Blockchain ist mit der virtuellen Währung Bitcoin entstanden
  • Dabei werden keine Informationen wie Kartennummern, Namen oder Adressen bei Finanztransaktionen ausgetauscht
  • Mit dem digitalen Kontoauszug für Transaktionen zwischen Computern wird jede Veränderung genau erfasst
  • Die Informationen darüber sind dezentral und transparent auf viele Rechner verteilt speichert, sodass sie nicht manipulierbar sind
  • Die Idee des dezentralen Buchungssystems lässt sich auf viele Bereiche übertragen, so etwa auf Begleitpapiere und Verträge in der Logistik

So funktioniert das Ganze

  • Die Blockchain besteht aus einer Reihe von Datenblöcken
  • In diesen Blöcken sind eine oder auch mehrere Transaktionen gespeichert
  • Ob es sich dabei um Zahlungen, Lieferungen oder Verträge handelt, ist unerheblich
  • Die Daten dazu werden nacheinander angelegt und elektronisch verschlüsselt
  • Die Daten sind jedoch nicht zentral, sondern im Netzwerk aller Nutzer abgespeichert und somit transparent
  • Aufgrund der Verkettung der Inhalte ist das Ganze unveränderlich, die Verschlüsselung ist ein zweiter Baustein in Sachen Sicherheit
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