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Zu Besuch beim Logistiker First Class

Auf den Hund gekommen

Foto: First Class Family

Der Logistiker First Class mit Sitz in Raunheim bei Frankfurt am Main baut derzeit seine Sprengstoffspürhunde-Teams weiter aus.

Holger Hille, Geschäftsführer First Class Zollservice, war vor 26 Jahren als Zolldeklarant für Spediteure gestartet. Im Laufe der Jahre hat er sein Unternehmen zum Dienstleister für Zollangelegenheiten weiterentwickelt. Bis ihn der Terroranschlag in New York am 11. September 2001 veranlasste, sich neu auszurichten – vom reinen Zollabfertiger zum Experten für Luftfrachtkontrollen und Transportkettensicherheit. Heute beschäftigt First Class 65 Mitarbeiter und betreibt bundesweit mehr als zehn Standorte. „Wir verfügen standortübergreifend über sechs Frachtröntgenanlagen, um Luftfracht kontrollieren zu können“, erzählt Hille. „Zollanträge und alles, was dazugehört, stellen wir aber heute noch“, fügt er hinzu.

Tägliches Hundetraining

Seit einigen Jahren arbeitet das Unternehmen mit Sprengstoffspürhunden für Luftfrachtkontrollen. Derzeit baut First Class die Sprengstoffspürhunde-Teams weiter aus. Zusätzlich zum Segment der Luftfrachtkontrollen will First Class noch stärker in der Event­sicherung aktiv werden. Derzeit hat das Unternehmen fünf Spürhunde, die intensiv ausgebildet und in täglichen Einheiten trainiert werden. „Unser größtes Betätigungsfeld ist der Frankfurter Flughafen“, sagt Hille. Der Dienstleister sei inzwischen aber auch regelmäßig in Stuttgart tätig und eröffne demnächst in Hahn eine Frachtkontrollstation, also eine Röntgenanlage mit Mitarbeitern.

First Class hat sich vom Luftfahrtbundesamt (LBA), dem TÜV (Qualitätsmanagement) und dem Zoll zertifizieren lassen und wurde Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter (AEO C/S). Mit dieser Bewilligung wurde First Class als zuverlässig eingestuft und erlangte den höchsten Sicherheitsstatus. Das Unternehmen wurde zudem Reglementierter Beauftragter. „Wir erstellen Sicherheitsprogramme, schulen fremde Mitarbeiter online oder frontal und begleiten unsere Kunden über die Zulassung hi­naus, falls gewünscht“, sagt Hille.

Der Dienstleister ist in der hessischen Weiterbildung geprüfter Bildungsträger für alle Aus-, Fort- und Weiterbildungen. Das Unternehmen versteht sich damit als führender Anbieter für Fachschulungen, Luftsicherheit, Transport- und Frachtmanagement sowie Im- und Exportlösungen. Fünf First-Class-Ausbilder im Bereich Luftsicherheit sind zudem durch das LBA zertifiziert und ­zugelassen.

Künftig mehr Onlineschulungen

Vor allem den Bereich Onlineschulungen will First Class noch weiter ausbauen. Thematisch sollen mehr Zugelassene Wirtschaftsbeteiligte sowie Beteiligte der sicheren Lieferkette ausgebildet und weitere verschiedene Sicherheitsschulungen angeboten werden. Kunden können bei First Class auch einen Drohnenführerschein machen. Hinzu kommen rund 42 Zollschulungen, die das Unternehmen mitvermarkten möchte, denn auch mit dem neuen Unionszollkodex (UZK) sind einige Änderungen auf die Unternehmen zugekommen. Luftsicherheitsschulungen, aber auch Fort-und Weiterbildung im Bereich Zoll und Außenwirtschaft deckt First Class ab.

„Viele haben keine Zeit, sich darum zu kümmern – und hier kommen wir ins Spiel“, sagt ­Hille. Zumal sich Onlineschulungen auch im Urlaub oder zu Hause auf der Couch absolvieren lassen und kostengünstiger sind. Allerdings hält Hille Frontalschulungen nach wie vor für die bessere Variante, da sich Fragen schneller beantworten ließen und der Lerneffekt intensiver sei. „Wir beschäftigen keine externen Dozenten“, sagt der Geschäftsführer. Alle Ausbilder werden zudem permanent geschult. Darauf legt er besonderen Wert, denn das spiegele die Qualität seines Dienstleistungsangebots wider.

Häufig fungiere First Class als Notfallmanager für seine Kunden. „Wir sind rund um die Uhr da und können jederzeit reagieren, sollte mal eine Sendung irgendwo stehen“, erläutert er. Oder wenn eine Zulassung eigentlich „schon gestern“ benötigt wird, eine Schulung in Kürze abläuft, Audits anstehen oder eine Sendung ganz besonderes Handling erfordert.

Marktlücke Datenschutz

Neu ist die Schulung für ­Datenschutzbeauftragte. First Class schult die Mitarbeiter seiner Kunden zum Thema Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), bietet aber auch an, als externer Datenschutzbeauftragter in deren Unternehmen tätig zu werden. „Wir glauben, hier eine Lücke im Markt erkannt zu haben, und werden diesen Bereich weiter ausbauen“, sagt Hille. Und die Nachfrage sei hoch. Das Schlimme an der DSGVO sei, dass viele gar nicht verstünden, worum es eigentlich gehe. Hier will der Dienstleister aufklären und helfen, die Vorschriften umzusetzen. Schulungsprogramme sind geschrieben und Checklisten erstellt.

Um Kunden künftig noch besser ansprechen zu können, will das familiengeführte Unternehmen unter der Marke First Class Family seine speziellen Kompetenzfelder noch deutlicher hervorheben. Dabei bildet die First Class Family das Dach für die neuen Kompetenzmarken First Class Academy, Consults, Freight, Warehousing und Security. „Unsere Kunden wissen dann direkt, an wen sie sich wenden können – der Auftritt wird einfach und klar strukturiert sein“, erläutert der Geschäftsführer. Und First Class will weiter wachsen, „aber nicht um jeden Preis“. Die Zufriedenheit der Mitarbeiter und der Service am Kunden rangieren Hilles Aussagen zufolge immer an erster Stelle.

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