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Steuerbegünstigter Sachlohn

So geht mehr Netto vom Brutto

Foto: K.-U. Häßler - Fotolia

Mithilfe von steuerbegünstigtem Sachlohn können Speditionen ihren Mitarbeitern effektiv mehr Lohn bezahlen.

Es ist stets der gleiche Effekt: Genehmigt der Chef eine Gehaltserhöhung oder zahlt eine Prämie, kommt beim Mitarbeiter nicht allzu viel an. Schließlich gehen von dem schönen Geld ja noch Steuern und Sozialabgaben ab. Betrachtet man die konkreten Zahlen, stellt sich schnell Ernüchterung ein. Wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer etwa eine Gehaltserhöhung von 200 Euro aushandeln, erhält der Arbeitnehmer etwa 95 bis 105 Euro, je nach Steuersatz oder Freibeträgen. Die Differenz davon erhalten Finanzämter, Sozialversicherungsträger oder Berufsgenossenschaften. Hinzu kommt, dass Gehaltserhöhungen für viele Betriebe ein wahrer Kraftakt sind. Wie mehr Netto vom Brutto übrig bleibt, erklärte Astrid Weihmann, Geschäftsführerin der Unternehmensberatung Effektive Finanzkontrolle (EFK) kürzlich beim UPM-Speditionstag in Augsburg. Der Schlüssel dazu liegt in Gestaltungsmöglichkeiten aus dem Steuerrecht.

Sachlohn ist in jedem Fall begünstigt

Somit ist es möglich, Lohn de facto zu er­höhen, ohne letztlich die Kosten für den Arbeitgeber zu steigern. Zum Beispiel mit der Umwandlung von Barlohn in alternative Vergütungsbestandteile oder Sachlohn. Dieser ist laut § 8 Absatz 2 Einkommensteuer­gesetz (EStG) definiert als „Einnahmen, die nicht in Geld bestehen“. Das Entscheidende: Sachlohn ist entweder steuerfrei, pauschalbesteuert oder sozialversicherungsfrei – also in jedem Fall begünstigt – etwa, indem der Arbeitgeber die Kosten für Telefon, Tanken, Einkaufen oder Internet übernimmt. Der letzte Punkt bedeutet konkret, dass der Arbeitgeber für die private Nutzung des Internets der Arbeitnehmer zu Hause eine Internetzulage gewähren kann. Hierbei ist ein Zuschuss von bis zu 50 Euro pro Monat möglich, und zwar für Grundgebühr, Internetnutzung, Einrichtungskosten oder die Anschaffungskosten des Computers oder Handys. Achtung: Bei den 50 Euro handelt es sich um eine Freigrenze, nicht um einen Freibetrag. Das heißt: Wird die Freigrenze überschritten, wird der gesamte Betrag steuer- und sozialversicherungspflichtig.

EFK, Astrid Weihmann Foto: Astrid Weihmann
Astrid Weihmann: "Prepaid-Kreditkarte schafft positive Bindung ans Unternehmen."

Und es gibt noch weitere Möglichkeiten für einen steuerfreien Sachlohn: Beispielsweise in der Übernahme von Kindergartengebühren, die vor allem in südlichen Bundesländern noch zu bezahlen sind. Ebenso können Arbeitgeber gemäß § 8 Abs. 2 S. 11 EStG einen Sachbezug von monatlich 44 Euro an die Mitarbeiter gewähren – beispielsweise in Form einer Prepaid-Kreditkarte. Sinnvoll ist es, die Prepaid-Kreditkarte auf die eigene Firma zu branden. Dann hat sie einen zusätz­lichen Nutzen für den Arbeitgeber. Denn jedes Mal, wenn der Mit­arbeiter bezahlt, denkt er positiv an den Chef. „Dies schafft eine zusätzliche positive emotionale Bindung an das Unternehmen“, betont Weihmann. Der Mitarbeiter kann die monatlichen 44 Euro das Jahr über ansammeln – und sich dann auch größere Wünsche erfüllen wie etwa eine Wasch­maschine oder ein Smartphone.

„Tue Gutes und rede darüber.“

Gutes kann der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern auch mit einer Erholungsbeihilfe tun. Diese wird pauschal mit 25 Prozent besteuert und ist sozialver­sicherungsbefreit. Allerdings darf hierbei die Freigrenze von 156 Euro im Jahr für den Arbeitnehmer nicht überschritten werden, ebenso 104 Euro für dessen Ehegatten und 52 Euro je Kind. Für eine dreiköpfige Familie kommen so sehr schnell 312 Euro zusammen. Die Auszahlung in bar ist möglich. „Es spielt sich einiges Positives im Kopf des Mitarbeiters ab, wenn er vom Chef einen Umschlag mit drei grünen Scheinen erhält“, schildert Weihmann. Weitere steuerfreie oder -begünstigte Maßnahmen zählt der Kasten oben auf. Wichtig für den Arbeitgeber ist, nach dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ zu verfahren. Das heißt, diese Vorteile für Mitarbeiter sollten auf jeden Fall nach außen kommuniziert werden, beispielsweise auf Karriereseiten. Dies hilft, neue Mitarbeiter schneller zu finden, ans Unternehmen zu binden und letztlich die Arbeitgeber­attraktivität sowie Motivation zu steigern.

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