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Logistikkonzern DSV erweitert

DSV plant eigenes Netz in Deutschland

Projekt: Der dänische Logistikkonzern DSV will für Teil- und Komplettladungen ein eigenes Netz in Deutschland aufbauen.

Teilpartien und einzelne Paletten vertragen sich nicht. Deswegen gliedert der dänische Logistikkonzern DSV Teilpartien Schritt für Schritt aus seinem Stückgutnetz aus. Ziel ist der Aufbau eines eigenen Netzes für Teil- und Komplettladungen, das parallel zu den bestehenden Stückgutverkehren betrieben werden soll. Letztere sollen nach DSV-Vorstellungen auch weiterhin über das Netz der Kooperation IDS laufen.
»Wir sehen im Teil- und Komplettladungssegment ein ebenso großes Potenzial wie im Stückgutmarkt«, erläutert Bo Thygesen, Regionalmanager des Bereichs DSV Road Deutschland, gegenüber trans aktuell. Daher wolle man diesen Bereich entsprechend ausbauen. Der Startschuss erfolgte zu Monatsbeginn an den Standorten Neuss, Aschaffenburg, Schwieberdingen und Lahr. Die restlichen acht deutschen DSV-Lkw-Standorte werden sukzessive folgen. Nächstes Jahr soll das Netz dann geknüpft sein.
In anderen europäischen Ländern betreibt DSV bereits eigene Netze für Teilpartien und Komplettladungen, so etwa in Frankreich und in Dänemark. Die Ausweitung auf den deutschen Markt sei somit eine logische Konsequenz, heißt es – und ein weiterer Schritt in Richtung europaweites Komplettladungsnetz.

Ohne Risiko ist das Ganze jedoch nicht. Ein eigenes Netz setzt immer auch die entsprechenden Mengen voraus. »Es ist aber nicht so, dass wir mit nichts anfangen«, sagt Thygesen. Schon heute transportiere DSV eine erhebliche Menge an Teil- und Komplettladungen. Doch auch langfristig müsse man sich darum bemühen, dass der Laderaum optimal ausgelastet ist. Der Logistikdienstleister ist der Ansicht, dass sowohl die Kunden als auch er selbst von diesem Schritt profitieren werden. Denn bisher verlädt DSV Teilpartien hierzulande nach Bedarf, also nicht unbedingt planbar. Das Problem dabei: »Auf diesem wechselnden Chartermarkt schwanken nicht nur die Leistungsmöglichkeiten, sondern auch die Preise«, erläutert Regionalmanager Thygesen.

Das eigene Netz soll dem entgegenwirken. DSV will mit dem Aufbau fester Linien dazu beitragen, Kosten und Kapazitäten zu stabilisieren. »So können wir unseren Kunden die gefragte Leistung zu jeder Zeit liefern«, verspricht Thygesen. Das gelte im Übrigen auch in der Anfangsphase, wenn eventuell noch nicht die volle Auslastung erreicht werde.
Wenn alles planmäßig läuft, soll die Zahl der Abfahrten bis zum Jahr 2014 sukzessive steigen. Die entsprechenden Rundläufe will DSV überwiegend mit festen Transportpartnern abwickeln, die an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert sind.
»Dieses Konzept hat sich bereits in anderen Geschäftsfeldern bewährt«, berichtet Thygesen. In jedem Fall will das Logistikunternehmen die Fäden in der Hand behalten, eine Anbindung an ein anderes Komplettladungsnetz wie Elvis komme erst einmal nicht infrage. Obwohl DSV vor allem auf Subunternehmer setzt, unterhält die Firma weiterhin einen eigenen Fuhrpark. Der beläuft sich in Deutschland auf knapp 200 Fahrzeuge.
Zum Teil- und Komplettladungsnetz hätte es auch eine Alternative gegeben. Die lautet: Alles bleibt, wie es ist. DSV bestreitet nicht, dass sich größere Ladungen in Stückgutnetzen bewegen lassen. »Die Teilladungen werden dann allerdings eher stiefmütterlich behandelt, da sie nur dazu dienen, die Stückgutlinien zu füllen«, sagt der Regionalmanager. Bleibt also die anfängliche Erkenntnis: Teilpartien und einzelne Paletten vertragen sich einfach nicht.

Die Firma
Der dänische Logistikkonzern DSV beschäftigt weltweit etwa 21.800 Mitarbeiter. Er setzte im vergangenen Jahr in 60 Ländern rund 4,8 Milliarden Euro um. Die Geschäfte sind in drei Bereichen gebündelt: Straße (Road), Luft- und Seefracht (Air & Sea) sowie Logistiklösungen (Solutions). In Deutschland hat das Unternehmen an 52 Standorten insgesamt 3.400 Mitarbeiter. Im ersten Halbjahr erzielte DSV einen Konzernumsatz von 2,7 Milliarden Euro, was einem Plus von zwölf Prozent entspricht. Das Vorsteuerergebnis kletterte um 29 Prozent auf 139,3 Millionen Euro.

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