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Lkw-Teststrecken gefordert

Autobahnkorridor für alternative Antriebe

Foto: Esoro/Coop

Lkw mit Oberleitungs-, Batterie- und Wasserstoffantrieb sollen eigene Teststrecken auf Autobahnen bekommen. Das geht aus einem Agora-Forderungspapier hervor.

Neben Oberleitungs-Lkw sollen auch rein batterie-elektrisch und mit Brennstoffzellen angetriebene Lkw eigene Teststrecken auf Autobahnen bekommen. Der Innovationskorridor für diese drei Antriebsarten soll sich auf jeweils etwa 300 bis 500 Kilometer Länge belaufen. Entlang dieser Korridore sollen batterie-elektrisch angetriebene Lkw an ultraschnellen Ladesäulen und Brennstoffzellen-Lkw an Wasserstofftankstellen Stopps einlegen können.

"Doppelter Booster" mit mehr als 50 Maßnahmen

Das fordern die Initiativen Agora Energiewende und Agora Verkehrswende in einem gemeinsamen 48 Seiten starken Forderungspapier mit dem Titel „Der doppelte Booster“. Darin unterbreiten die Initiativen, die sich im Dialog mit Experten und Öffentlichkeit für den umweltgerechten Umbau des Energie- und Verkehrssystems einsetzen, mehr als 50 Maßnahmen, um die Wirtschaft mit klimafreundlichen Impulsen im Zeichen der Coronakrise anzukurbeln.

„Im Moment steht Corona im Fokus, aber die Klimakrise ist immer noch da: 2020 könnte wieder eines der trockensten Jahre in Deutschland werden und eines der heißesten weltweit. So eindringlich, wie die Wissenschaft vor den Folgen einer ungebremsten Pandemie warnt, so warnt sie auch vor den Folgen der globalen Klimakrise“, erklären Dr. Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende und Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende. „Wir haben weder die Zeit noch ausreichende Mittel, um die Corona- und die Klimakrise nacheinander zu lösen.“

Investitionen von 100 Milliarden Euro erforderlich

Mit insgesamt 100 Milliarden Euro soll die Bundesregierung ihrer Ansicht nach in den nächsten zwei Jahren Investitionen in einem Dutzend Bereichen anstoßen – von der Energie- und Verkehrswirtschaft über den Bau bis hin zur Stahl- und Wasserstoffindustrie der Europäischen Union. Damit solle die Wirtschaft nicht nur gesunden, sondern zugleich auch so umgebaut werden, dass sie bis 2050 klimafreundlich werden kann.

Neben den Innovationskorridoren regen die Verfasser des Papiers auch eine bessere intermodale Verzahnung von Logistikprozessen an. „Daher sollte zudem ein innovatives Logistikkonzept für Kombinierte Verkehre von Gütertransport auf der Schiene und Verteilerverkehr mit batterieelektrischen Lkw entwickelt werden“, heißt es. Gefordert wird eine Förderung in Höhe von bis zu drei Milliarden Euro, die sowohl den Infrasrukturaufbau als auch anteilig die Fahrzeuganschaffung abdecke.

Im Pkw-Bereich sprechen sich die Experten von Agora für einen um bis zu 2.000 Euro höheren Umweltbonus beim Kauf von Elektro- oder Hybridfahrzeugen aus. Von einer Prämie sollten außerdem leichte Lkw bis 7,5 Tonnen profitieren.

Agora will Maut CO2-abhängig gestalten

Handlungsbedarf mahnen die Agora Energiewende und die Agora Verkehrswende außerdem bei der Ausgestaltung der Lkw-Maut an. Begleitend zum Markthochlauf alternativer Antriebstechnologien im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge gelte es, die Lkw-Maut zu reformieren, heißt es. „Zum einen sollte künftig der CO2-Ausstoß durch eine eigene Kostenkomponente in den Mautsätzen berücksichtigt werden, zum anderen sollten Investitionen für die Bereitstellung der Energieversorgungsinfrastruktur als Teil der Wegekosten anerkannt werden.“

Die beiden Initiativen sprechen sich außerdem dafür aus, die Lkw-Maut auf das komplette Straßennetz und weitere Fahrzeugklassen auszudehnen. Die dazu notwendigen europarechtlichen Voraussetzungen seien im Zuge der anstehenden Revision der Eurovignetten-Richtlinie zu schaffen. Auch sollten die Einnahmen aus der Lkw-Maut nicht mehr zweckgebunden der Straße zur Verfügung stehen, sondern auch dazu genutzt werden können, die Schieneninfrastruktur auszubauen.

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