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Lkw-Parkraumanalyse Köln

Gefahr durch Parkplatzmangel

Foto: OLAF-WULL NICKEL

Im Bezirk der IHK Köln fehlen knapp 700 Lkw-Stellplätze. Laut einer aktuellen „Lkw-Parkraumanalyse Köln“ sind manche Autobahnparkplätze teilweise fast vierfach überbelegt.

Die IHK Köln hat in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen die Situation auf 33 Autobahn-Rastanlagen und zwei Autohöfen im Bezirk der IHK Köln untersucht. Die „LKW-Parkraumanalyse Köln“ belegt demnach, dass fast alle Rastanlagen in der Region überlastet sind und insgesamt knapp 700 Lkw-Stellplätze fehlen. Besonders stark überlastet sind demzufolge die Anlagen Aggertal Süd, Frechen Nord, Schloss Röttgen West sowie Bedburger Land West und Ost. An diesen Standorten parkten im Untersuchungszeitraum mehr als dreimal so viele Lkw wie Stellplätze ausgewiesen sind, teilweise fast viermal so viele.

„Die Studie zeigt deutlich, dass die vorhandenen Kapazitäten in der Region nicht ausreichend sind“, sagt Ulf Reichardt, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln. „Neben mehr Stellplätzen für Lkw brauchen wir vor allem eine intelligente Nutzung der vorhandenen Flächen. Die entsprechenden digitalen Parkleit- und Parkraummanagementsysteme sind schon einsatzfähig.“

Katastrophale Lage am Abend und in der Nacht

Während der Zählungen, die für die Studie zu Anfang des Jahres durchgeführt worden sind, waren demnach nur auf sechs der untersuchten Anlagen im Mittel Lkw-Stellplätze frei; alle anderen Anlagen waren überbelegt. „Gerade in den Abend- und Nachtstunden ist die Situation regelrecht katastrophal. Unter den fehlenden Parkplätzen leiden viele: allen voran die gestressten Fahrer, aber auch Spediteure, deren Kunden sowie andere Verkehrsteilnehmer“, sagt Dr. Ulrich S. Soénius, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik der IHK Köln.

Bei den Zählaktionen wurde beobachtet, dass Fahrer ihre Fahrzeuge wegen fehlender Stellplätze auf Pkw- und Busstellplätzen abstellten. „In Zeiten besonders hoher Nachfrage stehen auf nahezu allen Rastplätzen Lkw sogar bis in die Auf- und Abfahrten hinein“, sagt Prof. Bernd Noche vom Zentrum für Logistik und Verkehr der Universität Duisburg-Essen. „Das ist eine erhebliche Gefahr für die Verkehrssicherheit.“

Bau neuer Parkplätze zieht sich bis zu acht Jahre hin

Den 700 fehlenden Parkplätzen stehen laut der Analyse stehen 685 von Bund und Land geplante zusätzliche Stellplätze gegenüber, deren Fertigstellung sich aufgrund der langwierigen Planungsverfahren aber teilweise noch bis zu acht Jahre lang hinauszögern könne. Die geplanten neuen Stellplätze entsprechen demnach aber gerade der Zahl derer, die jetzt schon fehlen. Dabei sei laut Bundesverkehrswegeplan anzunehmen, dass der Schwerlastverkehr in der Region weiter zunehmen wird. Hinzu komme die mögliche Rückverlagerung von derzeitigen Ausweichverkehren nach Eröffnung der neuen Leverkusener Brücke.

„Angesichts dieser Zahlen und Aussichten ist jeder zusätzliche Lkw-Stellplatz wichtig“, sagt Ulrich S. Soénius von der IHK Köln. „Die Studie hat aber auch gezeigt, dass es damit nicht getan ist. Die Ausbaupläne decken gerade einmal den heutigen Bedarf. Angesichts des prognostizierten Wachstums braucht es weitere, innovative Maßnahmen, damit die vorhandenen Kapazitäten besser genutzt werden können.“ Telematisch gestützte Parkleitsysteme wären eine solche Entlastung. Dabei können Lkw-Fahrer in Echtzeit abrufen, auf welchen Parkplätzen freie Stellplätze zur Verfügung stehen.

Spediteure kritisieren mangelhafte Informationslage

Eine effizientere Nutzung der Stellplätze auf den Anlagen durch die Lkw ermöglichen derweil Parkraummanagementsysteme. Die Kapazität der Rastanlage Montabaur etwa konnte mithilfe eines solchen Systems, bei dem LKW koordiniert und besonders kompakt abgestellt werden, deutlich erweitert werden, so die IHK Köln, die ein solches System auch für die Region Köln fordert. Die IHK hatte nach eigenen Angaben im Rahmen der Parkraumanalyse auch eine Online-Befragung durchführen lassen, an der sich 39 Speditionsunternehmen aus dem Großraum Köln beteiligt haben. Neun von zehn Befragten bewerteten das Parkplatzangebot für Lkw als schlecht oder sehr schlecht. Alle Befragten kritisierten, dass ihnen Informationen zur Verfügbarkeit von Lkw-Stellplätzen fehlten. Viele Spediteure beklagten zudem Kostensteigerungen und einen Verlust der Laufleistung durch die Suche nach Parkplätzen. Sicherheit und Ausstattung der Rastanlagen schätzten sie überwiegend negativ ein.

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