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Lkw-Flut auf dem Brenner

Mehr Lkw als über Frankreich und Schweiz

Alpentransit Foto: Matthias Rathmann

Die Zahl der Transit-Lkw auf dem Brenner lag 2018 über dem der sechs wichtigen Alpenpässe in der Schweiz und Frankreich.

Die Zahl der Transit-Lkw am Brenner hat 2018 erstmals sechs wichtige Alpenpässe in der Schweiz und Frankreich zusammengenommen überrundet. Über die vier Schweizer Übergänge Gotthard, San Bernardino, Simplon, Großer St. Bernhard und die zwei französischen Übergänge Frejus und Mont Blanc fuhren gemeinsam 2,37 Millionen Lastwagen, ergab eine Analyse des österreichischen Verkehrsverbands VCÖ. Am Brenner brachte es der Schwerverkehr auf 2,4 Millionen Fahrzeuge. „Damit waren erstmals über den Brenner mehr als 50 Prozent des alpenquerenden Güterverkehrs unterwegs“, erläuterte VCÖ-Experte Markus Gansterer.

Insgesamt habe die Zahl der Lkw-Fahrten über den Brenner seit 2010 um 30 Prozent zugenommen, stellt der VCÖ fest. In der Schweiz sei ihre Zahl hingegen um ein Viertel zurückgegangen. Im Vorjahr rollten insgesamt 4,77 Millionen Lkw über die Alpen, 380.000 mehr als im Jahr 2010. Während über die französischen Pässe Frejus und Mont Blanc die Zahl der Lkw um insgesamt rund 130.000 stieg, war die Zunahme am Brenner mit 550.000 viermal so hoch. Die Schweiz habe es mit einer deutlich höheren Maut geschafft, die alpenquerenden Lkw seit 2010 um fast 300.000 zu reduzieren. Dort werde auch Diesel höher besteuert als Benzin, und das Nachbarland baue seine Schieneninfrastruktur konsequent aus.

VCÖ: Begünstigung des Diesels abschaffen

Der VCÖ fordert, dass Österreich die Begünstigung für Diesel abschafft. Der Kraftstoff werde derzeit um 8,5 Cent pro Liter niedriger besteuert als Eurosuper und sei damit pro Liter umgerechnet 34 Cent pro Liter billiger als in der Schweiz. Dies verursache Umwegverkehre über Österreich. Das Land solle außerdem die Einführung einer Alpentransitbörse und damit eine Deckelung der Lkw-Fahrten über die einzelnen Übergänge vorantreiben. Eine EU-weite Mindestmaut für Lkw könne zudem den Missbrauch der Autobahnen als rollende Lagerhalle verhindern. „Die Klimaziele der EU sind nur erreichbar, wenn der Gütertransport auf der Straße reduziert wird“, stellte Gansterer fest.

Das Berliner Verkehrsministerium bereitet derzeit eine Klage gegen Österreich vor, weil das Land mit der Blockabfertigung von Lkw gegen den Grundsatz des freien Warenverkehrs verstoße. Das Bundesland Tirol argumentiert dagegen nicht nur mit dem Gesundheitsschutz der Bevölkerung vor Lärm und Abgasen, sondern begründet die Maßnahmen auch mit der anders nicht zu gewährleistenden Verkehrssicherheit.

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