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Lkw-Fahrer helfen

A Happy Day of Life 2016

A Happy Day of Life Foto: Alev Atas 30 Bilder

Brummifahrer schenken benachteiligten Hamburger Kindern einen Tag rund ums Lkw-Fahren.

22.06.2016 Alev Atas

Es ist noch kein Jahr her, dass Leon von seiner psychisch kranken Mutter in Hamburg vor eine U-Bahn gestoßen wurde. Bei dieser Tragödie verlor er ein Bein. Seitdem lebt der Junge bei seinen Großeltern in Niedersachsen. Am vergangenen Samstag haben ihn seine Großeltern auch zum Aktionstag "A Happy Day of Life" begleitet. Dort wurde der zwölfjährige Junge mit dem Lkw abgeholt und mit vielen weiteren Kindern in einem zehn Kilometer langen Konvoi zum Hoyer Autohof Hamburg Süd gebracht. "Ich durfte sogar mal schalten", berichtet Leon ganz stolz. Hier auf dem Autohof darf er einen ganzen Tag lang unbeschwert Kind sein – so wie die übrigen 70 Kinder, die bislang wenig Glück im Leben hatten. 

Einmal im Jahr ermöglicht der Verein "Bewegen mit Herz e.V.", gegründet von deutschen Brummifahrern, benachteiligten Kindern einen unvergesslichen und glücklichen Tag. Die Idee stammt aus einem Lied von Johnny Hill aus dem Jahr 1979, wo ein im Rollstuhl sitzender Junge in "Ruf Teddybär eins-vier" in den CB-Funk spricht, dass ihn sein verunglückter Vater zurückgelassen hat. Sein Vater hatte ihm zuvor versprochen, ihn einmal mit dem Lkw zur Arbeit mitzunehmen. Ein Lkw-Fahrer hört den Funkspruch des Jungen und will ihm seinen Wunsch erfüllen. Als er bei ihm ankommt, stehen dort bereits 18 weitere Fahrer mit Herz. Lkw-Fahrer Andreas Böcker wollte das Lied im wahren Leben umsetzen und gründete daher mit seinen Mitstreitern den Verein "Bewegen mit Herz". Jedes Jahr findet die Aktion "A Happy Day of Life" in einem andern Bundesland statt. 

Lkw-Konvoi mit 150 Fahrzeugen

Den Auftakt am Samstag gegen 12 Uhr machte ein Lkw-Konvoi mit über 150 Fahrzeugen, die die Kinder aus den jeweiligen Einrichtungen rund um Hamburg abholte und mit Begleitung der Polizei auf den Autohof Hoyer in Rade bei Hamburg chauffierte. Einmal im Leben in einem echten Truck sitzen, auf die Hupe drücken und ins CB-Funkgerät sprechen – damit ging für viele der Kleinen ein Traum in Erfüllung.

Auf dem Gelände des Autohofs wurden verschiedene Spiel- und Spaßstände aufgebaut, auch eine zehn Meter hohe, aufblasbare Riesenrutsche sollte Freude bringen. Doch Glück und Unglück liegen manchmal nah beieinander: Am Abend fiel die Rutsche in sich zusammen, während sich einige Kinder und Erwachsene auf ihr befanden. Es gab mehrere Verletzte. Die bis dahin so glücklich verlaufene Charity-Veranstaltung musste abgebrochen werden. "Nach bisherigem Ermittlungsstand wird als Ursache von einem technischen Defekt ausgegangen, wodurch es zum Einsturz der Rutsche kam", sagte uns der Sprecher der Polizeiinspektion Harburg. Inzwischen wurde, so berichtet Veranstalter Andreas Böcker in einer Pressemitteilung, Anzeige gegen den Verleiher der vermutlich defekten Rutsche erstattet.  

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