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LKA und TAPA empfehlen

Alarm gegen Planenschlitzer

Planenschlitzer Foto: Kravag

Cargo-Kriminalität erreicht Fünf-Jahreshoch. Versicherungsmakler Schunck rät Spediteuren zu einer Alarmplane gegen Diebstahl.

Das Thema Ladungsdiebstahl wird zunehmend in der Öffentlichkeit als großes Problem wahrgenommen. Die Versicherungswirtschaft ergreift Maßnahmen und mit dem Landeskriminalamt (LKA) in Sachsen-Anhalt als treibende Kraft beginnt sich die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Polizeibehörden sowohl in Deutschland als auch in Europa zu verstärken. Neben der Elektronik- oder Pharmabranche engagieren sich inzwischen auch große Autobauer verstärkt in der Transportsicherheitsorganisation Tapa, und es ist endlich gelungen, die Bundespolitik für das Thema zu interessieren.

Erste größere Erfolge bei der Strafverfolgung können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Cargo-Kriminalität im Raum EMEA im November ein Fünf-Jahreshoch erreicht hat. Innerhalb von 30 Tagen wurden 303 Diebstähle mit einem Wert von 6,8 Millionen Euro registriert, der Anstieg der Vorfälle im Vergleich zum Vorjahr betrug 49,2 Prozent, geht aus den Zahlen von Tapa hervor. Bei den elf größten Delikten gingen Waren im Wert von jeweils mehr als 100.000 Euro verloren, der Durchschnittsschaden lag bei knapp 30.000 Euro.

Schunck erstellt Statistik zu Planenschlitzern

Die desaströse Entwicklung beschäftigt auch den Versicherungsmakler Oskar Schunck, wo analog zu Tapa oder der Projektgruppe Cargo des LKA Sachsen-Anhalt ein Anstieg an Versicherungszahlungen für entwendete Ware verzeichnet wird. Bisher wurde das Planenschlitzen bei Schunck wie auch bei den Versicherern nicht gesondert erfasst, sondern als Diebstahl oder Raub registriert. Jetzt aber hat das Unternehmen mit Experten Statistiken und Zahlen aufbereitet und ein Geo-Tracking für Diebstähle in seine Systeme implementiert, um weitere Aufschlüsse zu gewinnen und eine Schadens-Landkarte zu erstellen.

„Die Professionalität auf Täterseite steigt stetig und damit auch der Wert der gestohlenen Ware“, sagt der Geschäftsführer und Leiter Vertrieb bei der Schunck Group, Thomas Wicke, zu trans aktuell. In den vergangenen zwei Jahren wurden bei dem Makler Diebstahlschäden in Höhe von rund 15 Millionen Euro verzeichnet. Bei insgesamt 595 Fällen lag der Durchschnittsverlust über 25.000 Euro, was einen leichten Anstieg zu den Vorjahren bedeutet.

Alarmplane zum Nachrüsten

Schunck will seine Kunden bei der Bewältigung des Problems künftig verstärkt unterstützen und ist deshalb eine Kooperation mit dem Unternehmen Alarmplane.de eingegangen, die einen Schutz vor dem Aufschlitzen bieten will. „Der von uns beobachtete Anstieg bei Schadenssummen und der Anzahl der Fälle haben dafür den Ausschlag gegeben“, erläutert Wicke. „Wir sehen in der Alarmplane eine Lösung, die gegenüber Störsendern nicht anfällig ist und somit hilft, Diebstähle und damit verbundene höhere Versicherungsprämien zu vermeiden.“ Im Bereich der Haftung könnten Transportunternehmen damit einen Schritt tun, um sich zu entlasten.

Das Thema Ladungsdiebstahl hat bei Schunck Priorität, betont der Geschäftsführer, Versicherer verlangten inzwischen immer öfter, dass bewachte Parkplätze angesteuert werden. Man beobachte zudem generell die Trends und Themen, die die Logistikbranche umtreiben und versuche, die Kunden zu unterstützen. „Wir sind sehr intensiv in Gesprächen mit Online-Plattformen und Start-ups, die logistische Dienstleistungen anbieten“, sagt er. Zu beobachten sei, dass die zunehmend von den Verladern verlangte Digitalisierung insbesondere für Mittelständler nicht nur eine große finanzielle Herausforderung sei. Die Transportunternehmen müssten auch damit rechnen, aufgrund von Ausfällen durch Cyberangriffe in Haftung genommen zu werden.

Die Alarmplane

  • Das Theftex-Alarmsystem soll dafür sorgen, dass Waren nicht mehr unbemerkt durch Planenschlitzer von Aufliegern gestohlen werden können.
  • Versucht ein Dieb, die Plane aufzuschneiden, ertönt ein sehr lautes Signal, das den Fahrer des betroffenen Fahrzeugs und andere Personen in der Umgebung warnt.
  • Zudem wird das jeweilige Transportunternehmen per SMS oder E-Mail informiert.
  • Das System kann nach Herstellerangaben in etwa 90 Minuten auf die vorhandene Plane aufgeschweißt werden und verfügt über eine eigene Stromversorgung, die seinen Einsatz auch bei intermodalen Transporten und Wechselbrücken ermöglicht.
  • Die Flexibilität der Plane soll aufgrund des Gesamtgewichtes von etwa 22 Kilogramm nicht wesentlich beeinträchtigt werden, die Batterielaufzeit beträgt bis zu zwölf Jahre.
  • Schunck-Kunden erhalten einen Rabatt von bis zu 400 Euro je bestellter Alarmplane.
Unsere Experten
Jan Bergrath, Experte für Fahrerthemen Jan Bergrath Journalist
Carsten Nallinger Carsten Nallinger Lkw-Navigation
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