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Lieferverkehre drastisch reduzieren

Erstes City-Logistikzentrum Deutschlands

Foto: ABC Logistik

Das Düsseldorfer Unternehmen Incharge hat ein neues Modell der City-Logistik vorgestellt. In einem neuen Logistikzentrum im Hafen bündelt es die Sendungen auch von Kep-Dienstleistern. Das entlastet die Stadt und spart mehrere Tausend Fahrten am Tag ein

Das Unternehmen ABC-Logistik hat mit seiner Tochterfirma Incharge ein neues Konzept für eine nachhaltige City-Logistik umgesetzt. Dreh- und Angelpunkt ist dabei eine neue Logistikimmobilie mit 12.000 Quadratmetern Lagerfläche auf dem Düsseldorfer Hafengelände. Mit Panattoni geplant, mit Goldbeck umgesetzt, ist die Anlage innerhalb eines Jahres entstanden. Das Gebäude beherbergt auch die neue ABC-Logistik-Hauptverwaltung mit 1.800 Quadratmetern Bürofläche. Mit dem 15-Millionen-Euro-Invest hat Geschäftsführer Holger te Heesen das nach seinen Angaben erste City-Logistikzentrum Deutschlands in Düsseldorf geschaffen.

Kurze Wege: Nicht mal 1.000 Meter Luftlinie zur Kö

Besonderheit sind extrem kurze Wege ins Stadtzentrum, bis zur belebten Königsallee sind es weniger als 1.000 Meter Luftlinie. Statt mehrfach am Tag Händler in der City anzufahren, bündelt Incharge die Waren, auch von anderen Logistik- und KEP-Dienstleistern. „Die Händler, Unternehmen und Verwaltungen haben einfach die Lieferadresse auf Incharge umgestellt“, erläutert Holger te Heesen im Gespräch mit der Fachzeitschrift trans aktuell. Er hat seine Firmengruppe, die aktuell 280 Mitarbeiter zählt, 1997 gegründet.

Das Bündeln der Ware reduziere die Lieferfahrten von teilweise 20 Lieferungen auf einige einzige. „Geliefert wird immer zur Wunschzeit, außerhalb der Stoßzeiten“, sagt der 61-Jährige. Das City-Logistikzentrum nehme den Händlern bei Bedarf zudem die Lagerhaltung ab, sodass die Geschäfte statt teure Miete für Lagerflächen zu bezahlen, die Fläche für Ausstellung und Verkauf nutzen könnten.

Foto: ABC Logistik
Sendungen bündeln, Verkehre reduzieren und umweltverträglich gestalten: Das ist die Maxime der ABC-Logistik-Geschäftsführer Holger te Heesen (links) und Michael te Heesen.

Die kurzen Touren zwischen Handel und Lager übernehmen bei großen Mengen 7,5 Tonner des Typs Mitsubishi Canter (Euro 6) mit einer Nutzlast von 3,5 Tonnen. Bei kleineren Sendungen kommen fünf Elektrofahrzeuge ins Spiel – Transporter des Typs E-NV200 von Nissan, Pkw des Typs ID3 von VW und zwei Lastenräder.

Das City-Logistik-Projekt in Düsseldorf sieht ABC-Logistik als Blaupause für andere Städte an, wo die Mieten hoch, der Lagerraum knapp, der Verkehr dicht und die Luft schlecht ist. Die Planungen für Folgeprojekte laufen bereits.

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An dem Pilotprojekt zeigt auch die Politik Interesse. Ende August hatte sich Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) bei ABC-Logistik über die Pläne informiert, mit dabei waren ihre Parteikollegen, der frühere Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel und der Bundestagsabgeordnete Andreas Rimkus. Alle wiesen auf die Bedeutung einer grünen Logistik im Zusammenhang mit der von der Stadt Düsseldorf angestrebten Klimaneutralität bis zum Jahr 2035 hin.

„Aktivitäten wie die von ABC-Logistik zeigen, dass innovative Unternehmen Teil der Lösung für wirksamen Umweltschutz und mehr Lebensqualität in unseren Städten sind“, sagte Rimkus, der seinen Wahlkreis in der NRW-Landeshauptstadt hat. Ministerin Schulze lobte, dass der frühere OB Geisel den Klima- und Umweltschutz zur Chefsache in Düsseldorf erklärt habe. Dieser betonte: „Ich will, dass die Klimaneutralität 2035 nicht nur in Sonntagsreden oder in Ratssitzungen feierlich erklärt wird, sondern dass wir dieses Ziel auch tatsächlich erreichen.“ ABC Logistik habe eine Lösung, die gut sei für die Verkehrswende, die Umwelt und alle beteiligten Unternehmen.

Foto: ABC Logistik
Emissionsfreie Mobilität: Für die Zustellung kleiner Sendungen nutzt Incharge auch das Lastenrad.

In einem Video mit Rimkus, zugleich Vorsitzender der SPD Düsseldorf, erläutert Holger te Heesens Sohn Michael te Heesen die mit Incharge und der neuen Immobilie verbundenen Effekte. „Wir schaffen es, bis zu 8.000 Lkw-Fahrten am Tag einzusparen. Das machen wir, indem wir mit Unternehmen aus der Innenstadt zusammenarbeiten, die ihre Lieferungen umstellen und sie hier im Düsseldorfer Hafen – also Innenstadt-nah – anliefern lassen.“

Die Stadt habe auch etwas von diesem Konzept, hob Geisel hervor. „Diese Lieferverkehre sind häufig die Ursache von Staus, die Fahrzeuge parkten oft auf dem Gehweg oder in der zweiten Reihe. Es ist wichtig, dass wir diese Lieferungen bündeln.“ Geisels Nachfolger Dr. Stephan Keller (CDU), seit November im Amt, war im Frühjahr ebenfalls schon bei ABC-Logistik zu Gast, um sich ein Bild von den Nachhaltigkeits-Bemühungen des Unternehmens zu machen.

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