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LGI schafft Voraussetzungen für die Zukunft

Lang-Lkw im Einsatz, E-Lkw geplant

LGI Lang-Lkw Actros Schild Ammerbuch Gültstein Baden-Württemberg Foto: LGI

Ein Schwerpunkt ist die Kontraktlogistik, aber LGI entwickelt auch seine weiteren Bereiche weiter: etwa die Transportlogistik und sein eigenes Start-up Pakadoo.

Kontraktlogistik ist die Stärke von LGI, aber nicht das einzige Alleinstellungsmerkmal des Dienstleisters aus Herrenberg. Der ist auch mit seinem eigenen Start-up erfolgreich: Pakadoo heißt der Service, der seit 2015 auf dem Markt ist. Die Dienstleistung richtet sich an Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern dadurch die Möglichkeit geben, Privatpakete am Arbeitsplatz in Empfang zu nehmen. "Wir freuen uns, dass unser Angebot so erfolgreich goutiert wird", sagt der LGI-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Bunz. "Bei regelmäßigen Kundenchecks erreichen wir eine sehr hohe Zufriedenheitsquote – das zeigt uns, dass solche Angebote gesucht werden."

LGI hat mit dem Start-up nach Angaben von Bunz erstmals auch die Grenze zwischen B2B und B2C überschritten: In Konstanz hat Pakadoo inzwischen in dem Shopping-Center Lago einen sogenannten Pakadoo-Schrank aufgestellt, damit Privatkunden noch einfacher ihre Paketsendungen abholen und retournieren können. Und im Rahmen einer Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn arbeitet Pakadoo an einem innovativen Konzept, bei dem es um die Zustellung und den Austausch von Computer-Hardware geht. "Unser Zustellservice wird damit um weitere Services erweitert." Traditioneller ist der Bereich der Transportlogistik, der immer noch eine wichtige Rolle spielt. Laut Bunz liegt der Anteil der Fahrten im Eigeneintritt bei 20 bis 25 Prozent: "Wir stehen zu unserem eigenen Fuhrpark und haben rund 400 Fahrer beschäftigt." Beim Thema Fahrerausbildung gehe es LGI wie vielen anderen auch – "Wir würden gerne mehr ausbilden, aber die Quote der Bewerber ist zu gering." Während die deutsche Flotte mehrheitlich im Nahverkehr eingesetzt wird, ist der Großteil des Fuhrparks für den Fernverkehr in Polen zugelassen. "Wir beobachten allerdings, dass auch diese Fahrer vermehrt nach Westeuropa drängen – es ist attraktiver für ein Unternehmen dort zu arbeiten", sagt Bunz.

E-Mobilität steht im Raum

Neu in der Flotte sind seit Juni drei Lang-Lkw, die im Raum Böblingen bei Stuttgart in der Werksversorgung unterwegs sind. "Wir starten erst jetzt, weil es auf politischer Ebene ja immer noch ein paar Fragezeichen gibt", sagt Bunz. "Jetzt wollen wir Erfahrungen sammeln und auch unser Netzwerk darauf analysieren, wo es sinnvoll sein könnte, die Laderaumoptimierung durch den Lang-Lkw einzusetzen." Weiteren alternativen Konzepten auch bei den Antrieben steht er generell aufgeschlossen gegenüber – mit gewissen Voraussetzungen: "Wenn es um E-Mobilität geht, erhoffe ich mir endlich belastbare Angaben der Hersteller zu Reichweiten und einer Zeitachse der Verfügbarkeit." Das Unternehmen würde gerne Erfahrung sammeln und etwa im Nahverkehrsbereich entsprechende Fahrzeuge testen. "Da wir sehr stark mit einigen OEMs zusammenarbeiten, wollen wir deren Angebote abwarten." Bunz äußert allerdings Zweifel daran, ob ein E-Lkw auch für längere Distanzen machbar wird, sei es mit der derzeitigen Batterietechnologie oder einer Strom-Oberleitung. Im Zuge eines neuen Projektes für einen Automobilhersteller habe LGI an einem Standort bereits die Voraussetzungen dafür geschaffen, Fahrzeuge zu laden. Kritisch sehe er das Thema Stromkapazität: "Wenn man während eines Beladevorgangs von einer halben Stunde die Lkw wieder auf 80 Prozent voll bekommen will, muss man ziemlich viele Ampere durchschießen", sagt der Logistiker. "Wenn mehrere Lkw gleichzeitig aufgeladen werden, kann schon einmal im Lager das Licht ausgehen."

LGI Logistikzentrum Halle Panasonic Erfurt Rampe Foto: LGI
Seit Juli ist LGI für einen Großteil der europäischen Distributionslogistik des Elektronikkonzerns Panasonic in Erfurt verantwortlich.

Grossauftrag von Panasonic

LGI übernimmt seit dem 1. Juli die europäische Distributions­logistik für vorwiegend Unterhaltungselektronik-Produkte von Panasonic. Im Rahmen dessen gehören nun eine 50.000 Quadratmeter große Logistikfläche in Erfurt und ein Administrations-Büro in Hamburg mit rund 130 Mitarbeitern offiziell zu LGI. Das Büro in Hamburg steuert administrative Vorgänge wie Zoll oder Transport. Mit Panasonic hat LGI sein Kundensegment "Electronics" um eine international wachsende Kundenreferenz erweitert. LGI verarbeitet im Logistiklager in Erfurt ein Sortiment mit rund 4.000 Artikeln – vom Fernseher über Musikanlagen bis hin zur Klimaanlage. Darüber hinaus leistet LGI Zusatzdienstleistungen wie Set-Bildungen, Verpackung, Qualitätskontrollen oder Nacharbeiten.

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