Leverkusener Brücke

Für den Schwertransport gesperrt

Leverkusener Brücke
Foto: Jan Bergrath 4 Bilder

Bis zum Neubau einer Ersatzbrücke bleibt die Leverkusener Brücke für Lkw über 3,5 Tonnen gesperrt. Schrankenanlagen verhindern nun, dass sie das marode Bauwerk weiter überqueren können.

Der Sattelzug mit dem roten Auflieger nähert sich dem Kreuz Leverkusen-West aus Norden über die A 59. Vor der Schrankenanlage zögert der Fahrer einen Moment, dann zieht er nach rechts auf die Fahrbahn Richtung Koblenz – und löst sofort einen Stau aus. Denn kaum steht er auf der Wiegevorrichtung, schalten für alle drei Spuren die Ampeln auf Rot. Gut 150 Meter weiter tritt ein Mitarbeiter von Straßen. NRW aus seinem blauen Container und winkt den Fahrer zu sich heran. Der bekommt einen mehrsprachigen Flyer mit allen Ausweichstrecken und der Erläuterung für die Sperrung. Dann darf der Lastzug vor der herabgelassenen Schranke zur Fahrtrichtung Koblenz wieder auf die A 59 fahren, die Ampeln dahinter schalten auf Grün. Von der künstlichen Höhe der Altablagerung Dhünnaue aus ist die Szene gut zu beobachten.

"Diese Durchfahrt kostet den Fahrer jetzt 150 Euro", sagt Sabrina Kieback, Pressesprecherin von Straßen.NRW. "Man geht von Vorsatz aus, da das Verbot der Durchfahrt für Lkw über 3,5 Tonnen ja weiträumig ausgeschildert ist, daher ist das Bußgeld verdoppelt."

Alte Brücke wird komplett ersetzt

Als die Leverkusener Brücke 1965 für den Verkehr auf dem Teilstück der A 1 des Kölner Rings freigegeben wurde, war das Bauwerk bei deutlich geringerer Fahrzeugbelastung auf eine Haltbarkeit von rund 40 Jahren berechnet worden. 1984 kam rechts und links je eine Spur für Lkw hinzu – aus, wie man heute weiß, minderwertigem Stahl. Noch bis 2012 überquerten am Tag rund 120.000 Fahrzeuge, davon 20 Prozent Lkw, hier den Rhein. Als erste Risse im Stahl entdeckt wurden, musste die Brücke erst teilweise und schließlich ab Juli 2014 vollständig für Lkw gesperrt werden. Leider hielten sich viele Fahrer trotz einer Radaranlage nicht daran. Und so beauftragte der Bund Straßen.

NRW mit der Errichtung einer Sperranlage, die seit Ende 2016 auf allen Zufahrten aktiv ist. Die Zahl der Auslösungen liegt, mit der komplizierten Zufahrt in Köln-Niehl, bei durchschnittlich 122 am Tag. Über die Brücke fährt allerdings kein Lkw mehr. Bis 2020/21 soll eine vierspurige Ersatzbrücke nördlich neben der alten Brücke entstehen. Kosten: 740 Millionen Euro. Mindestens so lange bleibt die Sperrung bestehen.

Für den Bau der neuen Leverkusener Brücke dürfen nun laut Kölner Stadt-Anzeiger die ersten Bäume gefällt werden. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden und damit die Anträge von Leverkusener Bürgerinitiativen abgewiesen. Mit dem Beschluss von dieser Woche, einige vorbereitende Maßnahmen zu erlauben, habe das Gericht jedoch keine Aussage getroffen über die Rechtmäßigkeit des Gesamtprojektes, betonte eine Sprecherin des Bundesverwaltungsgerichts am Freitag. Der Bau könne immer noch gestoppt werden.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
FF 03 2017 Titel
FERNFAHRER 03 / 2017
6. Februar 2017
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