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Ladungsdiebstahl

Jede zweite Spedition war schon Opfer

LKW Überfall Foto: Jacek Bilski

In Sachen Frachtdiebstahl gibt es weiterhin keine Entwarnung: Jede zweite Spedition ist seit dem Jahr 2011 Opfer von Ladungsdiebstahl geworden.

Die Hälfte der Taten stand in Zusammenhang mit einer Täuschungshandlung, also zum Beispiel mit Betrug oder Unterschlagung. Saßen die Speditionen einem Täuscher auf, bestand in 70 Prozent der Fälle eine Verbindung zu Frachtenbörsen.

Das ist das Ergebnis einer am Dienstag in Hamburg vorgestellten Studie im Auftrag des Gewerbeversicherers Kravag. Stefan Siuda hat die Studie als Masterarbeit im Rahmen seines Studiums am Institut für Logistikrecht und Riskmanagement (ILRM) an der Hochschule Bremerhaven erstellt. Betreut hat ihn Institutsdirektor Prof. Dr. Thomas Wieske, den Praxisbezug lieferte die Kravag.

Siuda hatte für seine Studie mehr als 5.000 Unternehmen direkt kontaktiert oder zum Beispiel über Newsletter von Verbänden oder andere Verteiler zum Mitmachen animiert. Geantwortet hatten 53 Logistikunternehmen, die den neun Fragen umfassenden Bogen ausfüllten. "Der Rücklauf von einem Prozent klingt wenig", sagt Siuda. Angesichts der Sensibilität der Daten handele es sich jedoch um eine normale Quote. "Viele Unternehmer fürchten um ihr Renommee, wenn sie öffentlich zugeben, dass sie auf einen Betrüger reingefallen sind", berichtet Siuda.

Freitag und Montag sind beliebte Betrugs-Tage

Auffällig ist, dass sich die untersuchten rund 160 Fälle meist am Freitag oder Montag ereigneten - also dann, wenn in Speditionen besonders viel los ist. Und auffällig ist auch, dass die Betrügereien oft einen Bezug zum Ausland haben - Italien und Tschechien wurden dabei besonders häufig genannt. Damit verschaffen sich die Täter nach Erkenntnissen von Kravag und dem ILRM bewusst einen Zeitvorteil. Denn so verstreichen wichtige Stunden und Tage, ehe die Behörden Wind von den Taten bekommen und ihre Ermittlungen aufnehmen. Ebenfalls kein Zufall ist die Wahl der Ladung: In der Regel ist der Abnehmer oder Absatzkanal längst vor dem Zugriff gefunden. Anders sei es nicht zu erklären, dass nicht nur wie gemeinhin angenommen Tabak oder Spirituosen entwendet würden, sondern zum Beispiel auch Steine oder Armaturen. Der Schaden ist jedenfalls beträchtlich: Die durchschnittliche Schadenshöhe liegt laut der Studie bei 51.000 Euro.

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