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Kurz vor dem geplanten Start 2019

ILN trennt sich von VTl und Star

Aus für den gemeinsamen Betrieb: ILN verlässt das Dreierbündnis mit den Stückgutkooperationen VTL und Star.

Dämpfer für den deutschen Stückgutmarkt: Die für den Januar geplante gemeinsame Gesellschaft der Netzwerke VTL, ILN und Star ist vom Tisch. „Das Projekt Netzwerk AG betrachten wir aus Sicht von VTL als beendet“, sagt Andreas Jäschke, Geschäftsführer von VTL mit Sitz in Fulda. Seit zwei Jahren hatten die drei Kooperationen und deren Geschäftsführer – neben Jäschke Hubert Staroske und Alexander Bauz von ILN sowie Jens Bottenhorn von Star – an der Idee eines gemeinsamen operativen Betriebs gearbeitet, der im Januar 2019 an den Start gehen sollte. Die Idee war, aus drei Netzen eines zu machen, um den mittelständischen Partnern ein verlässliches Netzwerk für ihre Stückgutsendungen anbieten zu können.

Keine Eingung über TSP-Zahl

Die Umsetzung scheiterte laut Jäschke letztlich an der Systemfrage: Die Kooperation ILN, die ihren Sitz in Sinzig hat, habe weiter auf eine relativ große Anzahl ihrer Verteilstandorte, TSP (Trans Shipment Points) genannt, bestanden. VTL, das wie Star nach dem Hub-and-Spoke-System operiert, wollte weniger – neun Stück seien als Kompromiss vorgeschlagen worden, plus zwei Zentralhubs. „Für ILN war dies wohl nicht passend für die Systempartner“, sagt Jäschke auf Anfrage von trans aktuell. „Die Sorge war da, dass dies für kleinere Unternehmen mit wenig Stückgut-Ausgangsmengen ein zu großes Risiko bei der Auslastung der langen Hauptläufe bedeutet.“ Weil damit die Ansichten für einen gemeinsamen Betrieb „diametral“ auseinanderliefen, habe man nach einer angemessenen Frist die Bemühungen um eine weitere Zusammenarbeit mit ILN beendet.

VTL-Geschäftsführer Jäschke schmerzt dies, auch wegen der intensiven, zwei Jahre dauernden Vorarbeit. Für alle operativen Teilbereiche waren in der Zeit Arbeitskreise tätig, die alle schon Erkenntnisse gesammelt hätten. Mindestens sechs Monate Zeit seien dadurch verloren, glaubt Jäschke und nimmt auch seine eigene Kooperation bei der Fehlersuche nicht aus: „Wir drei Kooperationen haben unsere Prioritäten nicht richtig gesetzt – wir hätten uns als Erstes fragen sollen, wie die Netzwerkstruktur in Deutschland künftig aussehen wird und über welche Hubs oder TSP wir künftig produzieren wollen.“ Laut Jäschke wolle er dies nicht als Fingerzeig sehen – es sei einfach nicht möglich gewesen, ein gemeinsames zukunftsfähiges Modell zu finden.VTL werde aber nicht aufgeben – laut Jäschke ist man immer noch mit Star im Gespräch. Darüber hinaus gebe es noch weitere Stückgutkooperationen am Markt. „Wir wissen, dass wir etwas machen müssen, dass wir ein Netz mit mehr Partnern brauchen“, sagt er. Inzwischen sei aber auch klar, dass es nicht reiche, wenn Systeme kooperieren – es müssten bestehende Netze zusammengeführt werden, um im Wettbewerb mit den großen Konzernen zukunftsfähig zu bleiben.

Gutes Jahr für Stückgutakteure

2018 werde ein gutes Jahr für den Stückgutmarkt: Die Mengen seien vorhanden und die Transportunternehmen hätten aus den Erfahrungen des Jahres 2017 gelernt und seien inzwischen in der Lage, die Mengen besser zu steuern. Allerdings gibt Jäschke die steigenden Kosten zu bedenken: „Das wird 2019 massive Preisrunden nach sich ziehen müssen“, sagt er. Zu verhandeln seien die Mehrkosten durch die Lkw-Maut, explodierende Personalkosten und Preissteigerungen bei den Subunternehmen. Und das werde allein Gültigkeit für die ersten sechs Monate haben, „danach muss eine Neubewertung und gegebenenfalls eine nochmalige Erhöhung der Preise kommen“, sagt er.

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