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Kritik am Lang-Lkw

Minister Lies kontert Burkerts Vorstoß

Foto: Jacek Bilski

Bei der SPD-Winterklausur sprach sich Martin Burkert, Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag, gegen Lang-Lkw im Regelbetrieb aus. Ein Lang-Lkw sei kein Fahrzeug für die deutsche Straßeninfrastruktur. Der niedersächsische Wirtschafts- und Verkehrsminister Olaf Lies hat seinem Parteigenossen nun deutlich widersprochen. 

22.01.2016 Markus Bauer

"Bei dem bundesweiten Feldversuch, der seit 2012 läuft, erwarte ich zum Abschluss Ende dieses Jahres ein durchaus positives Ergebnis." In Niedersachsen habe man gute Erfahrungen mit den Lang-Lkw gemacht. "Durch die größeren Fahrzeuge lassen sich Fahrten einsparen, das wirkt sich positiv auf den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Bilanz aus", so der Minister weiter. Die teilweise behaupteten Sicherheitsprobleme hätten sich demnach nicht bewahrheitet. Die Problematik enger Kreisverkehre lasse sich durch eine entsprechende Routenplanung lösen. Zudem müsse ein Lang-Lkw ohnehin per Gesetz so ausgerüstet sein, dass er normale Kurven und Kreisverkehre bewältigen kann. Wichtig für die Diskussion sei, dass Lang-Lkw nicht auf beliebigen Strecken fahren. Die geeigneten Routen seien vorab verbindlich festgelegt.

"Ich wundere mich unter dem Strich überhaupt nicht darüber, dass sich Logistiker fast durchweg für den Lang-Lkw aussprechen. Ich wundere mich aber sehr über eine frühzeitige Festlegung der Kritiker aus den Reihen des Bundestages." Schließlich werde es durch den Lang-Lkw eben nicht zur Verlagerung von Gütern von der Bahn auf die Straße kommen. Auf den Lang-Lkw-Routen sei die Alternative Bahn in der Regel gar nicht vorhanden. Weiter seien Lang-Lkw zwar länger, aber nicht schwerer als herkömmliche große Lkw. "Dabei muss es auch bleiben. Das maximal zulässige Gesamtgewicht wird nicht erhöht", stellt Lies klar. Lang-Lkw seien ideal geeignet für großvolumige Sendungen mit relativ geringem Gewicht. "Damit reduzieren wir beispielsweise die notwendigen Transporte mit drei Lkw auf zwei. Insofern geht es nicht um zusätzliche Belastung unserer Straßen und Brücken, sondern eher sogar um eine Entlastung durch die geringere Achstlast." 

Daher müsse man erst das endgültige Ergebnis des Feldversuchs abwarten und dann entscheiden. "Es ist unklug, sich jetzt schon festzulegen und sich damit sinnvolle Wege zu verbauen." Statt den Lang-Lkw strikt abzulehnen, kann sich der Minister sogar einen Schritt in die andere Richtung vorstellen. "Niedersachsen ist und bleibt das logistische Herz Europas. Ich will für Niedersachsen auf jeden Fall Wege offenhalten, den Feldversuch entweder fortzusetzen oder sogar schon den Lang-Lkw in den Regelbetrieb zu übernehmen." 

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