Kravag

Versicherung mit Jahresbilanz 2015 zufrieden

Kravag-Chef Dr. Norbert Rollinger Foto: Kravag

"Gute Ergebnisse trotz leicht gestiegener Schaden- und Kostenquoten" vermeldet der Nutzfahrzeug-Versicherer Kravag für das Geschäftsjahr 2015.

Ein gutes, aber kein hervorragendes Geschäftsjahr 2015 liegt hinter dem Spezialversicherer Kravag. Bei der Delegiertenversammlung in Warnemünde zog Dr. Norbert Rollinger, Vorstandsvorsitzender der Kravag-Gesellschaften, gestern trotzdem eine gute Bilanz. Obwohl mehr Einnahmen jetzt mehr Ausgaben gegenüber, ist der Versicherer auf Wachstumskurs. Zwar sind die Beiträge der Kravag Logistic und der Kravag Allgemeine im Geschäftsjahr 2015 sowie in den ersten fünf Monaten 2016 nach Unternehmensangaben deutlich gestiegen. Aber auch die Schadensquote nahm zu und folglich schrumpfte der Jahresüberschluss entsprechend. Zusammen hatten die beiden R+V-Töchter zum Mai 2016 mehr als 1,45 Millionen Kraftfahrzeuge im Bestand. 

Die Kravag Logistic konnte nach eigenen Angaben 2015 ihre Marktführerschaft im gewerblichen Güterkraftverkehrweiter ausbauen, mit einem Plus bei Beiträgen, im Bestand und beim Ergebnis. Auf der Haben-Seite kann das Unternehmen die gestiegenen Bruttobeiträge verbuchen (plus 3 Prozent auf 761 Millionen Euro). 2016 zieht das Geschäft an: Im ersten Halbjahr (bis Mai) stiegen die Beiträge um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch die Anzahl der Verträge legte zu, die um 42.000 auf rund 1,1 Millionen. Der Kfz-Bestand erhöhte sich seit Beginn des Jahres um weitere 22.000 versicherte Fahrzeuge.

Weniger Gewinne, deutlich mehr Schäden

Auf der Soll-Seite steht der Geschäftsjahresschadenaufwand (plus 3,3 Prozent auf  662 Millionen Euro). Die bilanzielle Schadenquote erhöhte sich entsprechend von 80,7 Prozent auf 83,0 Prozent. Die Kostenquote blieb mit 15,8 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau (15,7 Prozent). Als Folge kletterte die Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) deutlich auf 98,8 Prozent (2014: 96,5 %). Sie liegt jetzt nur noch knapp unter der magischen 100-Prozent-Marke, über der das Geschäft unrentabel wird. Der Jahresüberschuss schrumpfte von 19,2 auf 17,4 Millionen Euro.

Einen Spitzenplatz sicherte sich die Kravag wieder bei der Leserwahl des ETM Verlags. Zum siebten Mal in Folge votierten Frachtführer, Spediteure und Logistiker in der jüngsten Leserbefragung der Fachzeitschriften "lastauto omnibus", "trans aktuell" und "Fernfahrer" mehrheitlich für den Hamburger Spezialversicherer. "Die Kunden fühlen sich bei uns gut aufgehoben", freut sich Dr. Rollinger. "Unsere konsequente Ausrichtung auf ihre Bedürfnisse zahlt sich aus."

Das Gesamtjahr 2016 stimmt den Kravag-Chef optimistisch: „Angesichts der weiter günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gehen wir für 2016 wieder von einem überdurchschnittlichen Wachstum aus. Sofern sich die Schäden im normalen Rahmen bewegen, können wir dank weiter sinkender Schaden- und Kostenquoten erneut ein gutes Ergebnis erreichen.“

Wachstum auch bei Kravag Allgemeine

Bei der Kravag Allgemeinen stiegen 2015 die Beiträge um 4 Prozent auf 417 Millionen Euro, die Verträge um rund 79.000. „Wichtiger Erfolgsfaktor ist die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den Maklern und Mehrfachagenten, mit denen wir unsere Kunden optimal erreichen“, lobte Rollinger. Gegenüber dem relativ schadenarmen Vorjahr stiegen 2015 auch hier die Elementarschäden deutlich an und belasteten insbesondere die Kaskosparten, so das Unternehmen. Die Aufwendungen für Geschäftsjahresschäden steigen um 7,1 Prozent auf 349,2 Millionen Euro (2014: 326 Millionen Euro), ebenso die Geschäftsjahresschadenquote (von 81,4 auf 84 Prozent). Die Schaden-Kosten-Quote lag bei mit 96,1 Prozent (2014: 95,9 %). Bis Mai 2016 stiegen die Einnahmen um 5,6 Prozent auf 317 Millionen Euro, der versicherte Fahrzeugbestand um über 13.000.


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